Dann bin ich mal die "Spielverderberin" und werfe ein paar kritische Denkanstöße ein... Bitte nicht übel nehmen, musst du natürlich auch nicht hier so öffentlich drauf antworten – einfach nur als Anregung zum Nachdenken für eine ruhige Minute. ![]()
Ein Hund – egal welcher Größe, welcher Rasse, welchen Alters – braucht i.d.R. den Menschen, der ihm Führung und Rückhalt gibt, nicht umgekehrt. Natürlich kann ein Hund in manchen Situationen eine hervorragende 'Stütze' sein, großartig trösten, Kontaktaufnahme erleichtern – aber wenn's hart auf hart kommt, ist der Hund der 'Schutzbefohlene', für den man Verantwortung übernommen hat, und der Mensch derjenige, der die Willenskraft und die Energie haben muss, Dinge zu tun, die weh tun, schwierig sind, unangenehm sein können.
Das fängt mit Kleinigkeiten an – der Hund hat Magen-Darm-Grippe mit Übergeben und Durchfall, und obwohl's einem selbst nicht super geht, ist man die halbe Nacht wach, putzt und trägt zwischendurch das schlappe Tierchen auf die Wiese, oder der Hund hat seinen Du-kannst-mich-mal-Tag und der eigene Geduldsfaden wird auf eine harte Probe gestellt. Es geht weiter mit unangenehmen Begegnungen mit Mitmenschen – manche (hundelose) Leute pöblen einfach gerne, andere Hundehalter sind auch nicht immer die Crème de la Crème der guten Erziehung und Kinderstube... solche Konflikte sind nicht häufig, aber sie kommen vor und man sollte dem mental etwas entgegenzusetzen haben und den Hund in solchen Situationen schützen bzw. ihn ruhig aus selbigen entfernen können. Und schließlich sollte man nicht unterschätzen, dass ein Hund nicht nur Freude macht (das auch, auf jeden Fall!), sondern auch der Grund für große Sorgen sein kann – spätestens, wenn man irgendwann mal bangend auf dem Flur einer Tierklinik sitzt, wird einem das klar.
Wie gesagt, ich will dir die Hundehaltung nicht grundsätzlich ausreden und es geht mich selbstverständlich auch nix an, wie stark ausgeprägt deine Depression ist – ich bin nur ein bisschen vorsichtig bei der Kombination "Hund + psychische Erkrankung", weil ich genau so einen Fall hier im direkten Umfeld habe und daran sehe, was alles schief gehen kann (junge Frau, wo der Hund explizit als 'Unterstützung der Therapie' angeschafft wurde und dann festgestellt wurde, dass man sich hoffnungslos übernommen hat und der Hund eine Belastung, keine Bereicherung ist – leidtragend ist da aktuell der Hund und mit ein bisschen Nachdenken vorher wäre das vermeidbar gewesen).