Beiträge von pardalisa

    Bislang hatte ich mit meinen Eltern die Vereinbarung, dass sie Shawnee übernehmen, weil sie ihn von Welpenbeinen an kennen (... und das sind mittlerweile fast 10 Jahre) und Myrddin zurück zu seiner Züchterin geht bzw. mit ihrer Hilfe weitervermittelt wird (weil er jünger ist und bessere Chancen auf ein neues Zuhause hätte). Als wir neulich zufällig darüber gesprochen haben, meinte meine Mutter, der Lütte wäre ihr zu sehr ans Herz gewachsen, den könnte sie nicht abgeben und würde dann lieber beide behalten.

    Sieht so aus, als hätte der kleine Spinner einen ziemlich durchschlagenden Charme entwickelt. ;)

    Aber wäre so eine Vereinbarung mit dem Züchter vielleicht was für dich und Anju?

    Was für Bücher suchst du denn? Ganz allgemeine zum Thema Erziehung und Hundeverhalten? Oder spezielle zum Thema "Hund aus dem Tierschutz"? Oder welche zu Beschäftigungsmöglichkeiten? :smile:

    Zu der Versicherung: Je nachdem, in welchem Bundesland du wohnst, ist die Pflicht (in Niedersachsen z.B. gesetzlich vorgeschrieben), aber selbst wenn das bei dir nicht so ist, würde ich dir dringend eine Haftpflichtversicherung empfehlen. Die kostet nicht viel (gibt's so ab 60€/Jahr), aber wenn doch mal was passiert, kann das sehr schnell sehr teuer werden, wenn man's privat bezahlen muss.

    Was die Erstausstattung für Zuhause angeht, würde ich mir keine Sorgen machen: Ich hatte für meinen ersten Hund am Einzugstag nur ein Halsband, eine Leine, einen Schlafplatz neben meinem Bett, Näpfe und eine Box für's Auto. Futter bekam er vom Züchter mit und alles andere kam mit der Zeit dazu.

    Alles Gute für die Vorkontrolle!

    Bei niedrigen Sprüngen würde ich mir da keine allzu großen Sorgen machen – unser Familienhund, eine Dackeldame, ist damals auch begeistert über kleine Hürden gehüpft und durch Tunnel gefegt. :smile: (Wir haben kein Agility gemacht, da gab's da noch gar nicht, sondern nur kleine "Mutproben" und Geschicklichkeitsübungen als Auflockerung nach dem BHP-Training.)

    Was ich allerdings mit einem Dackel nicht machen würde, wäre der Slalom. Bei der Länge der Dackelwirbelsäule wären mir das zu viele Verrenkungen.

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    Hallo zusammen,

    könnt ihr mir helfen einen Überblick darüber zu bekommen, welche Trainings- und Erziehungsmethoden ohne Verstärker wie Leckerchen etc. auskommen. Es geht mir mehr um Kommunikation, Hund, Mensch (+ ggf. Leine und Halsband) sollten ausreichend sein.


    Mhm, kannst du mal kurz beschreiben, was du alles unter "Verstärker" fassen würdest? Gehört für dich z.B. Lob (nur mit der Stimme) dazu?

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    die umstände sind nämlich nicht so tragisch,wie meine posts ;)


    Mit "Umstände" meinte ich in allererste Linie das Alter deines Hundes. ;) Klar, das ist nicht tragisch, aber sofern dein Hund nicht über Nacht anderthalb Jahre altert und die Pubertät im Zeitraffer durchläuft, würde kein Züchter, den ich kenne, einen Welpen vermitteln (außer vielleicht an Leute, die jahrelange Erfahrung mit der Rasse und der gleichzeitigen Ausbildung von mehreren Hunden haben – Züchterkollegen und so.)

    Eigentlich wurde ja schon fast alles gesagt – ich würde auch auf jeden Fall warten, bis der Ersthund erwachsen ist. Zwei Welpen, die schnell stubenrein sind und nicht viel kaputt machen, kann gut gehen... aber zwei pubertierende Junghunde sind, aus den oben beschriebenen Gründen, meist die Hölle.

    Was mich allerdings interessieren würde: Hat die Züchterin deines Hundes schon gesagt, dass sie dir einen zweiten Hund aus dem aktuellen Wurf geben würde? Die Züchterin meines Zweithundes hätte unter den Umständen nämlich garantiert keinen Welpen vermittelt. ;)

    Geweih ist schon mal klasse – ansonsten gibt's auch so Kauwurzeln, da kann der Hund ewig dran knabbern, gibt aber keine Kilos auf die Hüfte. Labradore sind ja eher gute Futterverwerter. ;)

    Zu dem Kong: Ich habe damit angefangen, dass ich einen kleinen Kong innen mit einer dünnen Schicht Leberwurst bestrichen und dem Welpen vorgesetzt habe, damit er erst mal lernt, was das Tolles ist. Hat er schnell kapiert, von der Leberwurst ist nichts auf dem Teppich gelandet, das ging alles direkt in den Hund. :D Wenn man dann zu schwierigeren, d.h. anstrengenderen Füllungen übergeht, kann man den Quark z.B. im Kong einfrieren. Meine beiden schaffen es, das ohne Gematsche da raus zu lecken, ist aber vielleicht auch von Hund zu Hund verschieden.

