Beiträge von naijra

    Es ist kein Tierschutz, Lebewesen nach den Wünschen des Menschen zu formen, wenn deren Existenz den Tod und das Leiden anderer Tiere voraussetzt, denn Hunde fressen Fleisch. Jeder bewußt produzierte Hund verursacht Leid.

    Ich staune. Unbeabsichtigt produzierte Hunde verursachen also kein Leid, wenn sie Fleisch fressen? Und jeder Tierschutzhund wurde unbeabsichtigt produziert, oder wild geboren? Hm. Wenn man sich die Haltung seines gewählten Haustiers moralisch nur rechtfertigen kann, wenn selbiges durch einen temporären Aufenthalt in einem Tierheim oä blütenrein gewaschen wurde, dann sollte man vielleicht seine Wahl der Tierart überdenken....

    Da scheint etwas missverstanden worden zu sein. Natürlich muss man das nicht auf professionellem Niveau machen, um den Hund sinnvoll zu beschäftigen! Ich finde es super, wenn im Anschluss an zB Junghundekurs den Leuten ein spielerischer Einstieg in die Nasenwelt des Hundes ermöglicht wird - das habe ich selber so erlebt bei meinem ersten Spaniel und hat mir genug mitgegeben, um ihre Nase gut zu beschäftigen. Was mich aber stört sind so Trittbrettfahrer, die vermeintliche Spezialkurse unter falscher Flagge anbieten. Ich kenne das wie gesagt vom Mantrailing, da ist echt alles dabei von sorgfältigem, sachkundigem Aufbau bis zu absolut haarsträubendem - alles unter dem Label "Mantrailing". Ist nicht immer einfach, die Angebote richtig einzuordnen, und fände es schade, wenn sowas auch mit Scent Detection passiert.

    Und super, dass du gleich bei einer Trainerin warst, die sich auskennt. Die Scent Detection Kurse wachsen aktuell wie Pilze aus dem Boden... Ich hatte kürzlich bei einer Trainerin bei uns nachgefragt, ob sie Pläne bzgl. erfahreneren Trainingsgruppen und Single-/Doubleblinds hat. Da kam zurück, dass sie vorerst nur mit Kong trainieren will.

    Vielleicht löst das den Mantrailing-Hype ab. Da meint ja auch gefühlt fast jeder Allround-Hundetrainer, das nach 2 Wochenendseminaren kompetent unterrichten zu können. :verzweifelt: Und Scent Detection ist doch weniger Aufwand und hat auch einen tollen englischen Namen zur Vermarktung... :pfeif: Und dann macht man, was wir schon vor 15 Jahren oder so in der Plauschgruppe der Hundeschule gemacht haben - nur wurde das damals schlicht "Tennisbälle suchen" genannt. :p

    bei wem warst du? reine Neugier 😀

    Aline Lüscher - die mit den Japankäferlarven. ;) Die Spielzeugsuche wird beibehalten, auch bei voll ausgebildeten Hunden. Ist auch das was ich für die Verhaltenstherapie brauche. Aber die Ratte ist für manche coole Verstecke zu gross. Da hätte ich ganz gerne noch einen speziellen Geruch, den ich als Tag an die Dinge hängen könnte, die ich regelmässig verlege. Wie den Zugangsschlüssel für die Waschmaschine zum Beispiel.:ugly: :doh:

    So, dann werde ich hier in loser Folge berichten, wie es so läuft mit dem Aufbau bei uns. Wir sind ja wie gesagt noch ganz am Anfang, haben noch keinen Zielgeruch verknüpft. Einschlägige Erfahrungen habe ich keine, habe bloss vor Jahren mit Rhian mal einen Trüffelsuchkurs absolviert, was ich spannend fand. Ist dann aber letztlich an Problemen mit der Anzeige (eine recht komplizierte mit Rückverweisen) und mangelndem Interesse meinerseits gescheitert – ich mag eigentlich Trüffel gar nicht…..:fear:

    Für Emrys brauchte ich aus verhaltenstherapeutischen Gründen eine ultimative Nicht-Futter-Belohnung, die eine kleine Suche und Spiel kombiniert. Und genau sowas stand im Zentrum eines ausgeschriebenen Spürhunde-Workshops. Was ich über Suchverhalten und Motivation auf der HP der Trainerin lesen konnte hat mich sehr angesprochen, und auch der Mailkontakt war positiv. Spanielerfahrung ist auch vorhanden, da sie aktuell grad einen pubertierenden Working Springer ausbildet. Also nix wie hin.

