Beiträge von Czarek

    Kurzer Edit: Im übrigen eignen sich wirklich nur sehr sehr wenige Hunde wirklich für den "Dauereinsatz". Viele Hunde, die als "Therapiehund eingesetzt" werden, laufen den Großteil des Tages nur mit und sind eben alltagstauglicher und treudoofer Begleithund (was er auch sein sollte).

    Es hängt halt ab, was er tun soll. Effektiv "eingesetzt" wird mein Hund pro Woche max. 45-60min (andere fassen ihn an, nehmen ihn hoch, füttern ihn, führen ihn, sprechen mit ihm, er muss Sachen machen wie Lecken oder still liegen usw). Und das reicht ihm. Er hat Spaß dran und ist danach völlig fertig. Als Hundeführer muss man ein seeehr gutes Gespür dafür entwickeln, wie lange es dem Hund Spaß macht und wann der Punkt da ist, dass man abbricht, bevor der Hund abdriftet. Das wird mit der Zeit besser und die Hunde erholen sich mit der Zeit schneller, aber Leute, die richtig im therapeutischen Bereich mit ihren Tieren aktiv arbeiten, haben ja nicht umsonst mindestens 3 Hunde ;)

    Ich hab jetzt nicht alles gelesen, hoffendlich wiederhole ich jetzt nicht was.

    Therapieren kannst du nur mit therapeutischer Ausbildung. Alles andere ist halt nicht mehr oder weniger Therapie als jeder Hund leistet, dem du so begegnest.

    Außerdem musst du für einen zertifizierten Besuchshund keinen Cent bezahlen. Es gibt Vereine, die ehrenamtlich Leute besuchen und gleichzeitig den Hund auf der Arbeit als Besuchshund laufen lassen, das zählt dann auch als Einsatz. Bevor du viel Geld für eine Ausbildung ausgeben und es im Alleingang finanzieren möchtest, informiere dich doch bitte. Organisationen wie die Malteser und der ASB bieten auch Besuchshundedienste an und vor allem ist man gegen alle Eventualitäten versichert.
    Außerdem kannst du bei solchen Vereinen auch hospitieren und dir die Arbeit anschauen, bevor du dich sofort in die Arbeit wirfst und das evtl auch für dich oder den Hund nichts ist.

    Ich habe übrigens mit meinem Hund im Besuchsdienst begonnen, weil ich eine gute Beschäftigungsmöglichkeit für ihn außerhalb des Sports gesucht habe. Ich hab kaum was gemacht und er hat sich nach ein bisschen Training schon sehr gut geeignet. Und weil ich diesen Bereich so super fand und auch bald im Sozialbereich arbeiten werde, wollte ich einen zweiten Hund ausbilden. Ich hab 2 Jahre nach dem "perfekten" erwachsene Hund gesucht, aus gutem Zuhause, mit positiven Erfahrungen und dem perfekten Charakter dafür. Dann hab ich endlich meinen Traumhund gefunden, die Besitzerin hat mir hundert mal versichert, dass er sooo Spaß dran hätte - und nichts da. Der Hund hätte es nie gekonnt oder Spaß dran gehabt. Wer sich in dem Bereich nicht schon ein bisschen betätigt hat, kann auch selbst ganz schwer einschätzen, ob sich der Hund dafür eignet. Ich zumindest würde mir nie wieder einen Hund holen, der die und die Eigenschaften haben soll und den ich mir extra für diesen "Job" holen wil.

    Spoiler anzeigen

    Ich zitiere eine super Band, die genau auf den Punkt trifft, wieso meine Generation heutzutage sooo brav ist (und packe es wegen OT in den Spoiler):

    "Meiner Meinung nach können sich alle Bands verantwortungsvoll in Interviews geben, meine Vorbilder werden sie eh nicht.
    Ich bin 20, einer ganzen Generation geht es ähnlich.
    Pornos, Gruppensex- alles schon mal dagewesen.
    Wir haben Philip Roth 10 Jahre danach gelesen.
    Unsre Eltern kiffen mehr als wir, wie soll man rebellieren? Egal wo wir hinkommen, unsre Eltern warn schon eher hier."

    Im Klartext: die wilde Zeit ist vorbei, heute gibt's nichts neues mehr.

    Ich sehe das genauso, einen femden Hund, der nur kurzzeitig zur Pflege da ist, kann man nicht von jetzt auf gleich umerziehen. Besonders, wenn das Verhaltensmuster so tief sitzt, denn eigentlich akzeptieren Hunde in neuer Umgebung die Regeln ja recht schnell und anstandslos.

    Ich kann die Nachbarn da auch verstehen. Ihr wohnt in einem riesigen Wohnkomplex und da hat immer grad wer Nachtschicht gehabt, ruht sich aus usw. Aber ohne "Ohren zu und durch" kann man das nicht üben (und es liegt ja auch nicht in deinem Aufgabenbereich). Und wenn es ganz dicke kommt und sich so viele Nachbarn beschweren, kann es bei dir auch recht schnell zu Problemen kommen, dass der Hund sofort weg muss oder sogar komplett Hundeverbot erteilt wird.

    Sprich doch mit dem Besitzer drüber. Sag ihm, dass es so nicht weiter geht und der Hund wegen der Probleme nicht da bleiben kann, weil bei dir nun die Ka*** am Dampfen ist. Er als Besitzer muss Verantwortung für das Benehmen seines Hundes tragen und daraus auch die Konsequenzen ziehen. Da brauchst du kein schlechtes Gewissen zu haben... Ich an deiner Stelle wäre echt wütend. Da hat es sich jemand einfach gemacht, den Hund schnell mal paar Tage billig oder ganz umsonst untergebracht. Wenn der Hund solche Probleme macht, kann er nunmal nicht zwischendurch in "normale" Hände, sondern muss ordentlich untergebracht werden in einer Pension oder bei Leuten, die damit umgehen können (oder es keinen stört). Die Person sollte sich dann wirklich freuen, wenn du noch vor Ort alles so klärst, dass es dem Hund weiterhin gut geht.