Danke für deine Erfahrung.
Ich hoffe, wir komme ums schlimmste rum. Wir sind erstmal gespannt, was bei dem Gespräch rum kommt…
LG Anna
Ich drück euch die Daumen!
Ansonsten mal ein Blickwinkel von einer Therapeutin, weil ja Ergo vorgeschlagen wurde (nicht Ergo, sondern Logo, aber in einem Therapiezentrum tätig und mit vielen Kindern die beides bekommen).
Grundsätzlich profitieren fast alle Kinder von Ergotherapie. Eine Kollegin aus der Ergo hat sogar mal gesagt, dass sie es eigentlich gut fände wenn alle Kinder spätestens gegen Ende der Kindergartenzeit ein wenig ergotherapeutische Förderung bekommen würden. Also falls ihr es euch doch überlegen wollt, was Positives können eigentlich so ziemlich alle Kinder raus ziehen. Sofern man überhaupt einen Platz bekommt, bei uns wartet man teilweise fast ein Jahr, je nach Terminmöglichkeit.
Wenn es nun aber wirklich ein reines Dynamikproblem ist, dann wäre tatsächlich eher eine Gruppe sinnvoller. Gibt es in der Ergo auch, nur leider nicht so viel. Eine Kollegin von mir macht einmal im Monat mit einigen Kindern eine Gruppensession oder legt auch mal 2 zusammen und die profitiert da oft richtig von. Ich hatte aber auch mal ein Kind in Therapie - allein völlig unauffällig, in der Gruppe anscheinend schnell komplett drüber und hat teilweise kaum bis gar nicht mit den Erziehern gesprochen wenn er nicht wollte. Das ist tatsächlich nicht so einfach da die richtige Stellschraube zu finden.
Grundsätzlich könnte aber Ergo auch bei der Schüchtern/dem individuellen Durchsetzungsvermögen helfen.
Ansonsten hab ich echt eh die Erfahrung gemacht, dass Kindergärten und ich oft scheinbar "unterschiedliche Kinder" zu sehen bekommen. Gruppendynamik und ganz ehrlich, auch einfach überladene Gruppen und damit Erzieher die nicht genug Geduld aufbringen (können), können da echt einen mega Unterschied machen. Und wenn eine Beziehung zwischen Kind und Erzieher mal "kaputt" ist, ist das unter den Voraussetzungen oft auch echt schwer wieder zu kitten. Dann kann ein Gruppenwechsel tatsächlich was bringen.
Ansonsten hab ich deutlich auffällige Kinder in Therapie die daheim (und teilweise auch im Kindergarten) eigentlich keine Probleme machen weil die Eltern die nötige Zeit/Ressourcen aufbringen können und Kinder die bei mir kaum Probleme machen, aber bei denen Eltern und/oder Kiga verzweifeln, weil ich die nötigen Ressourcen aufbringen kann und die anderen nicht.
Mein Endfazit: wenn ihr da grundsätzlich mal offen dafür seid lasst euch die Ergo durch den Kopf gehen. Die werden euch schon sagen ob da überhaupt was ist an dem man arbeiten kann/muss. Manchmal gibt so eine Einschätzung vom Profi auch echt noch ein bisschen Sicherheit. :)