Beiträge von DarFay

    Step 1 wäre für mich 100% Ruhe beim Fressen. Falls die Wohnung sehr offen ist, stellt halt so einen Sichtschutz auf. Mitten in einer Ecke, sicher für den Hund von mehreren Seiten. Dort wird nicht mal in der Nähe vorbeigelaufen und auch kein Snack reingelegt während er dran ist, oder der volle Napf weggeräumt. Das liefe bei mir einige Monate, bis er wirklich entspannt. (Falls ihr anfangs bedenken habt, dass er beim Hinstellen beißt, leint ihn halt entfernt an, stellt das Essen hin, und leint ihn ab - Stichwort Hausleine für Abstand.)

    Danach würde ich langsam Tauschgeschäfte üben. Er bekommt nach dem Tausch das Ursprungsteil auch gleich wieder zurück. Er verliert also garnichts, sondern gewinnt mittendrin etwas.

    Wenn das alles klappt, kann man mal schauen, wie es ohne den Sichtschutz klappt und auf Normalität üben.

    Es ist unwahrscheinlich, dass der Hund je perfekt mit dem Futter umgehen wird, sollte man wieder zu stark bedrängen. Hier ist wahrscheinlich immer mit Vorsicht zu arbeiten, damit es entspannt bleibt. Aber Alltag ohne Konplikationen müsste drin sein, auch wenn man ihm vielleicht nie Futter aus dem Maul wegnehmen kann.


    Mein Hund ist stark futteraggressiv gegen Artgenossen (durch Shelter und Straße). Man kann ihr als Mensch aber alles aus dem Maul wegnehmen (Knochen aus dem Gebüsch zum Beispiel). Ihr wurde noch nie im Napf rumgefummelt oder was weggeräumt. Es steht halt da, auch wenn sies nicht will, bis gegen was frisches getauscht wird. Oder wenn im Kong hinten noch ein Snack festhängt (und sie aufgegeben hat), kratz ich den raus und leg ihr den Kong wieder hin. Hunde lernen auch, dass der Mensch bei Futter helfen kann.

    Meine Trainerin hat damals davon abgeraten. Der eigene Hund kann sich dann sehr stark auf den anderen einschießen und muss den anderen dann festgetackert näher kommen sehen. Während Bewegung den Stress und Fokus mehr rausnimmt

    Rumänen kommen mit zu hochwertigem Futter oft nach einer Weile nicht mehr klar.

    Meine Hündin hat nach einem halben Jahr kein Nassfutter mehr verwerten können. Durchfall, Durchfall, Durchfall. Darum fing ich auch mit barfen an. Anfangs 80/20, aber 50/50 oder 60/40 verträgt sie viel besser (sonst ruft das Sodbrennen). Ihre Häufchen sind mit Pizza und Burger viel schöner, als mit proteinreichem Superfutter. Sie ist eben so aufgewachsen: 2 Jahre Zeug von der Straße fressen und billig Futter im privaten Shelter. Da war sicher haufenweise Getreidezeug dabei und das verträgt sie auch sehr gut.

    Ansonsten Ultraschall wurde ja schon gesagt.

    In welchem Verhältnis fütterst du denn? Welche Zusätze gibst du noch? (Meine verträgt übrigens auch kein Trockenfleisch - bei so Rinderohren pfeift es oft gleich wieder durch).

    Was für Leckereien gibt es denn?

    Meine mag nichts, was draußen aufwändig ist. Also gehen nur weiche Sachen. Beliebt wäre Käse, gekochtes Huhn, Leberwurst oder so Sticks (Beefstick zum Beispiel in abgerissenen Happen). Jeweils klein zum direkt wegsnacken. Kekse, Trofu und so nimmt sie nicht.

    Sonst gehen sie gern Richtung Achsel. Dieses Jahr wollten bisher die meisten zum Kopf. Das ist ganz gut, da seh ich sie laufen. Eine hats am Schwanz geschafft, die hat sich der Wuff selbst rausgebissen...

