Für mich ist es ein Fehler Zuchtziel ohne Nase von extremen Zucht"nebenwirkungen" zu trennen.
Aber das tut doch gar keiner? 
Hier ging's auf den letzten Seiten viel um Plattnasen und Kurzschnäuzigkeit, ja – vermutlich, weil diese Hunde öfter in solchen Artikeln wie beispielsweise dem vom Rückert auftauchen, und weil das Problem da so überdeutlich ist, dass es selbst für absolute Laien, die das erste Mal überhaupt was von Qualzucht hören, ein "guter Einstieg" ist. Und weil eiiigentlich offensichtlich sein sollte, dass ein Hund ohne Nase sein Leben lang leidet. (Dass nicht mal der Konsens unter Hundehaltern und -züchtern besteht, konnte man hier ja leider mal wieder sehen...
)
Aber ich hab' hier nirgendwo gelesen, dass irgendjemand gesagt hätte: "also, Brachyzephalie ist das eine Problem in der Hundezucht, alles andere sind Nebensächlichkeiten, müssen wir nicht drüber reden."
Ganz im Gegenteil! Wenn man die Vorgänger-Threads liest, stößt man schnell darauf, was hier sonst noch an Qualzuchtmerkmalen diskutiert wurde – extreme Größe (sowohl die Auswüchse der Rassen, die immer größer und größer gezüchtet werden, als auch krasse Verzwergungsmerkmale), Fellmengen und daraus ev. eingeschränkte Lebensqualität, Falten als "Schönheitsideal" bei manchen Rassen, Chondrodysplasie, usw. usf.
Es ist nur, und das hat Bonadea ja schon perfekt zusammengefasst, sehr, sehr, sehr mühsam, über Qualzucht zu diskutieren, wenn ständig Begriffe durcheinandergeworfen werden. Zufällig auftauchende Krankheiten, die nicht bewusst verschärft/herbeigeführt/vom Menschen gewollt gefördert werden, sind keine Qualzucht. Dass das für die Rasse Mist ist, darüber sind wir uns alle einig, denk ich mal, aber DCM oder Krebs sind keine Qualzuchtmerkmale, weil darauf in der Zucht nicht selektiert wird. Genau wie PL. Oder HD. Da kann man vortrefflich drüber streiten, wie und ob man da züchterisch gegenwirken kann, aber das passt eigentlich nicht in den Qualzucht-Thread.