Und genau das ist mein Punkt - es kann für mein Verständnis nicht sein, dass bei Kurznasen kommt: "Durchgängiges neben dem Fahrrad rennen (!) über Strecke x ist ja wohl Minimalanforderung - das muss JEDER* Hund leisten"
Die meisten haben kurze Beine, die haben kurze Nasen, die sind nicht auf Rennen ausgelegt.
Auf der anderen Seite wird dann von den gleichen Leuten gesagt "Ja aber Hunderasse A kann ja nun unmöglich in moderatem Wohnumfeld bestehen, das ist ja die vollkommen falsche Umgebung, ist ja logisch, dass die da Stress haben und auffällig werden - darauf sind die ja auch gar nicht ausgelegt." Für mich ebenfalls eine Minimalanforderung für ein gesundes und ausgeglichenes Hundeleben ohne vermeidbaren Stress in der heutigen Welt.
Das Problem ist nur, dass man bei körperlichen Qualzucht-Merkmalen ganz klare Parameter setzen kann (in Absprache mit Experten und Tierärzten natürlich). Wie das ja z.B. in NL gerade geschieht – Schnauzenlänge muss im Verhältnis zum Schädel soundso lang sein, um freie Atmung zu ermöglichen; Kaiserschnitt muss eine medizinisch notwendige Ausnahme und nicht die Regel für eine Geburt sein; Paarung muss ohne menschliches Eingreifen natürlich erfolgen können; Hund muss – angepasst an seine Größe selbstverständlich – eine bestimmte Strecke laufen können ohne Auffälligkeiten zeigen zu können. Usw usf.
Das sind alles messbare, überprüfbare Dinge, die sich unabhängig von Rassezugehörigkeit/Mischlings'zusammensetzung' auf alle Hunde anwenden lassen. Da verlangt ja niemand Unmögliches oder sportliche Höchstleistungen sondern wirklich nur das absolute Minimum (!), das sicherstellen soll, dass der Hund in einem gesunden Körper ein schmerzfreies Dasein führen kann, und das auch nur mit solchen Hunden gezüchtet wird, die diese (nochmals: minimalste!) Anforderung erfüllen.
Ich versteh schon deinen Grundgedanken, dass zu einem gesunden Körper auch ein gesunder Geist/Charakter/Nervenkostüm/wie auch immer man es nennen will, gehört. Aber wie willst du das prüfen? Wer legt die Kriterien fest? Wie will man so unterschiedliche Dinge wie ursprüngliche Verwendung der Rasse, Lebensumstände des Halters, verschiedene Bedürfnisse des Hundes, etc. unter einen Hut bekommen?
Wie gesagt, den Ansatz kann ich schon irgendwie vage nachvollziehen (auch, wenn ich das gesundheitliche Problem im Rahmen der Qualzucht-Diskussion für das mit Abstand größere halte), aber ich kann mir nicht richtig vorstellen, wie man bei dem, was du ansprichst, zu sinnvollen 'Prüfkriterien' kommen könnte.
Da würden mich ein paar praktische, konkrete Beispiele/Vorschläge wirklich interessieren. ![]()