    Was auch gut funktionioniert, ist abwechselnd Trockenfutter und kleine Käsestücke in den Kong zu füllen, dann ganz kurz in die Mikrowelle, abkühlen lassen (!) und dann dem Hund geben – hält bombenfest, Hund ist beschäftigt und rausfallen kann auch nix. Einziger Nachteil: durch den Käse ist's halt ziemlich sättigend; ich ziehe dann abends immer was vom Futter ab, damit meine Hunde nicht zu Fellkugeln mutieren.

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    ach und mit dem gehorsam, es stehen noch immer kühe auf den weiden und solang sie noch nicht hütet lässt sie sich abrufen...


    Erstens: Gerade, wenn dein Hund schon durchgestartet ist, muss sie sich abrufen lassen, bevor an Kontakt zum Vieh überhaupt zu denken ist. Guck dir mal Videos von hütenden Hunden an, die lassen sich selbst dann mit leisen Pfiffen ins Platz schicken oder ranrufen, wenn sie nur 'ne Handbreit vom Schaf oder von der Kuh entfernt sind. Es ist gut, dass du sie an Weiden rannimmst, wenn sie aufmerksam wird und Interesse zeigt, aber das reicht nicht als Grundlage für's Hüten.

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    natürlich möchte ich nicht dass die tiere die sie hütet in stress geraten, und als sport will ich es schon gar nicht machen, einfach nur aus spaß und helfen, also ich will helfen und wenn meine hund dann noch spaß hat fände ich es toll ...


    Zweitens: Was du hier beschreibst, ist aber Stress für die Tiere. Ein guter Hütehund braucht Training, unter Umständen sogar sehr langes und auf jeden Fall unter fachkundiger Anleitung. "Einfach mal helfen" kann sehr schnell schlimm nach hinten losgehen – ich bin auch auf dem Dorf aufgewachsen und du glaubst gar nicht, wie oft hier die Freiwillige Feuerwehr ausrücken muss(te), weil irgendein Hund, der seinen Job nicht richtig gelernt hatte, zu viel Druck gemacht hat und die Tiere in einen Zaun, Graben oder auf die Straße gejagt hat.

    Einen Hütehund richtig zu führen ist eine verantwortungsvolle Aufgabe und bis man einfach mal so eine Herde bewegt, vergeht eine ganze Menge Zeit. Ohne einen Fachmann, der dir hilft deinen Hund anzuleiten, würde ich das auf gar keinen Fall wagen.

    (Apropos Fachmann: Die unterschiedlichen Hütehundrassen unterscheiden sich ja im Stil teilweise ganz gewaltig – solltest du tatsächlich auf die Suche nach einem Trainer gehen, such dir am besten einen, der Erfahrungen mit deiner Rasse hat. Hüten ist nicht gleich Hüten.)

    Mein Problem an der Sache wäre gar nicht, dass der Hund davon kirre wird oder plötzlich alles "hütet" – wenn das so wäre, liefe in der sonstigen Erziehung einiges schief, da wäre das Hüten das geringste Problem. Die Hütehunde, die ich kenne (viele Aussies, ein paar Border Collies) sind im Alltag völlig entspannt und trotzdem bei der Arbeit 100% da – auch bei längeren Pausen z.B. im Winter oder in der Lammzeit.

    Was ich viel schwieriger finde: Du möchtest deinen Hund mit dem Hüten beschäftigen – hast du einen wirklich guten Trainer? Jemand, der nicht nur deinen Hund gut einschätzen kann, sondern dem auch seine Schafe/Kühe wirklich am Herzen liegen? In den letzten Jahren schießen leider die "Hüteseminare/-trainingsmöglichkeiten" wie Pilze aus dem Boden und viel zu oft sieht man dann, dass die selbe kleine Gruppe Schafe den ganzen Tag von verschiedenen Hunden durch Gatter gescheucht wird. :/

    Und vielleicht der wichtigste Aspekt: Ich sehe das kritisch, dass man seinen Hund zum "Sporthüten" schleift, obwohl man selbst kein Vieh hat. Ich weiß, die Meinungen gehen da auseinander, aber es gibt Trainer, die aus gutem Grund nur Leute an ihre Schafe lassen, die selbst Vieh haben. Schafe sind Fluchttiere, kein Spielzeug für Familienhunde, und völlig stressfrei ist das Hütetraining mit einem jungen ungelernten Hund selten. Um die "Belastung" zu rechtfertigen, muss man sich eben genau überlegen, ob der Hund das jetzt wirklich braucht...