Wenn ich mir dann aber die Fragen stelle: Unser Verhältnis ist doch aber ansonsten super. Warum sollte mich das Tier denn ärgern wollen? Das ist von mir abhängig! Was hat es denn davon, auf mein Kissen oder die Couch zu pinkeln? Was will es mir sagen? Was passt ihm nicht?
Dann werde ich verständnisvoller und lösungsorientierter.
Ich verstehe, was du meinst und bin auch absolut dafür, dass man, bevor man zu dem Schluss kommt, dass der Hund mit Absicht/"aus Trotz"/was-auch-immer drinnen pinkelt, alle anderen Möglichkeiten ausgelotet und ausgeschlossen haben muss.
Aber ich hatte die Schilderungen hier (besonders von @Rübennase und @corrier, die ich beide sehr eindrücklich und ehrlich fand) genau so verstanden: dass mögliche Lösungen und Ursachen schon längst geklärt und durchgegangen wurden, dass die Hunde gesund sind, dass sie Stubenreinheit grundsätzlich verstanden haben und das über längere Zeit auch funktioniert, bevor dann doch wieder was ins Haus geht. Dass sozusagen kein Muster erkennbar ist und die Hund das tatsächlich einfach machen, weil sie's können. Und dann ist natürlich auch keine Ursache da, die man beheben könnte, um das Problem zu lösen.
Bei mir wäre dann irgendwann das Verständnis arg angekratzt und ich wüsste auch nicht mehr, wie sich da noch eine Lösung anschließen sollte, die für den Hund wirklich komfortabel ist, und da würde dann das ansetzen, was ich in dem Beitrag vorher meinte - Abstriche bei der "Idealvorstellung der Hundehaltung" machen, um das freundschaftliche Verhältnis zum Hund noch irgendwie zu retten und das "Pinkelproblem" wenigstens einzudämmen.
Aber, wie gesagt, meine rein hypothetische Überlegung dazu. Mir fehlt glücklicherweise die Praxiserfahrung damit.
Ein Hund, der sich nachts in ein anderes Zimmer schleicht, um dort zu koten, der käme bei mir in einen Kennel, obwohl ich die Dinger sonst verabscheue.
Und tagsüber würde ich mir einen Hund, der überall hinpieselt, mit einer Hausleine ans Bein hängen. Der käm drinnen nicht mehr zum Pinkeln.
Bei sowas wär' ich vorsichtig, um da nicht noch eine Stress-Komponente hinzuzufügen, die das Problem wahrscheinlich wieder verschäft. Ich kenne allerdings jemanden, der aus anderen Gründen ein 'Hundezimmer' hat, sowas wie einen Indoor-Zwinger, der den Anforderungen des TSchG entspricht, sich leicht reinigen lässt, wo keine Sachen drinstehen, die den Besitzern wichtig sind (Möbel, Teppiche, etc.) - sowas meinte ich in meinem vorherigen Beitrag. Wäre nicht meine bevorzugte Form von Hundehaltung, aber unter Umständen und bei entsprtechender Verzweiflung würde ich sowas in Betracht ziehen.