Beiträge von tinybutmighty

    Treibball hat null komma null mit der Arbeit am Vieh zu tun 😉

    Sehe ich auch so. Meine leider verstorbene Trainerin hat Treibball mit ihrem Aussierüden gemacht und ich war mal auf einem Kombi-Seminar Treibball/Longieren von Anja Jakob und hab bei meiner Trainerin dann selbst mit einem Treibball-Kurs begonnen, aber zwischen der Beschäftigung und Hüten liegen meiner Ansicht nach Lichtjahre. Meine Trainerin war mit ihrem Aussie auch hüten, ich hab das nur mal auf Video gesehen, schon faszinierend und selbst ich als absoluter Laie merke, dass das zwei völlig verschiedene Welten sind.

    Ich fand die Border Collies von Anja Jakob faszinierend in Sachen Arbeitseinstellung und "Drive", aber ich würde einen Hund dieser Rasse ja ehrlich gesagt nichtmal geschenkt wollen, ganz allgemein. Und ich fand es schon heftig, wie die BCs halt trotz sengender Hitze an diesem Sommertag bei über 30 Grad die Treibball-Übungen vorführten, während alle Teilnehmerhunde, die keine BCs waren, eher im Energiesparmodus unterwegs waren und teilweise auch gar keinen Bock hatten, bei den Temperaturen mitzumachen.

    Ich persönlich habe jetzt eben nur diese sehr begrenzte Erfahrung mit Treibball, finde es als Fun-Beschäftigung nett, bei einem Border Collie würde ich immer sehr genau aufpassen, dass der sich da nicht einfach nur hochpusht und in 'ne Art "Tunnel" gerät. Im Idealfall soll der Hund beim Treibball ja ohnehin ansprechbar bleiben und sich auf die Distanz dirigieren lassen und konzentriert arbeiten.


    Ich selbst halte wenig von diesem Freizeithüten, wo Schafe dann für die Hütitüti-Bespaßung missbraucht werden, da finde ich Treibball oder andere Hundesportarten mit Abstand die bessere Alternative. Auch wenn das bedeutet, dass man seinem Hund vielleicht verwehren muss, wofür er wirklich brennt. Das sind halt Überlegungen die man eigentlich vor der Hundeanschaffung machen sollte.

    Vielleicht kannst du noch ein paar Fragen beantworten? :smile:

    - Soll der Hund Menschen gegenüber eher reserviert sein oder freundlich und aufgeschlossen?

    - Wie sieht es mit Wachtrieb aus?

    - Jagdtrieb ist wahrscheinlich eher gering ausgeprägt wünschenswert?

    - Wie sähen die täglichen Spaziergänge so aus?

    - Soll der Hund mit Artgenossen verträglich sein? Oder ist das eher nicht so wichtig, weil ihr z.B. ländlich wohnt und wenige Begegnungen habt?

    - Wäre die Bereitschaft da, mit dem Hund z.B. einem Hobby zur geistigen Auslastung nachzugehen oder soll es wirklich einfach "nur" ein Hund zum Gassigehen, Spielen und Kuscheln und halt "Dabei-sein" sein?

    Spontan vorstellen könnte ich mir bei euch:

    - den bereits genannten Havaneser. Gehört zu den Bichon-Begleithunderassen, die Rasse ist in der Regel sehr ausgeglichen und anpassungsfähig, easy zu erziehen, menschenbezogen, clever und unkompliziert

    - English Cocker Spaniel aus eher "show"/familienhund-orientierter Zucht. Dann sind das oft einfach nur fröhliche Kerlchen, die gerne was unternehmen, in der Regel auch sehr sozialverträglich. Haben zwar ihren eigenen Kopf, sind aber trotzdem gut führbar. Jagdtrieb kann ein Thema sein, aber ich kenne etliche Cocker, die viel frei laufen können

    - Spitz, z.B. Klein- oder Mittelspitz. Fremden gegenüber manchmal eher zurückhaltend, "seinen" Menschen gegenüber aber sehr loyal und aufmerksam. Hat auch einen eigenen Kopf, ist in der Regal aber kein extrem unabhängig agierender Hund, sondern im Alltag gut händel- und führbar, macht vieles mit, ohne ein Mega-Programm zu fordern. Gilt als meldefreudig, was aber noch lange nicht bedeutet, dass er sinnlos rumkläfft ;)

    - Gemäßigte Terrierrassen, z.B. Border Berrier. Agil und unternehmungslustig, aber auch anpassungsfähig und trotz Terrierkopf mit etwas Konsequenz und Humor gut erziehbar, ein gewisser Jagdtrieb ist da natürlich auch möglich

    Da kann man aber meiner Meinung nach nicht der Zucht den Vorwurf machen, sondern der Vermehrerei und der unüberlegten Anschaffung von Hunden.

