Beiträge von Avocado

    Hallo!

    Da wir ja seit 3Monaten einen Zweithund haben fällt mir jetzt erst auf wie sonderlich sich meine Hündin benimmt.

    Ziva ist im Februar 2 Jahre alt und woher sie kommt oder was in ihr drinnen steckt weiss ich nicht bzw. kann ich nur mutmaßen. da sie mit 7 anderen vor einem Hundehotel angeblich ausgesetzt wurde aber die Besitzerin zuuuufällig Chihuahua, Russkyi und Pinscher und weiss Gott noch was züchtete, denke ich dass Ziva ein Welpe war der "hoppala" war. damals war sie ca. 3,5Monate alt.
    Sie war von Anfang an panisch wenn Hunde bellten und ängstlich Menschen gegenüber. Das habe ich auf die fehlende Prägung geführt.

    Ziva zeigt sehr viele komische Verhaltensweisen, welche ich nicht wirklich zuordnen kann und deren komische Art mir eben erst nach dem Umzug des Welpi - da mein erster Welpi mit normaler, geregelter Vergangenheit - auffiel.

    Ziva verträgt es nicht wenn "ihre Familie" nicht beisammen ist. sie weiss dann nicht bei wem sie jetzt lieber liegen soll und pendelt ununterbrochen zwischen den Räumen hin und her.
    wenn mein Freund zur Arbeit geht am frühen Morgen ist das OK, wenn er aber zB am Nachmittag für 2 Stunden weggeht versteht sie das nicht und sitzt vor der Tür, starrt diese dauernd an und jammert.

    wir fahren seit nunmehr 1Jahr fast jedes Wochenende zu meinem Freund hin und Sonntags wieder zurück. sie kennt Auto fahren, es heisst für die Hunde immer was tolles. die Hunde sind auf der Rückbank. Welpi rollt sich zusammen und pennt, Ziva MUSS zwischen den Vordersitzen durchgucken, auch 7 Stunden am Stück. das wäre an sich nicht so schlimm. nur Schreit sie regelrecht. und das IMMER die erste Fahrtstunde. sie Kreischt, Bellt, Jault, Fiept, usw. durchgehend. und die restliche Fahrt hechelt sie als ob sie gleich einen Herzkasper bekommen würde.
    fahren wir mit einem Beifahrer liegt sie und pennt. egal ob dieser mein Freund, meine Mama oder sonstwer ist.

    wir gehen jeden Tag an derselben Mülltonne vorbei. an 9 Tagen ist ihr das egal, am 10. Tag bekommt sie Panik vor der Mülltonne und würde am Liebsten fliehen. dasselbe mit der Strassenbahn die bei uns quasi vor der Tür fährt, seit 1 Jahr.

    sie hat eine panische Angst vor Orten wo mehrere Hunde sich aufhalten, so schlimm, dass ich mit ihr nichtmal aussen an einer Hundezone vorbei gehen kann ohne dass sie unansprechbar wird.

    genau, in ihrer Panik kann ich sie nicht ansprechen. sie hat dann starre, aufgerissene Augen und steht stocksteif da, so als wäre sie garnicht mehr bei Sinnen. Leckerlies, Spielie (sogar der Ball - Balljunkie) sind da komplett egal.

    sie "hinterfragt" jedes Kommando auf eine sehr komische Art. zB sagt man ihr sie solle weg aus dem Bett, geht sie nicht weg sondern rennt in die Ecke vom Bett, weiss dass es Konsequenzen hat (sie wird aus dem Bett befördert). dennoch bleibt sie da, klappt die Ohren nach hinten und zittert. es ist so als ob sie irgendwie wissen würde es gibt gleich Ärger wenn ich das mache, macht es aber dennoch. dieselbe Situation hatten wir ja seit Einzug des Welpen. sie hat die Regel Welpe in Ruhe lassen schnell kapiert, musste dennoch auf ihn drauf um dann beschwichtigend und zitternd in einer Ecke zu kauern.

    wenn sich etwas im Tagesablauf ändert ist sie mehr als verwirrt. man merkt wirklich sie kann das grad nicht einordnen. zB wenn im Büro ihr Körbchen anderswo steht. oder wenn mein Chef auch am Nachmittag da ist. oder wenn ein neuer Arbeitskollege da ist. Welpi guckt, aha, und pennt. Ziva kauert zitternd in ihrem Körbchen und starrt mit aufgerissenen Augen die Wand an. oder sie ist dauernd unruhig und winselt und jault (und das auch Stundenlang wenn ich sie nicht stoppe)

    sie hat eine quasi nicht vorhandene Zündschnur bei anderen Hunden. sie droht und in der Sekunde drauf hängt sie dem Hund an der Lefze. teils wegen übertriebenen Sachen a la "du gehst grad zu nahe an mir vorbei".