    Ich hatte den Kurgo (mein Hund ist 33cm hoch und 10 kg - also Typ Corgikörper mit kürzeren Beinen und stabilem Körper). Uns war er zu eng.

    Ich finde Wanderpfote toll. Aber teuer. Mehr Platz, gutes Konzept.

    Ich hatte auch einen "Welpenblues", als meine Mausi mit ca. 2 Jahren zu mir kam (Straßenhund aus dem Ausland).

    Was sie konnte:

    - zuhause ruhig rumliegen und beobachten

    - in Auto & Öffis mitfahren

    - stubenrein

    - keine Aggressionen gegen mich

    Was nicht toll war:

    - sie konnte nicht allein bleiben (ich war ihr einziger Anker im neuen Leben)

    - sie hat alles angebellt (TV, Hausflur, aus dem Fenster Geräusche - alles GRUSELIG)

    - sie hat draußen Hunde UND Menschen verbellt (erst gruselig, grundlegend aber auch Veranlagung von rumänischen Hunden)

    - sie wollte sich nicht anfassen lassen (sofort haufenweise Beschwichtigungssignale)

    - sie wollte nicht wirklich gemeinsam was machen (spielen zum Beispiel, hat sie ja nie gelernt, dass sowas Spaß machen kann)

    - leinenlos sowieso nicht (sie hat mich draußen einfach ignoriert, sie ist bis heute sehr selbstständig)

    - sie lief mir ständig nach zuhause (wieder weil ich Anker war im neuen Leben)

    - sie wollte sogar aus der Hundetagesstätte ausbrechen, weil ich weg bin (jaja... der Anker und so)

    Du siehst, irgendwie nicht gerade der Hund, den man sich so vorstellt (mein Ersthund). Bin so sehr naiv gestartet und habe unterschätzt, dass mich das so mitnimmt.

    Heute kann sie das alles - aber eben nur mit mir.

    Bei Fremden wäre all diese Punkte wieder da. Denn nur das Vertrauen zwischen uns beiden hat die Probleme gelöst. Gedauert hat das übrigens fast ein Jahr (mit einem halben Jahr Privattraining). Und bis heute findet sie fremde Menschen und Hunde blöd, aber mit mir zusammen klappt es einigermaßen.

    Ich finde es auch nicht typisch, dass Hunde sofort bei Besitzerwechsel freilaufen und hören. Warum sollten sie auch? Man kann eher froh sein, wenn der Hund nicht abhaut und seine alten Besitzer suchen geht (gerade im Tierschutz bekommt man ja mit, wie oft am Tag Hunde ausbüchsen - besonders frisch adoptierte). Der kapiert das Konzept Besitzerwechsel ja gar nicht. Mein Hund war das erste dreiviertel Jahr immer angeleint, weil sie eben draußen so eigenständig ist. Mittlerweile kein Problem mehr.

    Und man muss sicher auch die Rasse bedenken. Aussie will meist mitmachen und gefallen, Chi ist eher eigensinnig und das genaue Gegenteil, mein Rumäne ist der typische Wachhund - auch eigenständig. Dafür sind Aussis eher hibbelig und finden andere Hunde & Menschen doof, der Chi ist selbstbewusster, sein eigener kleiner Chef und der Rumäne passt halt auf sein Revier gut auf und liegt auch gern stundenlang einfach nur allein im Garten.

    Mein Welpenblues ging übrigens über 3 Monate, weil ich auf Arbeit musste und meine Schnecki nicht Alleinbleiben konnte und von der Hundetagesstätte abgelehnt wurde. Mittlerweile ist sie einfach meine Beste: entspannt, kann freilaufen, bellt selten, macht alles mutig mit, bleibt allein und lässt sich schmusen. (Ok, Handwerkerbesuch der ins Haus "einbricht" wird noch angekläfft :tropf: das krieg ich nicht raus, Fremde findet sie zuhause einfach zum Kotzen.)