Zuletzt gelesen: "Nur Du und ich" von Laure van Rensburg
Dieser Thriller beginnt mit dem Versprechen auf ein romantisches Wochenende in einem abgeschiedenen Haus an der US-amerikanischen Ostküste zu zweit, auf das sich die beiden frisch verliebten Protagonisten sehr zu freuen scheinen. Da ist die junge Studentin Ellie, erst Anfang 20, die von eher unterwürfigem und harmoniebedürftigem Charakter zu sein scheint, und Steven, ihr um 17 Jahre älterer Freund, der eine Professorenstelle an der Uni innehat und einen äußerst kontrollierten, karrierebewussten Eindruck erweckt, möchte er doch endlich aus dem Schatten seines in akademischen Kreisen legendären Vaters hinaustreten und sich selbst einen Namen machen. Das Wochenende beginnt vielversprechend, wenn auch nicht spannungsfrei, denn immer wieder kommt es zwischen dem ungleichen Paar zu Misstönen, zumal Steven in der Beziehung den Ton anzugeben scheint.
Dann aber kommt es zu einer überraschenden Wende der Ereignisse, die sich überschlagen und schon bald scheint festzustehen, dass nur einer der beiden Hauptcharaktere die verschneite Landidylle lebend wieder verlassen wird...
Ein bemühter, durchaus nett wegzulesender Thriller, leider gelingt es der Autorin nicht immer ganz, den Spannungsbogen kontinuierlich aufrechtzuerhalten. Es kommt zu unnötigen Wiederholungen, die den Plot nur in die Länge ziehen, und obwohl der Plot-Twist durchaus interessant ist und recht unvorhergesehen kommt, wartet man tatsächlich fast noch auf den zweiten großen Knall-Effekt, welcher aber leider nie eintritt, sodass man mit einem etwas unbefriedigtem Gefühl zurückgelassen wird.
Von mir gibt es weder Leseempfehlung noch "Finger weg". Es ist halt ein Thriller zu Unterhaltungszwecken, der als nettes Leseprogramm für ein gemütliches Winterwochenende gut taugt, aber nicht darüber hinausgehend im Gedächtnis bleibt.
Spoiler anzeigen
Was mich am Ende des Buches etwas verwunderte, ist ja, dass Verity nur vorgab, Ellie zu sein, wofür sie sich aber fast schon eine neue Identität hätte beschaffen müssen, die auch Überprüfungen der Exekutive standhält - wie macht das eine junge Frau ohne nennenswerte Connections in eine solche Szene, sich selbst so vollkommen neu zu erfinden ,um ihre tote Freundin (und, wie am Ende ja angedeutet wird, möglicherweise zukünftig weitere Mädchen und Frauen) zu rächen? Entweder habe ich da was verpasst oder die Autorin hat sich über diesen Aspekt ihres Buches keine tiefergehenden Gedanken gemacht, mich jedenfalls hat's gewurmt.