    Für Emrys war es ideal, es waren letztlich nur 2 Teams, also fast wie ein Einzelcoaching. Erst mal ein Vortrag über ihre Ausbildungsweise (es gibt wohl wie überall mehrere Ansätze), dann startete die Praxis mit dem Finden der für den individuellen Hund passenden Spielbelohnung. Da war natürlich kreativer Input vom HF gefragt, wir konnten ausprobieren, das hat viel Spass gemacht. Das gemeinsame Spiel wurde dann in einen ritualisierten Kontext gebracht, so dass Anfang und Ende für den Hund klar ersichtlich sind. Sobald der Hund da schön fokussiert ist, kommt dann die Suche nach dem gewählten Lieblingsspieli dazu – erst sichtig, dann kurz ums Eck. Also rituelles Spiel – Suche – rituelle Spielbelohnung – Ende und runterfahren. Die Suche wird dann kleinschrittig ausgebaut.

    Emrys fand den Ort - ein Forstwerkhof – anfangs etwas gruselig, ist aber schnell aufgetaut und hat toll mitgemacht. Nachmittags konnte er in der Maschinenhalle und der Personalgarderobe schon richtige kleine Suchen machen; das Jagdspiel mit seiner Plüschratte hat ihn überzeugt. :bindafür:Ich sollte vorerst aber einige Wochen nur in der Wohnung üben. Was ja auch nicht ohne ist wenn man bedenkt, dass er da nur auf den Eigengeruch des Spielzeugs gehen kann, da es ja überall penetrant nach mir riecht.

    Der andere Hund – ein Dackel – war schon weiter, der hatte schon Zielgerüche konditioniert. Hat aber auch hauptsächlich am Belohnungssystem gearbeitet, da er manchmal lieber seine eigene Agenda verfolgt. Für ihn war dann ein sichtig gerollter Poddington Pod mit Leckerli drin der Hit. Gibt es nun auch mit Plüsch-Oberfläche, und das fand Emrys auch super – er steht auf Fell oder Plüsch! Musste ihm natürlich gleich so ein Teil kaufen…..

    Das war soweit der Workshop, wir hatten seither viel Spass mit Ratte oder Pod suchen in der Wohnung, und beginnen jetzt auch nach draussen zu gehen damit.

    Darf ich mich da reinschleichen? Ich habe zwar schon viel Nasenarbeit mit meinen Hunden gemacht, aber die eigentliche Scent Detection ist Neuland für mich. Habe im Dezember einen Tagesworkshop gemacht und möchte gern dranbleiben, bzw. weiterfahren damit, da es sich im Gegensatz zum Trailen immer und überall machen lässt.

    Ich belohne sie danach mit „fein“ & streichle sie. An Futter bzw Leckerlies ist sie in solchen Momenten leider nicht interessiert.

    Mein Spaniel nimmt in Stresssituationen auch keine Futterbelohnung. Ich habe jetzt ein Jagdspiel aufgebaut, welches auch in höheren Erregungslagen noch als Belohnung empfunden wird. Das braucht aber seine Zeit, ich habe es wochenlang nur drinnen ohne Ablenkung etabliert und bin jetzt dabei, es draussen unter bislang nur mässiger Ablenkung zu verfestigen. Das braucht seine Zeit, einfach nur mit dem Lieblingsspiele wedeln wenn der Jagdhund grad eine Katze im Visier hat wird nix bringen.