Beiträge von pardalisa

    Dein Hund hat kein "Genderproblem" :roll:, sondern ein Erziehungsdefizit (und im Moment wahrscheinlich auch 'ne ganze Menge Stress, was in Anbetracht der Veränderungen in eurem Leben ja nicht aus dem Nichts kommt).

    Bevor ich da irgendwelche seltsamen, klischeehaften, veralteten Gender-Konstrukte reinlese, würde ich's mal mit 'Ruhe reinbringen' und klaren Regeln probieren.

    Nunja, es ist ja nunmal auch nichts neues, dass viele Vermieter keine Listenhunde oder gefährlich aussehenden Hunde in ihren Objekten haben möchten und da sollte man sich vor der Anschaffung drüber bewusst sein.

    Das dachte ich mir auch gerade... Dass die Wohnungssuche mit großem, dunklen Hund, womöglich noch in "Listi-Optik" schwierig werden könnte, weiß man doch vorher. Klar, das ist doof, aber da muss man sich einfach drauf einstellen. :ka:

    Es gibt auf EU-Ebene so eine Regelung, dass Welpen mit dieser "Unbedenklichkeitsbescheinigung", d.h. dass sie nur Kontakt zu nachweislich TW-freien Hunden und keinen Wildtieren hatten, einreisen dürfen (Art. 7 VO (EU) Nr. 576/2013). Die Mitgliedsländer können das so für sich übernehmen, müssen sie aber nicht.

    Deutschland hat das nicht übernommen, sondern stattdessen festgelegt, dass ausnahmslos alle Hundewelpen, die nach D importiert werden, mindestens 15 Wochen alt sein müssen (vgl. § 13 Abs. 5 Binnenmarkt-Tierseuchenschutzverordnung) und selbstverständlich TW-geimpft.

    Wer 'nen jüngeren Hund importiert, verstößt dagegen – was im schlimmsten Fall dazu führen kann, dass der Hund eingezogen und in Quarantäne gesteckt wird.

    Mein Ersthund war ein absolutes Herzchen und ein richtig genialer "Kumpel-Hund Charaktertyp" :herzen1: – aber ziemlich gemütlich (für seine Rasse) und eher weniger für Sport zu begeistern. Ich habe mir jahrelang zusätzlich einen sportlichen, leichter zu motivierenden Zweithund mit ein bisschen mehr Pfeffer im Hintern ;) gewünscht, und als die Lebensumstände dann passend waren, zog genau das als Welpe auch ein.

    War die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. :smile: Die Hunde haben sich vom ersten Tag an wirklich, wirklich gerne gemocht (womit ich nicht gerechnet hatte :ops:, schließlich zog der zweite Hund ja "für mich" ein – mir hätte friedliche Koexistenz der beiden schon gereicht), der Zweithund ist genau das, was ich mir erhofft hatte, und der Ersthund war sichtlich glücklich, dass er sich ab sofort einfach aussuchen konnte, was er an sportlichem Krams mitmachen will, und wo er lieber zuguckt.

    Im Alltag hat sich das geändert, was zu erwarten war – zwei Hunde mit über 20kg brauchten halt mehr Platz im Auto, trugen mehr Dreck ins Haus, fraßen mehr, kosteten mehr beim TA –, aber sonst erstaunlich wenig. Ich fand die Haltung von zwei Hunden genau richtig, und irgendwann (der Ersthund ist mittlerweile leider verstorben), möchte ich dahin auch wieder zurück.

    Ich hab' Ruffwear-Booties (mit Sohle, relativ steif) für eventuelle Verletzungen unterwegs – falls der Hund sich 'nen Ballen aufreißt und ich ihm einen notdürftigen Pfotenverband verpassen muss, würde ich die Booties drüberziehen, damit er gut verpackt ist und alles zusammenhält, bis wir irgendwo abgeholt werden können/beim Tierarzt sind – bislang zum Glück nur ein einziges Mal in meiner gesamten Hundehaltung gebraucht. Für wirkliche Laufstrecken oder gar zum Klettern finde ich die zu unbeweglich.

