Beiträge von pardalisa

    Passend zum Hunde-im-offenen-Auto-Thema:

    Ich hab' letztens abends kurz am Supermarkt geparkt, um an dem Stand auf dem Parkplatz Erdbeeren zu kaufen. Kofferraumklappe war offen, ich konnte das Auto von der Warteschlange aus sehen, die Hunde saßen in der (verschlossenen) Box. Aber natürlich musste mich so'n Typ von der Seite anquatschen... :roll:

    Er: Junges Fräulein, haben'se denn gar keine Angst, dass Ihnen jemand die Hunde klaut?
    Ich: Nein, eigentlich nicht. Ich bekomm das von hier schon mit, wenn sich da jemand am Auto zu schaffen macht.
    Er: Das glaube ich aber nicht! Wenn ich da jetzt rübergehen würde, könnte ich die einfach mitnehmen, so schnell sind Sie gar nicht.
    Ich: Muss ich auch gar nicht sein. Der kleine braune wird richtig laut und der mit den Flecken mag keine Männer – aber klar, wenn Sie ihr Glück versuchen wollen, greifen Sie doch mal in die Box. Sagen Sie hinterher bloß nicht, ich hätte sie nicht gewarnt.

    Der Kerl ist mir dann tatsächlich zum Auto gefolgt, die Hunde sind dezent ausgeflippt, als er mir zu nahe kam und 'ne Hand auf meine Schulter legen wollte und sein entsetztes "Aber alle Hunde mögen mich!" ging in dem Trubel irgendwie unter. :hust: :D

    Ich wollte fragen, ob wer Tipps hat wie ich ihr lernen kann, dass man nur ins Spielzeug beißt und wenn ein Finger dabei ist, diesen gleich wieder auslässt??

    Die einfachste Methode ist wohl, laut 'Aua!' zu sagen und das Spiel sofort abzubrechen oder zumindest kurz zu unterbrechen. Hat bei Myrddin gut geklappt, der spuckt alles aus, sobald er merkt, dass er "was menschliches" in der Schnute hat. :lol:

    Einziges Problem: Eine befreundetet HH hatte mit ihrem DSH genau das gleiche Problem, hat es so gelöst und seitdem lässt ihr Hund sich nur noch schwer mit Beutekrams motivieren. Je nachdem, wie sensibel dein Hund ist und was ihr sportlich so vorhabt, kann das also "unerwünschte Nebenwirkungen" haben.

    Schläft ihm der Fuß dann ein? Oder ist das ein Krampf? In der Wohnung ist er recht inaktiv und liegt da eigentlich nur rum. Und es tritt meist auf, wenn wir uns auf 'action' vorbereiten. Also grad nach 100m Gassi, oder eben nachm Schlafen beim Spielen.

    Krampf oder "eingeschlafene Füße" kann gut sein, ansonsten würde ich noch vorschlagen, die Pfotenballenzwischenräume mal ganz gründlich zu untersuchen, ev. auch mit 'ner Taschenlampe, wenn es immer dieselbe Pfote ist. Vielleicht hat er da einen Stich/Fremdkörper, den er "vergisst", wenn das Spielen losgeht. :smile:

    Ich frage mich, wie es möglich ist, einen Impuls zu ignorieren?!

    Du hast geschrieben, dass du den Impuls nutzt, um die Aufmerksamkeit deines Hundes zu bekommen, also quasi Zupfen = Umorientierung zu dir. Meine (vielleicht etwas doof formulierte) Frage ist also: Was machst du, wenn sich der gewünschte Erfolg nach dem Impuls nicht einstellt?

