Beiträge von tinybutmighty

    Ich finde die Debatte auch anstrengend, weil ich das Gefühl habe, es fehlt halt jegliches Verständnis für Menschen, die schon von Haus aus mehr haben als man selbst. Es werden gesamtgesellschaftliche Entwicklungen völlig außen vor gelassen, genauso wie soziale Ungleichheiten. Gerade in DE/AT ist das halt durchaus Thema, Stichwort Reichen/Erbschaftssteuer. Nicht selten ist Wohlstand halt nicht erarbeitet, sondern vielmehr bereits in die Wiege gelegt. Akademikernachwuchs hat nach wie vor bessere Chancen, mal eine Uni zu besuchen als das Arbeiterkind etc. pp.

    Ja, "Pech gehabt" kann man da natürlich sagen. Ich weiß nicht, mir greift das doch irgendwie zu kurz. Auch die Putzfrau, der Callcenter-Agent, der Paketbote verdienen es meiner Ansicht nach, sich von ihrem Lohn nicht nur die "basic necessities" leisten zu können, sondern halt auch etwas Schönes,Bereicherndes.

    Klar, man kann schon sagen, haha, ist halt nicht drin für dich - trotzdem finde ich es persönlich traurig. Denn Tiere sind in meiner Weltanschauung kein Luxus, sondern Notwendigkeit. Sozialpartner, Wegbegleiter, sie lehren uns aufh viel über Empathie etc. Zumindest für mich sind sie das und wer mich kennt weiß zB, ich würde für meine Minis mein allerletztes Hemd geben. Mein Leben wäre verdammt arm ohne sie.

    Man kann Menschen doch auch zugestehen, dass sie sich gerade Sorgen machen, das geliebte Haustier nicht mehr so gut wie bisher versorgen zu können, ohne mit dem moralischen Zeigefinger zu kommen "Hättest dir halt gar kein Tier holen sollen, ätsch!"

    Schaefchen2310 Echt, du hat gewusst, dass Corona kommt, der Ukrainekrieg, diese Superinflation grade?

    Hundundmehr Für mich ist dieses Thema nicht so schwarz-weiß :ka: Es gibt genug Menschen, die die Versorgung ihrer Tiere bisher immer stemmen konnten - haben doch auch hier im Thread ein paar Leute solche persönlichen Beispiele gebracht. Kann man diesen Tierhaltern einen Vorwurf machen, dass sie vor ein paar Jahren, bei Anchaffung ihrer Tiere, nicht wussten, dass es eine allgemeine Kostenexplosion geben wird? Und dass sie nicht wussten, dass Tierarzt in ein paar Jahren ja teilweise scheinbar deutlich spürbar teurer wird?

    Natürlich ist das keine Überraschung, aber ganz ehrlich, mit diesen massiven Preissteigerungen in praktisch allen Lebensbereichen hatte doch wohl niemand gerechnet... Ich empfinde das gerade schon als ziemliche "Ausnahmesituation". In so einer Situation noch zu urteilen, das ist halt das, was für mich so ein bisschen ein Geschmäckle hat. Ich habe ja selbst nicht viel, aber wenn es bei Freundinnen oder auch lieben Bekannten gerade echt eng sein würde und ihe Tier braucht akut eine teure Behandlung/OP, würde ich versuchen, was beizusteuern... ohne die "SSKM"-Nummer...

    Ich glaube, jeder, der die Teuerungen grade nicht schmerzlich spürt, kann dafür einfach sehr dankbar sein...

    Für mich besteht das Hauptproblem auch vor allem darin, dass eben gerade so gut wie ALLES teurer wird. Dann zu sagen "Naja Pech, man nimmt sich halt kein Tier, wenn man es sich nicht leisten kann" finde ich irgendwie ganz schön überheblich. Nee, sorry, aber ich persönlich hätte nicht gedacht, dass wir eine Inflation kriegen, so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr, dass auch Wohnen zum Luxus wird, den man sich als Nicht-Gutverdiener gefühlt bald auch nimma leisten kann, dass Waren des täglichen Bedarfs teilweise doppelt so teuer geworden sind...

    Ich verstehe nicht, warum hier Beispiele angeführt werden über Leute, die sich den Tierarztbesuch nicht leisten WOLLEN, um die geht es doch gar nicht. Solche Leute gab es schon immer, wird es auch immer geben. Aber auch wenn man das gerne mal verdrängt, es kann jeden unverschuldet richtig blöd treffen. Das ist dann eine Tragödie nicht nur für das Tier, sondern manchmal halt tatsächlich auch für den Menschen, der dieses Tier liebt und dem plötzlich aber die Hände gebunden sind...

    Es kann halt so schnell gehen, Teuerungen, Jobverlust, Krankheit, Trennung vom gutverdienenden Partner.

    Und nee, schon klar, dass Tierärzte dafür nicht verantwortlich sind. Ich finde auch, dass die gut verdienen sollten und bessere Arbeitsbedingungen da immens wichtig sind...

    Aber dieses "Tiere sind halt Luxus"-Argument, hmm. Wenn man diesen Gedanken konsequent weiterdenkt, sollten sich am besten wirklich nur die oberen Zehntausend Haustiere zulegen. Denn auch der Gutverdiener kann unverschuldet in die Armut, ins Existenzminimum rutschen.

