Beiträge von pardalisa

    Ja, das stimmt. Da gab es in den letzten Jahrzehnten einen ganz großen Umschwung in der Einstellung zu Hunden, denn heute ist vor allem der allzeit freundliche Begleiter gewünscht, um in einer zunehmend engen Umwelt möglichst wenig anzuecken.. Früher war "beschützt seinen Herrn und bewacht dessen Eigentum" das allergrößte Lob, was über eine Rasse gesagt werden konnte, egal welche.Das mutet heute recht eigenartig an, wenn man ältere Hundebücher liest und diese Aussage sogar bei kleinen Begleithunderassen findet. Da heißt es dann zB "trotz seiner geringen Größe ist der XX sehr mutig und verteidigt im Ernstfall usw".

    Nicht, dass ich in diese Zeit zurückkehren wollen würde (... allein schon, was die Rechte von Frauen und die Toleranz gegenüber Minderheiten angeht, finde ich es heute um Längen besser – wenn auch noch nicht ideal), aber es ist manchmal schon ein bisschen erfrischend, wenn man gerade am Feld steht, leise vor sich hinflucht, weil der knapp vierzehnjährige Hund in einem Anfall von Alterssdemenz vergessen hat, dass man in der Nähe robbende und quietschende Kleinkinder nicht mit Todesblicken durchbohren und fixieren darf, man ihn daran erinnert –

    ... und eine alte Dame heiter und aufgeräumt von ihrer Sitzbank die Diskussion zwischen Hund und Halter beobachtet und dann sagt: "Mein Hund war früher auch so! Der konnte Kinder nicht leiden, hat die Nachbarsbengel vom Hof gejagt, wenn sie über den Zaun geklettert waren, und einem hat er dabei mal ein Loch in die gute Hose gerissen. Der Junge hatte einen Ärger mit seinen Eltern, das weiß ich heute noch." xD

    Der Mann: "Oh okay, trotzdem gut"

    xD War der Mann schon älter?

    Ich hab' das hier ab und zu mit älteren Menschen aus dem Seniorenwohnheim in der Nähe, die am Feldrand einen kleinen Spaziergang (bis zur ersten Sitzbank und zurück ;) ) machen, dass ich angesprochen werde, dass meine Hunde "aber gut abgerichtet sind", wenn sie am Wegrand 'Sitz' machen und wir die Senioren passieren lassen.

    Die ersten paar Male hab' ich bei der Wortwahl vermutlich ziemlich verdutzt geguckt, aber die meinen das aufrichtig als Kompliment. :smile: Und in der Generation scheint eine gewisse 'Griffigkeit'/'Aggression' auch irgendwie noch zum Hund dazuzugehören – wenn ich gefragt werde, ob ich keine Angst habe, als Frau abends alleine am Waldrand spazieren zu gehen und antworte, dass die Hunde schon auf mich achten würden, kommt von den älteren Herrschaften häufig ein "Ja, so soll's auch sein!" (Gerne gefolgt von einem "Wir hatten damals auf dem Hof auch einen ganz tollen Wachhund..." – sehr sympatische Begegnungen also insgesamt.)

    Ich geb's auf. :muede:

    Kauf dir ruhig den Aussie ohne Papiere, lass' ihn erwachsen werden, stell fest, warum beim seriösen Züchter mit Papieren nur wesensfeste, gesunde Hunde in die Zucht gehen, schlag' dich eine Weile mit den rassetypischen Eigenschaften herum (Artgenossen-Unverträglichkeit, Schutztrieb, niedrige Reizschwelle, etc.), mach' die Erfahrung, dass all das bei einem Hund aus unkontrollierter Zucht heftiger und schwerer zu lenken auftreten kann, lass' dazu, wenn's doof läuft, noch eine absolut vermeidbare, erbliche Krankheit kommen – die Nerven, den Stress und die Kosten, die das von dir fordern wird, kannst du dann unter "Lehrgeld" verbuchen.

    Wenn's richtig übel ausgeht, beißt er ein Besuchskind (einer der Top-5-Gründe, warum unüberlegt angeschaffte Hunde bei "Aussie in Not" in der Vermittlung landen) – und dann muss er natürlich weg. Aber dann beschwer' dich bitte hinterher auch nicht, dass du das nicht hättest wissen können und all das völlig unvorhersehbar kam, weil irgendein Buch gesagt hat, dass das ein ganz toller Hund für beratungsresitente Anfänger ist. Wer mir bei solchem Dummfug am meisten Leid tut, ist der Hund, der's ausbaden muss. Echt schade.

