Herr Schröder war heute ausnahmsweise einmal ganz Schäferhund, nicht nur ein weichgespültes weißes Exemplar, und hat mir seine Instinkte ganz deutlich gezeigt.
Wir waren unterwegs und erst ca. 30 Minuten wieder zu Hause, sodass ein Druck auf Darm oder Blase eigentlich ausgeschlossen war. Trotzdem saß er an der Tür, fiepte, jaulte und war sehr unruhig, er wollte unbedingt raus. Also zog ich mir eine Hose an und ging in den Flur, um meine Schuhe für den Garten anzuziehen. Im Flur wurde Schröder immer nervöser, quietschte, fiepte und jaulte noch mehr als sonst. Obwohl ich weiß, dass er oft ein kleiner Hampelmann ist, war das diesmal selbst für ihn ungewöhnlich.
Entgegen unserer sonstigen Vorgehensweise, Tür auf und raus, habe ich Schröder die Leine angelegt, denn irgendetwas stimmte nicht. Als wir die Tür öffneten, sah ich nur noch, wie Rettungssanitäter bei unserer Nachbarin, deren Tür nur drei Meter von unserer entfernt ist, reingingen. Schröder wäre am liebsten über den Zaun gesprungen, um nachzusehen, ob mit seiner Lieblingsnachbarin alles in Ordnung ist. Nachdem ich ihm erklärt hatte, dass die Sanitäter dort hineindürfen und alles okay ist, kam er wieder mit mir ins Haus zurück. Zwar immer noch aufgeregt, aber doch beruhigt.
Zur Belohnung gab es ein großes Leckerli, denn ich fand es einfach nur großartig, wie deutlich Schröder mir gezeigt hat, dass nebenan etwas nicht stimmt. Das bestätigt mich nur wieder darin, doch auf meinen Hund zu hören.