    Konzentration halten geht bei ihr kaum. jeder Grashalm der quer steht bringt sie aus dem Konzept. ich weiss nicht ob ihr Monk kennt, wenn jemand mit ihm redet und er eine Fussel sieht zB. so in etwa kann man sich das bei Ziva vorstellen.

    sie kommt in fremden Umgebungen überhaupt nicht zur Ruhe. es hat ca. 6Monate gedauert bis sie bei meinem Freund schlafen konnte. sonst war sie immer auf der Lauer. geht man mit ihr in ein Cafe zB ist es dasselbe. sie steht dauernd angespannt in der Gegend rum, Ohren gespitzt und zittert. nur wenn sie bei mir schlafen kann mit Körperkontakt, UNTER einer Decke kann sie auch in Fremden Umgebungen wirklich zur Ruhe kommen.

    ich dachte ich bringe etwas Ruhe und Normalität in den Hund indem ich mit ihr anfange zu arbeiten. also haben wir uns für die BH Vorbereitung eingeschrieben. am Samstag hatten wir Einzeltraining und da fielen auch dem Trainer einige Sachen bei Ziva auf, aber eben vor Allem dass es für sie schier unmöglich ist sich auf eine Sache zu konzentrieren. sogar seine Stimme wenn er einen Richtungswechsel ansagte brachte sie so sehr aus dem Konzept dass sie irgendwie vergaß was sie gerade machen wollte und anfing rumzuschnüffeln. letztens war es ein bellender Hund beim Agi der sie dazu brachte dass sie aufsprang, Rute eingezogen, Ohren nach hinten und gezittere.
    dann fuhr ein Auto auf der ca. 300m entfernten Strasse. wieder raus aus dem Konzept. und das obwohl wir mitten in Wien wohnen und eine 5spurige Strasse vor meinem Fenster verläuft, sie also dauernd Autos hört.


    weiss jemand WAS sie wohl haben könnte?

    achja, sie ist (noch) unkastriert und klinisch gesund.
    ein Schilddrüsenprofil wollte ich machen lassen (da sie ja das 3-4fache an der empfohlenen tagesmenge fressen muss um nicht abzumagern) aber der TA meinte dass eine SDÜ bei Hunden soo extrem selten sei und dass Ziva ihm nicht so aussehen würde.

    Da meine Familie noch 500, bald 800km weit entfernt lebt, fahre ich Weihnachten immer hin. Da besuchen wir dann so ziemlich alle nahen Verwandten und legen mindestens 3kg zu :D
    Heiligabend verbringen wir mit meinen Eltern und meiner Oma daheim und essen gemeinsam. Mit Oma backe ich Kuchen und Plätzchen.

    Silvester habe ich seit 7Jahren nicht mehr wirklich gefeiert. Wir sind da meist bei der Familie und trinken ein Gläschen Sekt, schauen meist alte Filme im TV und gehen dann schlafen.
    Geballert wird ziemlich viel in der Nachbarschaft. Die Hunde meiner Eltern finden es solala. Hannah sieht man dann zwei Tage nicht mehr. Die Jungs bellen durchgehend. Ziva ist komischerweise "schussfest" und den kleinen interessiert sowas auch nicht.
    Unser alter Hund musste Silvester immer eine Beruhigungstablette bekommen. In meiner Heimat wird so ab Weihnachten sehr sehr viel geballert und es geht auch noch in der ersten Jännerwoche weiter :dagegen:

    wir hatten heute Einzeltraining mit Ziva. wir werden die BH dieses Jahr eh nicht mitlaufen, finde es aber dennoch nett dass sich Zeit für uns genommen wird.
    der Trainer hat sich Zivas Verhalten mal genau angeguckt und mir bestätigt dass das ein harter Weg wird bzw. nicht sicher ist ob das je was wird wenn sie so bleibt. naja. ich hab es mir vorgenommen und gebe uns mal ein Jahr. sie ist viel zu unsicher und schnell abgelenkt, am Platz nebenan hat jemand etwas deutlicher seinen Hund ins Platz beordert, da hat sie schon die Ohren nach hinten gekippt und war nicht mehr ansprechbar. letztes Mal war es ein Kläffer bei Agi, heute einer in einer Autobox, die sie von jetzt auf nu ausm Konzept gebracht haben.
    Tipps habe ich bekommen, aber leider nix dabei was uns neu wäre. wir werden einfach so weiter machen und abwarten...mehr konnte der Trainer auch nicht raten. leider ist Ziva halt so ein Nervenwrack dass damit kaum was anzufangen ist.