    Ist ein Preis von 850 EUR (reinrassig, aber ohne Papiere) gerechtfertigt?
    1) Auf was muss ich beim Kauf besonders achten?
    2) Brauche ich einen Kaufvertrag?
    3) Kann ich auch einen Rüden nehmen, wenn in der Nachbarschaft schon ein Labrador-Rüde ist?
    4) Gibt es Krankheiten, die man erkennen kann? Oder kann man eine Probezeit vereinbaren?

    Ein Preis von 850€ ist für einen Hund ohne Papiere nicht gerechtfertigt. Und wie hier schon x-mal erwähnt: Überlegt euch bitte sehr, sehr gut, ob ihr aus so einer 'Quelle' einen Hund kaufen wollt und bereit seid, die in Zukunft wahrscheinlichen Probleme dann mit professioneller Hilfe (Trainer, teure Einzelstunden) anzugehen und in eurem Alltag große Kompromisse zu machen.

    Zu dem Rest:
    1) Dazu gibt's im Internet und auch im Forum schöne Checklisten, einfach mal Google oder die Forumssuche bemühen.
    2) Ja.
    3) Ja.
    4) Es gibt offensichtliche, mit bloßem Auge erkennbare Krankheiten und es gibt genetische Defekte, die man nicht sehen kann und die teilweise auch erst viel später Folgen haben (z.B. Augenerkrankungen, bei denen der Hund dann mit drei bis vier Jahren blind wird – gerade bei Hütehunden ein heißes Thema). Der einzig sinnvolle Weg, sowas beim eigenen Hund zu vermeiden und solches Hundeleid nicht zu unterstützen ist der Gang zum seriösen, im Verband organisierten Züchter. Der testet seine Hunde auf sowas nämlich und kann anhand der Papiere auch nachweisen, dass auch die Eltern, Großeltern und weitere Verwandschaft frei von solchen Krankheiten ist.

    Gibt es wohl auch Tiere, mit denen man nicht clickern kann???
    Grad lief die Vorschau für Hund-Katze-Maus, da machen die Clickertraining mit Aquariumsfischen...

    Bei Schlangen, Fröschen oder Fledermäusen z.B. stelle ich mir Clickern schwierig vor, weil da ja das Gehör ganz anders funktioniert – ob die dann überhaupt einen Click/Markerwort wahrnehmen würden?

    Aber ansonsten geht das mit erstaunlich vielen Tieren super, gibt ja sogar Seminare, wo man mit Hühnern clickern lernt. :D

    Haben Boxen im Auto eigentlich so etwas wie einen „Notausstieg“?
    Wenn einem beim Unfall der Kofferrraum eingedellt wird und die Box nur eine Tür hat, kriegt man den Hund im schlimmsten Fall doch gar nicht aus der Box raus, oder?

    Bisschen OT, deshalb im Spoiler:

    Spoiler anzeigen

    Ich hab' für meine Hunde eine maßangefertigte Doppelbox im Auto und die hat einen Notausstieg, ja. Mir war das auch wichtig, denn ich bin viel Kurzstrecke bei vergleichsweise geringen Geschwindigkeiten unterwegs, die Wahrscheinlichkeit eines Auffahrunfalls im Stadtverkehr ist da also relativ hoch. Und für genau das, was du ansprichst – dass nix Dramatisches passiert ist, aber der Kofferraum eingedellt ist und nicht mehr aufgeht – finde ich den Notausstieg praktisch.

    Wegen der Bedenken: Das ist, bei mir zumindest, Abwägungssache. Ich hätte ohne Box zwei große Sorgen – zum einen, dass meine Hunde im Falle eines Unfalls durch eine offene Tür, ein zersplittertes Fenster o.ä. in Panik aus dem Auto springen und auf die Straße rennen; zum anderen, dass Rettungskräfte nicht an mich rankämen, wenn ich bewusstlos und verletzt im Gurt hängen würde, während da zwei Hunde mehr oder weniger ungesichert im Auto sind. Bei aller Tierliebe ;) , ich hätte schon gerne zügig Erste Hilfe und will nicht, dass sich die Rettungskräfte dafür selbst unnötig in Gefahr bringen müssen (bei mindestens einem meiner Hunde würde ich nicht die Hand dafür ins Feuer legen, dass der noch 'nett' in so einer Situation ist oder Fremde an mich ranlassen würde – das Problem hab' ich mit einer Box nicht).