    Doch, ich sehe da auch Züchter in der Verantwortung. Soo selten bekommt man auch nicht mit, dass Welpen "übrigbleiben" und ziemlich lange für sie nach 'nem passenden Zuhause gesucht wird. Meiner Ansicht nach gibt es da einen Überschuss an Hunden, und so eine Art von Wurfplanung finde ich einer Welt, in der es von heimatlosen Hunden nur so wimmelt, einfach befremdlich und dekadent, sorry :ka:


    Und bei Gebrauchshunden ist das für mich einfach nochmal eine andere Hausnummer, auch wenn mir als Kleinsthundehalterin bei jedem unterbeschäftigten Chihuahua, jedem 3x-um-den-Block-Malteser das Herz blutet. Aber so ein Border Collie, der alles hütet, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, kann halt schnell auch für seine Umwelt ernsthaft unangenehm bis gefährlich werden, z.B. wenn er dann das Kleinkind in der Familie hütet. Hund im Dauerstress, Kind verängstigt, Eltern überfordert. Irgendwann schnappt der Hund vielleicht zu und landet im Tierheim. Solche Geschichten sind ja leider keine Seltenheit.

    Es gibt auch genügend Border Collies mit Papieren in mMn absolut ungeeigneten Händen :ka:

    as ich mich frage , was passiert, wenn man Hunde so extrem spezialisiert züchtet, das sie Schafe brauchen um glücklich zu sein , wenn dann in nem Wurf Welpen fallen, die trotz aller Vorkehrungen körperlich nie dazu in der Lage sind , diesen Job auszuführen, meinetwegen blind zur Welt kommen, oder mit Beinen die niht ganz in Ordnung sind. Oder der Welpe sich verletzt und deswegen das Augenlicht verliert. Das heisst ja nicht, das der Hund deswegen nciht trotzdem schmerzfrei lange leben könnte, rein körperlich gesehen. einfach töten, weil es eben keine Ersatzbeschäftigung gibt, die den Hund zufrieden machen würde oder gar glücklich ? Ist es "fair" Hunde so zu züchten ?

    Ich gehöre zu denen, die es ja auch etwas befremdlich finden, dass Border Collies irgendwie en masse gezüchtet und vermehrt zu werden scheinen, letztlich landen ja doch nicht wenige davon in ungeeigneten Händen. Damit möchte ich flying-paws nicht absprechen, dass es in DE einen immer größeren Bedarf an Koppelgebrauchshunden für die Arbeit am Vieh gibt, solche Leute, die den Hunden ihren wahren Job lassen, meine ich damit auch gar nicht!

    Zu deiner Frage aber: Wenn der Hund die Voraussetzungen zum Hüten körperlich oder mental nicht erfüllt, dann ist das eben so. Meiner Ansicht nach wird der Hund dann nicht zwingend sein Leben lang unglücklich sein, auch wenn das Hüteverhalten in seinen Genen verankert ist. Ich sehe das ein bisschen wie bei uns Menschen, wir haben z.B. auch nicht alle die supererfüllendsten Jobs, die uns wirklich glücklich machen, und leben trotzdem und vielen von uns geht es trotzdem den Umständen entsprechend gut bis sehr gut.

    Solche "Ausreißer" wie von dir beschrieben wird es immer geben und meiner Meinung nach können die trotzdem ein zufriedenes, ausgeglichenes Leben führen, natürlich muss man sich dann entsprechend Mühe geben, sie ihren Bedürfnissen und Einschränkungen gemäß so zu beschäftigen, dass es ihnen Freude macht.

    Ich kann verstehen dass du so verliebt bist. Sie ist wirklich zauberhaft. Und ich weiß, ich wiederhole mich- aber ich bin einfach immer wieder überrascht, was in deiner Obhut aus ihr geworden ist.

    Oh, dankeschön :herzen1: Ich finde, eigentlich gibt es echt nix Schöneres in der Hundehaltung als dieses "Zusammenwachsen" und mitzuerleben, wie ein Hund, der halt kein ganz unbeschriebenes Blatt mehr ist, aufblüht und sich immer wohler und sicherer fühlt.

    Ich würde jederzeit wieder einen beschlagnahmten Vermehrer-Hund aufnehmen, ich glaube, ich kann mit diesem "Typ" Hund ganz gut. Kenne ja auch die Minis von Tüdeldü mit ähnlichen Vorgeschichten gut. Klar sind die Hunde am Anfang sehr vorsichtig und teils unsicher, aber es ist so genial, wie man die einfach an alles ranführen kann und wie rasch ihr Selbstbewusstsein dann oft wächst und naja, zumindest Jasmin und Tüdeldüs J und ihre Pattex-Sistas sind alle vier echt bezaubernde, brave und trotzdem ganz charakterstarke Begleiterinnen geworden :bindafür:

    Ich kenne das Gefühl, es ist so schön von der Liebe zum eigenen Hund übermannt zu werden. :herzen1:

    Jaaaaa... "Lovekrise" haben wir das früher genannt (wenngleich in einem etwas anderen Kontext) hahahaha :lol:

    Einfach nur :herzen1: :herzen1: :herzen1: :herzen1: :herzen1: :herzen1: und sie weiß genau wie sehr du sie liebst, wie sie dich um den Finger wickeln kann! :D

    Jup, das weiß sie ganz eindeutig :D Am niedlichsten ist es, wenn ich mich abends ins Bett lege und sie bettet ihr winziges Köpfchen auf den Polster direkt neben mir und "pratzelt" mich mit den Pfötchen an, damit ich sie noch ein wenig streichle und knuddle, aaargh :(

    Mich würde ja interessieren Udieckman beziehen sich deine Erfahrungen beim Mantrailing nur auf BC oder Hüte/Treibhunde generell? Die genetischen Verankerungen, was zb die Jagdsequenzen usw angeht, sind ja gleich oder zumindest ähnlich.

    Und mich würde etwas OT auch interessieren, ob sie der Meinung ist, dass Mantrailing dann generell nur für Sight Hounds "Sinn" macht? Ich meine, was ist, wenn ich mit Spitz, Chihuahua oder Mops traile?

    Aber wenn man sieht, wie die Hunde sich da hochpushen und danach Herrchen und Frauchen in die Beine zwicken vor Erregung und Übersprung kommt in mir schon die Frage auf ob das so sinnvoll sein kann 🤔

    Ja, gerade unter den Hütehunden gibt es leider so einige, die zu solch einem Verhalten im Agi neigen. Das wäre nix für mich, ich sehe da dann eher massiv gestresste Hunde, die total aufgepusht werden. Es gibt aber auch genug Hütehunde, die oben genanntes Verhalten nicht zeigen, man kann es nicht über einen Kamm scheren! Die Qualität der Ausbildung macht einen enormen Unterschied, ob dem Hundeführer wirklich bewusst ist, was er da durch den Parcours führt, wie z.B. mit Zwicken umgegangen wird etc.

    Agility ist nicht für jeden Hund das richtige, gerade bei den leicht erregbaren Rassen, die zu Zwangsstörungen, extremer Hibbeligkeit etc. neigen, braucht man für eine anständige Agility-Ausbildung halt auch einfach wirklich kompetente Trainer:Innen und Ansprechpersonen und muss selbst über ein gutes Fingerspitzengefühl verfügen und klar sehen, ob der Hund da jetzt wirklich mit Freude und Konzentration bei der Sache ist, oder ob der eigentlich nur Stress hat und Frust schiebt...

    Aber ich sehe den Sport auf jeden Fall als eine vielseitige Beschäftigungsmöglichkeit, die so viel mehr ist als nur "hirnlos rumballern". Es geht um Teamwork zwischen Hund und Mensch, um gegenseitiges Vertrauen, um klare, verständliche Kommunikation, es ist nicht nur körperlich, sondern vor allem mental eine herausfordernde Sportart sowohl für den Hund als auch für den Mensch und kann daher eine großartige geistige Auslastung darstellen.

    Mein Chihuahua hat Hoopers-Run und Agility geliebt, leider kann er aus gesundheitlichen Gründen beides nicht mehr machen. Wir machen jetzt anderes, z.B. Rally Obedience. Auch da ist er fleißig mit dabei, aber richtig genial fand er einfach Hoopers und Agility. Und der hat sich da rasse- und wesensbedingt nie auf eine Art, die ich ungut gefunden hätte, benommen. Der hat nicht hysterisch rumgekläfft, nicht gezwickt usw. Also ich würde es mir persönlich nicht unbedingt zutrauen, einen Border oder Aussie sinnvoll im Agility zu führen, aber z.B. bei den Begleithunden und weniger "fachidiotischen" Hunden gibt es schon viele, mit denen man sehr gut Agility machen kann, ohne dass man sich um solche ungesunden Auswüchse Gedanken machen muss ;)


    Udieckman Hmm, du sagst, Border Collies seien nicht gut im Mantrailing, okay. Aber das macht den Hunden ja nicht wirklich was aus, oder? Ich sehe es so, wenn man das for fun und als Auslastungsmöglichkeit betreibt ohne große Ambitionen, dann schafft der BC halt keine so anspruchsvollen Trails wie ein Bloodhound, oder wie meinst du das?

    Oder willst du mit "sich selbst im Weg" sagen, dass Hütitütis beim Mantrailen öfters gefrustet wären etc.? Also dass es tatsächlich negative Auswirkungen auf sie hat des öfteren? Das würde mich wirklich nur ganz wertfrei interessieren; ich finde Mantrailing spannend, habe aber genau null Erfahrung damit :)