    dafür wurde das Hecci Baby heute von allen Seiten gelobt :D
    ich muss aufhören ihn Baby zu nennen, er ist gestern 5Monate geworden und schon leicht pubertär unterwegs :D uuuuund *Trommelwirbel* der Beutetrieb entwickelt sich langsam!!!!

    ich weiss auch nicht ob es Sinn macht mit Ziva zu trainieren. im Alltag ist sie ja ganz ok, lässt sich zwecks Jagen super kontrollieren und kann eigentlich überall frei laufen. ob sie wohl als "nur" Mitläufer nicht glücklicher wäre?

    andererseits hab ich dann eine Art schlechtes Gewissen weil ich mit Hecci so gerne trainiere. der Hund macht aber auch wirklich gerne mit. so macht auch mir das Training mit ihm Spass. und so entsteht der Teufelskreis...

    Also ich freue mich wenn die Studienzeit endlich um ist (heute die allerletzte Prüfung). Vollzeit Arbeiten, 2 Hunde und bis spät Nachts lernen. Nie wieder :hurra:


    Der Job ist doch nicht alles im Leben. Auch wenn man 9 Stunden weg ist bleibt ja immernoch was vom Tag über. Ob man da auf der Couch rumlungert oder Hobbies nachgeht liegt ja an jedem selber.
    Mir wurde auch daheim vorgelebt dass man für sein Geld/ für den "Luxus" Hund/Auto/Haus, usw halt arbeiten muss und punkt. Ich kann auch die Mentalität von so manchem nicht verstehen der sich garnicht um einen Arbeitsplatz bemüht (hab da so ein tolles Beispiel im Bekanntenkreis).

    Ganz ehrlich - als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe konnte ich mir auch nicht vorstellen was man so braucht zum Leben und je länger als 20 Stunden zu arbeiten. Wieso auch? Ich zahlte keine Miete, nix. Mit 19 bin ich dann ausgewandert und stand so ziemlich alleine mitten im Leben. Ein Jahr ging es sich aus mit dem Geld das mir meine Oma zum Abi schenkte. Danach stand ich da, im 3. Semester und wegen doofer Ausländerbeschäftigungsvorschriften derweil auch ohne Job. Wäre ich daheim geblieben hätte ich sorglos studieren können, Master und Zweitstudiun dranhängen und wär mit einem 20 Stunden Job gut über die Runden gekommen. Auch mit Hunden und Auto.

    Und wenn ich dann alte Schulkolleginnen treffe die mit Mann im Zubau zum Elternhaus leben, vom Papa geschenktes Auto fahren und von Mutter bekocht werden, die mich dann drüber aufklären dass ich ja wohl was falsch mache wenn ich mir nichtmal teure Klamotten leisten kann wo ich doch VZ arbeite. Man selbst kauft sich aus dem TZ Gehalt nur das Beste und das geht ja auch. dann rege ich micj natürlich auf.
    Bei uns sind Kinder geplant und das ist noch ein Grund mehr für mich VZ zu arbeiten und Rücklagen zu bilden. Nach der Karenz könnte ich mir vorstellen einige Zeit nur 25-30 Stunden zu arbeiten, wenn dies sich finanziell ausgeht.

    Wegen der Hunde weniger zu arbeiten könnte ich mir nicht vorstellen.

    Also Hecci habe ich mit 8 Wochen geholt. Zwei seiner Geschwister zogen schon mit 7 Wochen aus (in dem Herkunftsland eher üblich)
    Er ist im Haus aufgewachsen und mit Mama+Geschwistern ca. ab der 5. Woche nach draussen in den Zwinger gewandert.
    Er kannte keine Autofahrten, keine Stadtausflüge, kein Bällebad, nur die Besucher, Tierarzt, Nachbarn, usw.

    Mit 8 Wochen zog der Welpe mitten in die Stadt. Er ging dennoch neugierig und fröhlich durch die Welt - hallo hier bin ich und ich bin toll. Autofahren? Boaaaah wie toll. Leine? Mir egal, mag die Welt erkunden. Menschen/Hunde/Kinder/Mülltonnen - alles voll spannend.

    Ich glaube nicht dass es ihm geschadet hat mit 8 Wochen weggegeben zu werden. Genauso wie ich nicht denke dass es ihm geschadet hat manche Sachen erst bei mir kennenzulernen. Letztendlich forme ich den Welpen so dass er in meinen Alltag passt. Jeder hat da andere Prioritäten. Wie sollte ein Züchter das alles berücksichtigen können? Einer mag vielleicht in den Sport, ein anderer Hund soll aufs Haus aufpassen und der dritte einfach nur dabei sein. Das kann doch ein Züchter nicht wissen.