(Umso mehr muss ich dann immer schmunzeln, wenn jemand mit "Merle ist aber Qualzucht!! Muss man doch mal drüber reden!!" anfängt und dann auf Nachfrage "Welches Merle denn genau?" keinen Plan hat...
)
Naja, bedeutet dann aber das hier niemand mehr mitdiskutieren darf ohne vorher enen Nachweis zu erbringen das er in Sachen XY ein Experte ist.
Macht den Thread dann wieder enorm nutzlos, weil man so eben nicht die Leute erreicht die halt a) gerne neues Wissen mitnehmen und b) eben möchten das sich die Qualzuchtthematik mehr in den Köpfen der Leute verbreitet damit wir den ganzen Scheiß mit den Qualzuchten hoffentlich bald mal hinter uns lassen können.
Niemand hat gesagt, dass man erstmal ein halbes Studium der Farbgenetik hinlegen muss, bevor man sich zum Thema Merle äußern darf...
Aber wenn man eine bestimmte Sache als Qualzucht bezeichnen möchte, dann fände ich es schon schön, wenn man wenigstens mal 'ne halbe Stunde was dazu gelesen hätte, ja. Das ist ja jetzt kein leichtfertiges Urteil, sondern schon eine enorme Wertung, wenn ich sage, dass XY eine Qual ist.
Vielleicht haben wir da auch unterschiedliche Vorstellungen davon, was ein 'gutes' Ergebnis so einer Diskussion wäre. Mir geht's nicht darum, zu sagen "Merle ist total doof und sollte nie mehr gezüchtet werden", genauso wie ich "Merle ist super unbedenklich, kann man fröhlich verpaaren und kaufen" irgendwie sinnig fände. Wenn alleine schon das Bewusstsein dafür steigt, dass das ein komplexes Thema ist, wo sich der Züchter richtig gut auskennen und besondere Sorgfalt walten lassen muss, wär das schon super. Da dann aber pauschal "Qualzucht!" zu schreien und das so stehen zu lassen (oder mit Brachyzephalie zu vergleichen, was in mehrerer Hinsicht... schräg ist) ist m.M.n. auch nicht zielführend.
Welches Merle... Sagt doch auch schon so einiges aus, oder?
Wenn man etwas bis ins hinterletzte Allel untersuchen muss um sicherzugehen das es nicht schadet, ist es dann nicht trotzdem kritisch zu betrachten?
Natürlich kann man es kritisch betrachten. Soll man sogar. Und ich stimm dir absolut zu, dass sinnloses Reingezüchte von Merle in Moderassen kompletter Blödsinn ist. Da geht's rein um Optik und darum, was sich gut verkauft. (Und ich bezweifle auch, dass diese 'Züchter' da up-to-date mit Gentests sind...
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Trotzdem ist der Begriff Qualzucht für vernünftige Zucht mit Merle-Hunden m.M.n. irreführend. Wenn ich einen Hundtyp ohne Nase züchten will, dann kann ich das nicht tun, ohne dass das die Nachzucht unfassbar leidet und mit Atemproblemen leben muss. Wenn ich einen Hundetyp züchten will, der massivste Faltenbildung und Hängelieder aufweist, dann kann ich das nicht tun, ohne dass die Nachzucht leidet und mit Schmerzen durch's Leben geht. Wenn ich merlefarbene Hunde züchten will, dann kann man über die Sinnhaftigkeit im Zuge von der Gewichtung von Äußerlichkeiten in der Zucht, etc. disktuieren, aber ich bekomm das problemlos hin, ohne dass auch nur ein einziger Nachkomme dadurch irgendwelche Nachteile hat.
Wird einigermaßen klar, wie ich das meine und warum da in meinen Augen ein enormer Unterschied ist? 
Defekt ist Defekt. Nicht in Ordnung. Das ist die Bedeutung davon.
Warum also unbedingt so dermaßen für etwas plädieren das doch eindeutig als Defekt markiert ist?
Das zum Beispiel ist jetzt so eine sehr, sehr starke Vereinfachung, die ich schwierig finde.
Ja, Merle ist aus einer Veränderung/Defekts des SILV-Gens entstanden. Aber soweit ich weiß, beruhen z.B. Schlappohren bei Hunden ebenfalls auf einem Gendefekt... Da grundsätzlich zu sagen "ist ein Defekt, das sagt doch alles" greift mir viiiel zu kurz. (Es sei denn, man möchte tatsächlich nur noch wildfarbene Hunde mit Stehohren haben, dann ist der Einwand natürlich berechtigt.
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