achtung, langer Text.
ich habe die letzten 2 Wochen eigentlich ein dauerndes Hecci Tief gehabt. habe mich um jeden Erfolg zigfach gefreut, dennoch hat mich dann sofort das nächste Tief eingeholt.
ich liebe diesen Hund, aber der bisherige Weg ist in meinen Augen nichts für uns. eigentlich wollte ich das Training mindestens 6 Monate durch ziehen, ich habe aber den Eindruck es hat die Situation draussen nur verschlimmert. drinnen habe ich einen sehr relaxten Hund der nichts mehr zerstört hat seit Monaten. draussen habe ich einen Berserker.
er hat mich vor 2 Wochen an der Schlepp von den Beinen geholt, dabei habe ich mir die Schulter gezerrt und seit dann plagen mich starke Rückenschmerzen. jedes Gassi verursacht Rückenweh. ich habe Tage da treibt mir der Rückenschmerz die Tränen in die Augen und ich muss 3 Tabletten nehmen. ich habe deswegen in letzter Zeit kaum mehr Freude daran gefunden mit meinem Hund spazieren zu gehen. was sich natürlich darauf ausgewirkt hat dass er draussen noch stärker gezogen hat. ob Geschirr, breites Halsband oder Kette, das war egal, Hauptsache vollgas.
der Ansatz nach dem wir arbeiten sollten - Leinenorientierung aufbauen über Leinenruck. war ihm nach 2 Wochen egal das ganze und ich konnte rucken und zerren soviel ich wollte. da ich nicht mehr clickern, tricksen, üben durfte, hat sich mein Hund komplett von mir distanziert. ich habe draussen quasi garnicht existiert, bzw. doch, eben als Anker an der Leine den man hinterher zerren muss.
ich saß mal wieder fertig mit den Nerven da und wusste nicht weiter. wie kann dieser Hund der in der Wohnung so ein Traumhund ist, draussen so irre werden? ich gebe es zu, unsere Beziehung ist angeknackst. wenn jedes Gassi einfach nurmehr gezerre, gehüpfe, durchdrehen heisst meidet man lange Spaziergänge.
gestern war ich bei uns am Hundeplatz um paar Fotos zu machen. draussen war es rutschig und ich wollte noch schnell mit den Hunden pipi gehen. mit Hecci keine Chance. er hat mich - die fast 50kg mehr wiege als er - einfach hinterher geschliffen, ich hatte Armschmerzen, Rückenweh, er röchelte und zerrt einfach. weil am Platz, 50m weiter, 2 Hunde waren. das war der Punkt als ich für mich beschlossen habe dass es so nicht weiter geht. ich habe mit den Leuten geredet und ab nächsten Samstag stehen wir wieder am Platz. nicht zur Unterordnung, nein. wir stehen bzw sitzen und gucken zu wie andere Trainieren. mit der Futterration für den Tag und dem Clicker bewaffnet.
heute früh bin ich mit den zweien in den Wald gefahren, noch unschlüssig wie es weiter gehen soll. Hecci hat mich auf dem eisigen Boden rumgezerrt, ich wäre 2 Mal fast auf die Schnauze geflogen, habe wieder Rückenweh. ich habe ihn an einen Baum gebunden und paar Fotos von Ziva geschossen. als ich mich umgedreht und seinen Blick gesehen habe wusste ich was ihm fehlt. dieser Hund bekam die letzten Wochen von mir keinerlei Zuwendung, keinerlei Lob. die Devise hiess Distanz schafft Nähe. dieser sensible Hund will aber meine Zuneigung. er will Nähe, er braucht die Ansprache. also habe ich ihn geholt, von weitem sah ich Hunde kommen. ich fragte ihn "wo ist der Hund?" und er saß da und guckte zu mir - so wie wir es geübt hatten vor paar Monaten. mit Leckerchen ging es dass der Hund in keinen 10m Abstand vorbei ging. Hecci guckte interessiert, blieb aber sitzen.
heute Nachmittag habe ich Schleppleine und Geschirr eingepackt und wir sind auf eine große Wiese gefahren. da habe ich mit Hecci und seiner Beisswurst gespielt. seit fast 2 Monaten habe ich diesen Hund nicht mehr so "grinsen" gesehen. er hatte so einen Spaß, wollte mit mir spielen, rannte, schlug Haken, hüpfte, wälzte sich. obwohl Leute am Weg neben der Wiese unterwegs waren. obwohl Autos auf der Strasse fuhren und obwohl die Rehe langsam schlafen gingen. er blieb bei mir und spielte mit mir. mit extremer Freude und Spaß an der Sache.
dieses Erlebnis hat mir gereicht. wir werden wieder den alten Weg einschlagen und clickern und schön füttern. ich werde wieder mit Hecci spielen, ihn wieder rennen lassen und wieder mit ihm gemeinsam auf Entdeckungstour gehen.