    Zu der Gesundheit von Mischlingen und dem Aufwachsen in der Familie wurde ja schon einiges gesagt, aber hierzu noch mal:

    Nun zu den gewünschten Eigenschaften:-Welpe, wir möchten den Hund selbst aufziehen und auch die Kinderzeit miterleben
    -"relativ intelligent", unsere Tochter möchte viel mit dem Hund machen und ihm auch das ein oder andere beibringen
    -Haus und Hof beschützen wäre nicht schlecht, wir wohnen am Dorf auf einem ehemaligen Bauernhof
    -und natürlich soll er auch lieb sein und wir möchten nicht an ihm und seinem Wesen verzweifeln :tropf:
    -großer Auslauf wäre kein Problem, Spazierengehen natürlich auch nicht
    -Tiere haben wir aktuell bis auf Hühner keine, evtl. kommt mal eine kleine Mutterkuhherde dazu


    Wenn die Tendenz bei euch Richtung Hütehund geht und das eure "Wunsch-Eigenschaften" sind, guckt euch doch mal die etwas sanfteren bzw. weniger spezialisierten Hütehunde an: (Lang- bzw. Kurzhaar-)Collie, Bearded Collie oder – wenn's auch ein bisschen kleiner sein darf – den Sheltie.

    Die, die ich kenne, melden Fremde am Haus, haben aber kein Problem mit Besuch, wenn der von 'ihrer Familie' als okay eingeschätzt wurde; sind schlau, motiviert und lernen gerne was Neues; haben bei entsprechender Sozialisierung ein nettes, unkompliziertes Sozialverhalten mit anderen Hunden; und haben einen gemäßigten Jagdtrieb, wo man mit Gewöhnung von Anfang an sicher erreichen könnte, dass die Hühner nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. :smile:

    Ein toller Allround-Hofhund ist sonst auch noch der Spitz. Gerade die größeren Varianten (Mittel-, Groß- und Wolfsspitz) sind ziemlich zu Unrecht als "sture Kläffer" verschrieen – das sind großartige Hunde, die mit so einem Leben als Hof- und Familienhund richtig glücklich wären, weil es genau das ist, wofür sie seit Ewigkeiten gezüchtet wurden. Die melden unbekannte Leute, checken die ganz genau ab und nehmen ihren Job als "Wachhund" ernst, albern aber genauso gerne mit den Kindern herum und lassen sich für alles Mögliche an Sport und Spaß begeistern.

    das unterschreib ich sofort. ;) bis dahin sind sie eine herausforderung, der man sich stellen muss. :D meine rasse bleibts- bis dann irgendwann in ferner zukunft ein renten- dackel einzieht. :smile:
    @Ivytheaussie, lass dich nicht verrückt machen, reinrassig ist die süsse ja vermutlich nicht, aber sei ein wenig auf der hut, was auslastung und so betrifft.
    in dem alter ist weniger mehr. alles gute!

    Bei mir wird's ein Renten-Spitz oder -sheltie, aber ansonsten schließe ich mich da Wort für Wort an. :lol:

    Wir hätten gerade einen Border-Collie/Australian Shepherd Mix zur Auswahl, doch dazu hab ich nun ziemlich viel negatives gelesen [...]

    Zu recht! Border Collies und Aussies gehören zwar beide vage zur Gruppe der Hütehunde, sind aber ziemlich verschieden – sowohl in ihren Charakterzügen, als auch in ihren Bedürfnissen. Wenn man das miteinander mixt, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass das nach hinten losgeht und keiner – weder Mensch noch Hund – so richtig glücklich damit ist. Vom netten, familientauglichen "Kumpel-Hund für Anfänger" ist so ein Mix meilenweit entfernt...

    Ich würde die Sache umgekehrt angehen und an deiner Stelle eine Liste mit all den Eigenschaften machen, die euer zukünftiger Hund idealerweise haben sollte :smile: ; also z.B. "Jagdtrieb okay oder eher weniger? Soll er freundlich zu Besuch sein? Soll er sich mit anderen Hunden vertragen? Wollt ihr eine bestimmte Sportart machen oder sucht ihr vorrangig einen Familienhund und Alltagsbegleiter?" usw. usf.

    Und mit dieser genaueren Vorstellung würde ich dann entweder die Tierheime der Umgebung abklappern und gucken, ob da vielleicht ein erwachsener Hund, bei dem man schon was über den Charakter sagen kann und den man bei ein paar gemeinsamen Spaziergängen kennenlernen könnte, sitzt; oder mich auf die Suche nach einer passenden Rasse und einem seriösen Züchter, der einem Verband angeschlossen ist und gesunde, untersuchte, zueinander passende Elterntiere miteinander kreuzt, machen.