    Wichtig finde ich, dass Menschen ihr Tier nach bestem Wissen und Gewissen medizinisch versorgen (lassen), aber ich finde es ehrlich gesagt auch legitim, dass für Person A eben nicht die gleichen Standards drin sind wie für Person B. Dafür ist unsere Gesellschaft inhärent wohl (noch?) zu ungleich. Dass man jetzt dem Callcenter-Mitarbeiter, der Verkäuferin, der selbstständigen Künstlerin direkt Egoismus und Verantwortungslosigkeit unterstellt, geht mir persönlich! zu weit.

    Am liebsten hätte ich 3-5 Hunde. Wird aber wohl erstmal Wunschtraum bleiben :P

    Realistisch betrachtet fände ich es toll, immer 2 Hunde halten zu können. Ich mochte die Einzelhundehaltung auch, aber irgendwie ist es mit zweien doch - hmm, "spannender", abwechslungsreicher und hier profitiert Hund 2 halt such ganz stark von Hund 1 und liebt ihn sehr.


    Mein einziger Grund, später evtl. nur einen Hund zu halten, wäre das Finanzielle...

    Gestern waren wir beim Training auf dem Hundeplatz. War 'ne große Gruppe dank Terminkollision, u.a. anwesend:

    - 2 Australian Shepherds

    - 2 Border Collies

    - 1 Holländische Schäferhündin

    - 1 Havaneser

    - 1 mittelgroße Mischlingshündin

    Glaub, es waren noch ein oder zwei weitere Hunde da, an die kann ich mich aber nicht erinnern...

    Heute auf grooßer Waldrunde mit Altstadt-Abstecher:

    - 2 entzückende Dackelchen (1x Langhaar und ganz klein und zart, einmal Rauhaar mit schickem Pullover) :smiling_face_with_hearts:

    - 1 Doodle-Junghund und einen Pudeljunghund, die miteinander tobten

    - 1 Belgischen Schäferhund

    - 2 Shelties (auf die "Bellties" wirklich zutraf!)

    - 2 Rhodesian Ridgebacks

    - 1 Weimaranerrüde

    - 1 Deutscher Schäferhund

    - 1 entzückender Chihuahua

    ... und noch ein paar mehr, die wir halt eher von Weitem gesehen haben...

    Ben_auch_mal_hier Wie genau soll dieses "Heißmachen" denn aussehen?

    Ich habe meine BH in einem Verein gemacht, wo ich einen der Trainer als extrem nervig empfand, weil irgendwie gehört es dort dazu, zu Stundenbeginn und zwischen den Übungen mit dem Hund zu zerrgeln. Ja schön, mein Chihuahua steht aber nicht auf Zerrspiele :rollsmile: Und ja, ich wäre durchaus offen für Tipps gewesen, ihn vielleicht doch noch für so was zu begeistern, weil gemeinsame lustige Aktivität kann ja durchaus lohnenswert und bereichernd sein.

    Aber stattdessen kam von dem Typen nur, es sei quasi meine Schuld, dass mein Chihuahua nicht spiele :ka: Ja schön, du bist doch der Trainer, dann zeig mir halt, wie ich's richtig mache, verdammt!

    Naja, Rex hat die BH dort mit einem Sehr Gut bestanden, hat dann (in anderen Vereinen und Hundeschulen) mit mir u.a. sehr begeistert Hoopers gemacht und ist auch im Rally Obedience durchaus cool unterwegs - geht also auch ohne Zerrgeln :pfeif:

    Was ich aber schon mache und auch wichtig finde und da immer zu denjenigen gehöre, die das am überschwänglichsten machen: Den Hund feiern, wenn er es richtig gut macht :applaus: Ich finde das immer so schade, wenn Leute z.B. beim Rally Obedience mit ihrem Hund durch den Parcours schlurfen, der macht toll mit, am Ende stecken sie ihm wortlos einen Krümel Trockenfutter zu, das war's. Und dann wundert man sich, wenn der Hund jegliche Motivation verliert...

    Ach so, ich "feiere" halt mit Keksen, aber auch verbal bestätige ich z.B. recht viel, rufe "Super! Ja, ganz toll gemacht!" etc.

    In unserer Sportart Rally Obedience darf man ja auch während man den Parcours läuft loben und mit dem Hund kommunizieren, das nutze ich mittlerweile doch sehr gerne, und auf Rex hat es wirklich einen positiven Effekt =)

    tinybutmighty die Versicherung guckt sich nicht an in welchem Zyklus die Hündin kastriert ist, sondern guckt drauf, ob der Tierarzt "Kastration aus medizinischer Indikation nach Pyometra" drauf stehen hat. Kann ich aus persönlicher Erfahrung sagen, wurde mir gerade vor paar Monaten bezahlt. Und zwar genauso, das ist ja state of the art, dass man es genauso angeht mit erst Tabletten und dann in Anöstrus kastrieren. Also mehr Schreckgespenster aufbauen, als eh schon da sind, muss man auch nicht.

    Danke für die Auskunft, der flapsige Unterton ist aber wirklich nicht notwendig =)

    Es geht mir nicht um Schreckgespenster aufbauen. Ich hatte noch nie eine unkastrierte Hündin, wusste also auch einfach nicht, dass die beschriebene Vorgehensweise eh "state of the art" ist.