Ein Züchter denkt nicht in Ausgaben pro Wurf. Man muss im Schnitt schauen, wo man so pi mal Daumen raus kommt. Also anfangs bleibt nichts hängen, man muss viel anschaffen, einiges kann man nochmal benutzen, dann hat man vielleicht einen starken Wurf, wo alle gesund sind, als nächstes dann einen Wurf, wo man viel zum Tierarzt muss oder nur wenige Welpen hat, dann wieder einen problemlosen Wurf, dann hab man vielleicht noch Welpenmilch über und kann die für den nächsten Wurf auch noch benutzen oder Entwurmungsmittel, das mit dem nächsten Wurf nicht abgelaufen ist... Dann braucht man vielleicht doch die teure Aufzuchthilfe, die man seit 3 Würfen nur rumliegen hat und jetzt mal endlich benutzen kann.
Und wenn was über ist, dann steckt man das wieder in die Zucht, verzichtet auf einen Welpenverkauf und behält selbst, kauft einen Hund dazu, vielleicht darf der eigene Rüde auf die Hündin und man spart sich einmalig die Decktaxe.
Dazu baut man Räume aus, tauscht kaputte Dinge aus, schafft neue Spielgeräte an, ersetzt die angeknabberten Stühle oder tapeziert eine Wand neu...
Dann holt man Welpen wieder zurück, päppelt die, behält Welpen länger, dann lässt man da auch ggf was machen (zB persistierende Milchzähne, Nabelbrüche und andere Kleinigkeiten) usw usf.
Plus so Dinge wie Welpen für die Hälfte bei gravierenden Fehlern verkaufen, Nachbesserung, teilweise bis zu Rechtsstreitigkeiten (die Rechtsschutzversicherung ist dringend angeraten und will auch bezahlt werden)
Und da reden wir noch nicht einmal davon, dass die Arbeit, die man da reinsteckt, mit einem Cent vergütet wird...
Und erst recht nicht von der emotionalen Komponente. Also dass man da wirklich sein Herzblut reinsteckt, die kleinen Lebewesen mit Liebe aufzieht, nächtelang wach ist und sich sorgt, dann die passenden Leute sucht, viel Mist erlebt, Welpen auch versterben, Mutterhündinnen vielleicht versterben oder erkranken und man auch so manche Enttäuschung vonseiten einiger Käufer hat... Das ist ja gar nicht eingepreist. Sowas kann man gar nicht mit Geld aufwiegen. Sowohl die positiven wie die negativen Dinge.
In der Pferdezucht lebt man ja auch nicht von Fohlen zu Fohlen und geht pleite, wenn eine Saison schlecht geht.
Klar ist das cool, wenn innerhalb von 2 Wochen alle Welpen ausziehen und man bekommt das Geld dafür. Wenn man ausblenden kann, was davor alles ausgegeben wurde, welches Polster man sich davor zusammengespart hat etc, dann sieht das aus, als hätte man richtig Kohle gemacht. Aber Einnahmen ist ja nicht gleich Nettoverdienst.
Deswegen sage ich ja, es muss einfach zwischen Züchter und Käufer stimmen. Da gehört auch das Finanzielle zu, aber am Ende sind die paar 100Euro mehr oder weniger auf das Hundeleben nicht relevant und ich persönlich würde meine Entscheidung davon nicht abhängig machen.