Großer "Rückschritt". Ich könnte mich selbst Ohrfeigen.
Wir wohnen in zweiter Baureihe und müssen, um vom Haus wegzukommen an vier Häusern vorbei. Es gibt keinen anderen Weg als diese Zufahrt. Und dort spielen gerne die Nachbarskinder. Wir wohnen noch nicht sehr lange hier.
Vorhin standen dort zwei Jungs (7&8) mitten im Weg. Ich habe Balou locker gelassen und bin zuversichtlich mit so viel Abstand wie möglich auf die Jungs zugegangen. Balou war aufgeregt. Da hätte ich umdrehen sollen.
Als die Jungs zu uns guckten, bellte Balou aus vollem Halse los und sprang in die Leine. Der eine Junge ist hingefallen und dann sind beide kopflos Richtung Haus gerannt. Auf meine Frage, ob er sich was getan hat, kam keine Antwort.
Also bin ich erst die Abendrunde gegangen. Es kam eine Menschengruppe auf uns zu und Balou wollte direkt sein neu gewonnenes Selbstvertrauen vertiefen und fing an zu fixieren und versteifte sich. Ich habe den Quietscheball gezückt und abgelenkt. Wir sind gut dran vorbeigekommen.
Nach der Runde habe ich ihn erst mal ins Haus gelassen und bin zu den Nachbarn rüber. Sie waren sehr verständnisvoll und sagten, es wäre nicht so schlimm mit dem Knie. Der Kleine hat jetzt aber durchaus Respekt und die zwei Jungs haben sich vorgenommen, ab jetzt Balou anzubrüllen, was die Mutter sofort verboten hat...
Ich habe dann erklärt, dass Balou andere Menschen einfach nicht mag und deshalb ab und zu bellt und dass es mir leid tut. Dass die Kinder ab und zu über unser Grundstück laufen und auch vor dem Haus bellen und Balou sie deshalb nicht so gern leiden kann. Tja...
Ich befürchte, dass die Jungs noch nerven werden und dass ich morgen das Training wieder vertiefen kann. Verdammt.
Beiträge von Juliaundbalou
-
-
-
Bemerkenswerter Satz im Kontext heute:
Von hinten kam ein Auto auf der Feldstraße, wo wir unterwegs waren, also bin ich mit Balou auf den Rasenstreifen ausgewichen und er hat sich gesetzt und auf sein Leckerli gewartet. Dabei wurde ich angehimmelt, als wäre ich eine (Leckerli-) Göttin.
Von hinten kam ein Radfahrer, den Balou nicht bemerkte. Weil er momentan Menschen eher selten anpöbelt und sie meist ignoriert, war ich zuversichtlich. Und ja - er nahm mein Leckerli und ging brav mit mir weiter, während der Radfahrer dicht an uns vorbeifuhr.
Dieser meinte: "Na das ist ja mal ein Lieber!"Wenn der wüsste...

...wie viel Arbeit und Nerven das gekostet hat ihn so weit zu bringen; dass Balou ganz und gar nicht lieb ist, sondern nur so lange er ignoriert wird; dass ein Sitz nichts mit liebsein zu tun hat und sein Frauchen mit leuchtenden Augen anzuschauen schon gar nicht. Hätte er gesagt: "Na der ist ja gut erzogen!" hätte ich wohl eher zugestimmt. Trotzdem hört man sowas ja gern :)
-
@FairytaleFenja das ist auch schwer. Wenn ich den Rüden meiner Eltern sehe, knuddel ich ihn auch immer durch, weil er das so sehr mag.
Aber wenn der eigene Hund ständig nur beschwichtigt, fällt es einem nicht mehr sehr schwer, ihm seine Ruhe zu geben, die er braucht. -
@Theobroma wir sind jeden Tag mindestens einmal im Wald und zu dem einen Feld hin müssen wir auch ein kurzes Stück durch den Wald, also ein bis zweimal am Tag.
Ich habe das Gefühl, dass es dort für ihn am unverständlichsten ist, dass er nicht zu dem Hund darf.
Vorhin hatten wir eine schöne Runde :) er war gut Leinenführig und hat super auf mich geachtet.
Ich probiere momentan aus, ihn nur wenn nötig anzusprechen und das meiste über Sichtzeichen (die er immer parallel gelernt hatte) zu regeln. Klappt super und er ist richtig müde nach so einem Spaziergang
Menschen gegenüber ist er auch sehr angenehm, er schaut mich im Fuß oder zumindest dicht bei mir gehend an und ignoriert sie einfach. Herrlich.