    Sinnvoller fände ich die Frage im Bezug auf die Kofferraum-Situation. Wenn er da nämlich auf den Impuls nicht reagieren würde, wäre es tatsächlich problematisch. In den Kofferraum heben kann und werde ich ihn sicher nicht. Es ist bisher noch nicht vorgekommen, dass er nicht auf den Impuls reagiert hat und ich bezweifle, dass es je vorkommen wird. Wenn er es doch mal täte, würde ich einfach zurückspulen und die Situation nochmal von vorne durch machen. Half bisher auch oft. Also Kofferraum zu, kleine Runde drehen, Kofferraum auf, zum Einsteigen auffordern, etc. pp. Bis er es blickt, dass er jetzt keine andere Wahl hat, als in den Kofferraum zu steigen.

    Okay, wenn du die Situation mit der läufigen Hündin unpassend findest, dann nehmen wir diese. :smile: Auch hier wieder meine Frage: Was machst du, wenn der Hund den Leinenimpuls ignoriert? Die Situation zu wiederholen mag ja am Anfang helfen, aber wie oft würdest du das tun? Was machst du, wenn er sich konsequent weigert (und Schmerzen/Angst augeschlossen sind)?

    Wie handhabt ihr das eigentlich mit den Hundeplätzen? Hat da jeder seinen eigenen und der jeweils andere kassiert 'nen Platzverweis, wenn er im falschen Bett liegt oder gilt "freie Platzwahl"?

    Hier herrscht auch freie Platzwahl nach dem Motto: "Wer zuerst da ist..." :smile: Stänkern und gezieltes Vertreiben ist verboten, der Senior darf allerdings sagen, wenn ihn der Jungspund zu sehr bedrängt in seinen Kuschelversuchen.

    Darf ich hier mit einer Frage zu Seite 1 noch mal dazwischenplatzen? Das hier finde ich nämlich einen richtig interessanten, wichtigen Einwurf:

    An dem Punkt fängt es an schwierig zu werden, gerade wenn es um so etwas wie Leinenrucken/-zupfen geht, denn nicht selten gewöhnt sich der Hund dran und der "Impuls" muss immer kräftiger werden damit es als Strafe wahrgenommen wird.

    Die Antwort darauf (ich zitier's noch mal, damit's übersichtlicher bleibt :smile: ) verstehe ich allerdings nicht so ganz.

    Ein Impuls hat für mich einzig und allein die Aufgabe, dem Hund die richtige Richtung zu weisen bzw. klarzumachen, dass ich auf die Ausführung des Befehls bestehe, auch wenn er jetzt keine besondere Lust dazu hat.

    Was machst du denn, wenn er den Impuls auch ignoriert? Also nehmen wir mal die von dir geschilderte Situation an: Hund an der Leine, läufige Hündin in Riechweite, Hund will hin. Du zupft an der Leine, Hund ignoriert das. Und jetzt? :ka: Dass man mit heftigeren Impulsen schnell in einer Gewaltspirale endet, hast du ja selbst ganz richtig angemerkt, aber was ist denn die Alternative, wenn man diesen Trainingsansatz wählt?

    (Ich frage nur so genau nach, weil ich den Unterschied wirklich nicht verstehe - und korrigier mich, wenn ich da was durcheinander werfe -, aber du lehnst Leckerli-basierte Erziehung ab, weil du befürchtest, dass sich die Belohnung abnutzt – wie verhinderst du also die Abnutzung deines Impulses?)

    Wir haben mittlerweile fast alle "Kombinationen" durch und für die Alltagserziehung keinen Unterschied festgestellt. Unsere Familienhündin war in keiner Welpenstunde, dafür aber später in einem UO-Kurs (in der Regionalgruppe des Rassezuchtverbandes), den ich mit ihr mit der BHP angeschlossen habe; mein älterer Rüde hat das "volle Programm" (Welpenstunde, Junghundekurse, BHP-Vorbereitungskurs, BHP) durchlaufen; mein jüngerer Rüde war nicht in der Welpenstunde, dafür aber im Junghundekurs, den ich furchtbar fand und abgebrochen habe.

