Eine schwierige Diskussion, da sie natürlich auch an viel Emotion gekoppelt ist.
Ich kann verstehen, wenn Tierkliniken keine Ratenzahlung anbieten. Die Zahlungsmoral vieler Menschen wird immer schlechter und das Eintreiben von Schulden ist extrem zeitaufwändig und verursacht weitere Kosten.
Gleichzeitig ist die aktuelle Situation auch für viele sonst sehr bemühte Tierbesitzer hart - die Pandemie und die Inflation haben da schon ordentlich was aufgewirbelt, und es sind viel mehr Menschen als früher auf finanzielle Unterstützungsleistungen angewiesen und können sich den Alltag kaum mehr leisten, selbst wenn dies früher gut möglich war. Mich persönlich macht es schon betroffen, wenn dann auch in solchen Fällen die Behandlung des geliebten Haustiers zum unlösbaren Drama wird.
Oft gibt es tatsächlich die Möglichkeit eines kleinen Kredits, ich als eher Wenigverdienende hätte vor einigen Monaten aucch einen in mittlerer vierstelliger Höhe bei meinem Bankinstitut aufnehmen können, das ist also durchaus eine Option, wenn auch bestimmt nicht für alle Menschen...
Ich habe selbst im Freundeskreis erlebt, wie schnell Lebensumstände sich durch externe Faktoren ändern können. Eine Freundin, selbstständig als Tänzerin udn Tanzlehrerin, verlor während der Pandemie drastisch an Einnahmen. Schon davor hatte sie kein großes Einkommen, kam aber immer zurecht. Und genau in der finanziell schwierigsten Zeit wurde bei ihrem Hund von Tierklinik A eine "Not-OP" am nicht nüchternen Hund durchgeführt, die, wie Tierklinik B feststellte, von vornherein nicht nötig gewesen wäre, dem Hund aber fast das Leben gekostet hätte. Meine Freundin musste Tierklinik A den vollen Betrag zahlen und natürlich auch Klinik B, die Kosten beliefen sich mWn auf über 6000 Euro. Irgendwann hatte sie einfach kein Geld mehr übrig, Tierklinik B, welche übrigens zu so einer Klinik-Kette gehört, bietet aber Ratenzahlung an und auf diese Möglichkeit konnte meine Freundin dann auch zurückgreifen.