Nur wenn ich direkt angesprochen werde, wufft er böse. Damit könnte ich sogar leben.Ansonsten gibt es nicht viel Neues bei uns. Balou will noch weniger angefasst werden und wird merklich erwachsener.
Ich muss wohl damit leben, dass es für ihn großen Stress bedeutet, gestreichelt zu werden. Am Tag fasse ich ihn vielleicht drei Minuten an und das nur, wenn er es "genießt". Den Bauch lässt er sich gern massieren, wenn ihm übel ist und mal das Ohr kratzen, dazu bin ich gut genug
-
Ja, genau das ist das Problem bei mir.
Balou hört super auf mich, der Schwiegerpapa (und wenn ich ehrlich bin, die gesamte Schwiegerfamilie) aber nicht.
Wenn er auf seinem Platz liegt, wird er dort halt vollgequatscht und das reicht halt bei uns. Anstarren und quatschen, da muss nicht mal jemand versuchen, ihn anzufassen. Danach findet Balou jeden Menschen scheiße und pöbelt wochenlang jeden an, fixiert und hängt in der Leine.
Da nehme ich ein angespanntes Verhältnis zur Schwiegerfamilie in Kauf, damit ich einen angenehmen Alltag mit Hund haben kann. Erst seit kurzem steht mir mein Mann auch bei dem Thema zur Seite, vorher stand ich immer allein da, was es nicht einfacher machte. Ich werde der Schwiegerfamilie noch ein einziges Mal erklären, was sie mit ihrem Verhalten auslöst und hoffe, dass sie dann akzeptiert, dass sie den Hund nie wieder zu Gesicht bekommen wird, weil sie immer und immer wieder meine Bitten und Erklärungen ignoriert.Momentan pöbelt Balou ja echt selten. Vorhin wurde ich aus einem Auto raus angesprochen. Sowas kann er zum Beispiel gar nicht ab, da wurde auch böse gewufft. Das stört mich aber nicht so sehr, wenn er sich ansonsten benimmt und nicht steif und mit Bürste da steht.
Balou ist ja auch an sich ein freundlicher Hund, der nur keinen Kontakt will und deshalb aus Unsicherheit heraus so reagiert. Das finde ich da schon ganz angenehm zu handeln, auch an einem schlechten Tag. Er hat noch nie geschnappt (außer aus Schmerzen) und stellt deswegen einfach keine Gefahr in dem Sinne dar.
-
Wir können auch Fortschritte verzeichnen. Wir kommen an Menschen echt toll vorbei, ganz selten Mal wird gebellt oder stark fixiert. Das passiert meistens, wenn die Leute ihn zu stark beachten oder aus dem nichts gekommen sind. Meistens geht Balou aber brav im Fuß vorbei und kassiert Lob.
Zu Hause will er jetzt noch weniger angefasst werden. Eine Zeit lang ist er ja zu mir ins Bett gekommen für ein paar Minuten am Tag oder hat sich so an mein Bein gelegt. Jetzt hat er sofort Stress, wenn wir ihn berühren und gähnt ganz viel, leckt über die Nase und schaut weg. Da waren wir mal weiter. Aber weil er wohl nie ein Schmusehund sein wird, ist das schon ok.
Nur doof, dass andere Menschen das nicht glauben wollen und ihn berühren wollen (Passanten eher nicht, aber Gäste). Ich habe schon einen halben Streit mit meinem Schwiegervater deswegen. Balou ist jetzt immer im OG weggesperrt, wenn er kommt, weil er Balou partout nicht in Ruhe lassen kann. Das nimmt er persönlich und glaubt nicht, dass er jedes Mal wochenlanges Training auslöst, wenn er eine halbe Stunde zu Besuch war. -
Ich warte echt auf den Tag, an dem Balou mit tausenden Metern Abstand im Wald Hunde vorbeilassen kann, ohne wild pöbelnd in die Leine zu springen.
Im Ort geht er traumhaft an Hunden vorbei, die hinter ihren Zäunen kläffen, auf der anderen Straßenseite sind, ein paar Meter entfernt am Feld laufen... Gut, am Feld nehmen wir sehr viel Abstand und gehen teilweise im Feld, weil es zu eng wäre. Aber fünf Meter Abstand finde ich nicht soooo viel für einen Hund, der jeden Hund liebt.
Im Wald geht gar nix. Ich weiß auch nicht, wie ich das üben soll. -
@kridog sorry, aber das klingt ziemlich normal

-