Zur Qualzucht wird die Merle-Zucht durchaus, wenn man nicht Bescheid weiss über Genetik und einfach naiv und unüberlegt drauflos verpaart.
Das gilt aber für jedes Merkmal, jede Eigenschaft und jede Farbe.
Oder anders gesagt: ich kann Merle-Farben in der Zucht so gestalten, dass die Hunde davon keinen Schaden tragen (sorgfältige Auswahl der Zuchtpartner, Gentests, etc.), aber ich kann selbst mit allerbesten Intentionen keinen gesunden Hund ohne Nase züchten. D.h. Merle als solches wäre nach der gängigen Definition kein Qualzuchtmerkmal, extreme Brachyzephalie aber z.B. schon.
Was die optischen Vorlieben angeht: Ich hatte knapp 14 Jahre einen blue-merle-Hund und mag Merle trotzdem nicht sonderlich
, besonders dieses 'kleinfisselige' mit den Mini-Tupfen, wo man am Hund mehr grau als alles andere sieht, finde ich einfach nicht schön.
(Mit richtig großen schwarz oder roten 'Platten' und wenig hellem Fell schon eher, aber auch da... In meinen Augen lange nicht so optisch ansprechend wie solid-Hunde.)
Aber ich denke, man muss da klar unterscheiden zwischen "ist optisch nicht mein Fall" und "ist für den Hund tatsächlich ein gesundheitliches Problem". Und letzteres sehe ich bei 'normalem' Merle, d.h. keiner merle x merle Verpaarung, nicht. Da kann man dann (sicher oft zu recht!) kritisieren, dass Züchter zu sehr auf Farbe und zu wenig auf Charakter setzen, dass sie Trends und Modefarben hinterherlaufen, etc., aber ich wüsste nicht, mit welcher Begründung man das unter Qualzucht fassen wollte. Schlechte Zuchtpraktik? Ja, sicher! Aber wirkliches Leid für's Tier?
Auch wenn die mischerbigen Hunde vermutlich wenig bis garkeine Veränderungen haben...
[Markierung von mir.] Wenn du von "wenig" Veränderungen sprichst, welche Nachteile haben denn heterozygote Merle-Hunde gegenüber nicht-merle-Hunden? ![]()