    Stattdessen gehe ich mit ihm, seit er etwas älter als ein Jahr ist, zum Rally-Obedience und mache die normale Alltagserziehung wie bisher zu Hause alleine. :smile: Wäre das vielleicht eine Alternative für euch, @wiejetztich? Also die "normale Erziehung" ohne Hundeschule zu machen und dann - wenn du grundsätzlich schon Spaß an HuPla-Aktivität hast – einfach eine nette, passende Sportart zu suchen?

    Wenn ein Hund Wachtrieb hat und den auch ausleben darf, indem er ein Grundstück bewacht. Wie sieht das dann aus? Hund bellt, schießt an den Zaun und bellt bis unerwünschte Spaziergänger weg sind? Darf er das nur, wenn ihr als Menschen nicht auf dem Grundstück seid oder wie sieht das bei euch aus? Woran erkennt man, dass das für den Hund ok ist?

    Meine beiden dürfen/sollen bei meinen Eltern Haus und Garten "bewachen", d.h. melden, wenn jemand das Grundstück betritt. Am Zaun kläffen, Leute stellen, o.ä. würden sie vermutlich tun, wenn ich sie lassen würde, ist mir aber für alle Beteiligten zu stressig und vor allem gefährlich – deshalb ist der Garten sicher eingezäunt und die Hunde sind nicht alleine draußen. Mir geht's wirklich nur darum, dass sie kurz Laut geben, wenn jemand auf's Haus zukommt, den Rest "übernehme" ich dann. Ist bei uns also eher "Bewachen light". ;) Bei mir (Mietwohnung) sollen und dürfen sie das übrigens nicht – und das können sie auch gut unterscheiden.

    Wie ist das denn bei Rassen die explizit einen Wachtrieb haben (sollen) und von denen ich immer lese, dass sie am glücklichsten sind mit der Aufgabe Grundstück bewachen? Was heißt das am Ende? Was genau macht den Hund denn dabei "glücklich" (welche Sequenz des Bewachens)?

    Meine beiden Hunde bringen rassetypischen Schutz- und Wachtrieb mit und am "glücklichsten", wenn ich das so einschätzen kann, sind sie, wenn sie den Überblick haben. Die Umgebung scannen, irgendwo einen Platz zum Liegen haben, von dem man möglichst viel mitbekommt, zwischendurch mal kurz 'ne Runde durch's Revier drehen – das finden sie klasse. Man muss dabei natürlich aufpassen, dass sie sich selbst nicht unnötig stressen: Wann ein entspanntes "Ich pass' hier mal auf!" in Kontrollzwang umschlägt, ist sicher von Hund zu Hund verschieden und da muss man als Besitzer ein Auge drauf haben und notfalls rechtzeitig eingreifen.

    Kennt ihr so Tage, an denen absolut nichts klappt, aber es euch total egal ist?!

    Eigentlich nicht, weil ich - passend zu dem Thema ein paar Seiten vorher - vergleichsweise hohe Ansprüche an die Erziehung meiner Hunde habe. ;) Aaaaaber manchmal gibt es so Tage, wo Graf Unfug seinem Spitznamen mehr als gerecht wird und dann plötzlich, quasi zum Abschluss, so überraschend nett ist, dass ich ihm einfach nicht böse sein kann.

    Heute zum Beispiel: Morgens hat er die Teppichstopper unterm Wohnzimmerteppich hervorgezerrt und zu mir ins Schlafzimmer geschleppt (... immerhin in einem Stück :D ), beim Spaziergang war Leinenführigkeit ein völlig fremdes Konzept für ihn und beim Kochen hat er gebettelt – aber auf dem Hundeplatz war er einmalig super, hat konzentriert mitgearbeitet und war sehr, sehr vorsichtig mit einer kleinen Yorkshire-Hündin (die natürlich, ohne mich vorher zu fragen, an der Leine zu ihm gelassen wurde, während wir eigentlich Ablage für die BHP geübt haben :roll: ).