Ich finde es sehr bedenklich. Vor 6 Jahren hab ich mir auch einfach einen Welpen irgendwo hergeholt. Zu viel Geld auf den Tisch gelegt, mitgenommen.
Meine Kleine war natürlich auch ungechipt, ungeimpft und unkastriert, wahrscheinlich auch jünger als 9 Wochen.
Erstmal musste das also nachgeholt werden, auch noch schön in einem Rutsch. Seit diesem Moment hat mein Hund sehr großen Stress beim Tierarzt. Er kannte das vorher nicht, dann auch noch die volle Dröhnung, seitdem ist es vorbei.
Nimm den Hund nicht ohne Chip, Entwurmung und Impfung. Und schon gar nicht für das Geld!
Bei mir kommen beide Rasseaspekte sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht raus. Ich habe dauernd Angst um ihre überexprimierten Augen. Außerdem hat sie ganz rassetypisch Patellaluxation. Wir beide lieben Agility und haben Preise gewonnen, aber wir haben es sein lassen mit dem Sport, der Gesundheit wegen. Das tut mir so leid. Hätte ich mir einen Hund geholt, der von der Grundstatur gesünder ist und wo die Eltern sowie Großeltern untersucht sind, dann wären mein Hund und ich vielleicht sehr glücklich im Agi unterwegs. So muss ich sie Treppen tragen, ins Auto tragen, durch zu hohes Gras tragen, habe immer Augensalbe und was zum Ausspülen dabei und sammle Geld für die Knieop, die irgendwann wohl kommen muss.
Ich finde richtig schlimm, dass mein Hund so unter ihrer Disposition leidet. Hätte ich mir mal einen Rassehund geholt, bei dem Wert drauf gelegt worden wäre.
Vom Charakter her ist sie schon ein Kracher. Stur ohne Ende, wenig kuschelig, Null Jagdtrieb. Ich wollte eigentlich eine kleine Schmusebacke, die ruhig ist und wenig Gassi muss. Tja, nun hab ich halt das Gegenteil, mein Hund muss was tun.
Ich merke aber gerade in Bezug auf meine zweite Hündin, dass bei ihr echt viel verpasst wurde.
Nein, Toben und spielen auf dem Bauernhof reicht nicht aus. Die Hunde müssen auch mal raus fahren, Autofahren üben, andere Menschen und Tiere kennenlernen, in der Stadt den Trubel kennenlernen, kleine Kinder, alte Menschen, Fremde, andere Umgebungen, Flatterzeug, unterschiedliche Bodengründe, Räume usw usf. Eine Sandmuschel reicht nicht aus!
Eine gute Sozialisation macht aus deinem Hund (neben der Verpaarung) einen selbstsicheren souveränen Hund, der in unserer Welt gut klar kommt und ein guter Begleiter wird. Bzw. Es legt den Grundstein dafür. Und glaub mir, ich hab hier den Unterschied sitzen und den merkt man.
Außerdem finde ich total schade, dass ich nicht weiß, wo die Geschwister sind, wie es ihnen geht, ob es ihnen gut geht... Klar, der erstbeste, der damals das Geld auf den Tisch gelegt hat, durfte sich einen aussuchen. Und heute? Würde deine Bekannte bei Probleme einen Hund zurück nehmen und ihn evtl vielleicht sogar als unvermittelbar behalten?
Also zusammengefasst: Gesundheitlich völlig unklar, von der Aufzucht her mit vielen Abzügen, zu teuer für die "Leistung"und, den zukünftigen Charakter kann dir niemand nennen und: was soll das heißen, das sind nicht die ersten Welpen, die deine Freundin aufzieht?
Willst du wirklich deiner Bekannten für so eine Aktion, mit der sie immer wieder das Risiko eingeht kranke Tiere zu produzieren und Geld zu kassieren, auch noch dabei helfen ihre Welpen loszuwerden?
Ganz ehrlich, ich liebe meinen Hund. Aber ich werde mir nie wieder von der erstbesten Bekannten einen Hund holen.