    Und ich hab' die Uwe-Radant-Booties für fiese Untergründe (scharfe Geröllfelder, Schnee mit schroffer Eisschicht oben drauf und so), die kommen hier ab und zu zum Einsatz und tun ihren Dienst gut, der Hund trägt die auch gerne und läuft damit problemlos. :smile:

    Ich unterscheide bei uns zwischen "Bewegung mit bestimmtem Ziel" und "gemütlichen Trödelspaziergängen". :smile:

    Wenn ich z.B. mit dem Hund am Fahrrad unterwegs bin, dann mach ich das gezielt aus Physio-Gründen, d.h. der Hund soll da ruhig und entspannt traben - nicht schnüffeln, nicht plötzlich lossprinten und rasante Stopps einlegen, nicht markieren (darf er alles vorher beim normalen Gassi machen) - einfach nur ordentlich am Fahrrad laufen. Oder, anderes Beispiel, wenn ich wandern bin und eine 25/30/35km-Runde geplant habe, möchte ich nicht 'ne dreiviertel Stunde irgendwo stehen, weil der Hund ein Grasbüschel spannend findet und näher untersuchen will. (Überspitzt gesagt. ;)) Das wären so Anlässe, wo 'Hund macht einfach nur Hundedinge' für mich unpassend wären.

    Gemütliche Trödelspaziergänge dagegen sind für den Hund da, damit der machen kann, wozu er Lust hat (im erlaubten Rahmen natürlich!) - wenn er 'ne halbe Stunde am Bach herumtrödeln und planschen will, machen wir das. Wenn's irgendwo besonders spannend riecht und er da länger schnüffeln will, kein Problem. Wenn er sich mit Speed in irgendeinen schlammigen Graben werfen will, hab' ich vor dem inneren Auge zwar die Putzaktion, die hinterher nötig ist :lol:, soll er aber gerne machen. Wenn wir nur im Schlendertempo eine Runde gehen, weil er auf umgestürzten Baumstämmen balancieren (und für niedliches Herumstehen Kekse kassieren :ops:), will, machen wir das. Sowas wären für mich z.B. Hundedinge, die er gerne machen kann und die für ihn auch definitiv wichtig und für uns beide Qualitäts- und Entspannungszeit sind.

    So hat halt jeder seinen blinden Fleck.

    Hilf mir kurz auf die Sprüge, ich versteh' ganz ehrlich nicht, was du mir sagen möchtest... :ops: Was für ein blinder Fleck?

    Ich war (vielleicht auch, weil mein erster Beitrag unklar formuliert war?) davon ausgegangen, dass du in deiner Antwort zwei Sachen, die man fast nicht miteinander vergleichen kann, weil sie so verschieden sind, in einen Topf geworfen hast. Aber vielleicht habe ich dich falsch verstanden? :smile:

    ein Qualzuchtmerkmal ist ja nicht nur gewollt, sondern wenn die Zucht einer Rasse Leiden beinhaltet, bzw eben Leiden durch die Zucht entstehen kann, wie zb beim Cavalier Syringomyelia. Das ist sicherlich nicht gewollt, aber eben eine "Begleiterscheinung" und somit ein Qualzuchtmerkmal

    Jain. Jemand korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber bislang hatte ich das immer so abgespeichert:

    Krankheit = tritt ungewollt innerhalb einer Population auf, ist nicht an ein bestimmtes (optisches) Merkmal geknüpft, das züchterisch gewollt und/oder verstärkt wird; Züchter bemühen sich nach bestem Wissen und Gewissen, die Krankheit nicht auftreten zu lassen, Erbgang häufig unklar oder noch nicht hinlänglich erforscht, was zu 'plötzlichem' Auftreten führen kann (Beispiel: Epilepsie, DCM, HD, ect.)

    Qualzucht = züchterisch bewusst herbeigeführtes/verstärktes/in Kauf genommenes Merkmal, das direkt an Leiden/Schmerzen für das betreffende Tier gekoppelt ist, das aber trotzdem als erstrebenswertes Ziel von Züchtern beibehalten wird (Beispiel: extreme Kurzschnäuzigkeit mit den bekannten daraus resultierenden Problemen, extreme Faltenbildung mit ebensolchen, und eben auch der Kindchenschema-Kopf des Cavaliers, der Syringomyelie hervorruft).

    Mag sein, das ich mich irre :ops: was die Richtigkeit der Definition angeht – dann, wie gesagt, gerne verbessern! –, aber besonders im Rahmen einer Diskussion darüber, welche Verantwortung Käufer und Züchter von (Rasse-)Hunden haben, finde ich irgendeine Unterscheidung dieser Art der Begrifflichkeiten enorm wichtig.

    Nachdem Aussies relativ häufig Epilepsie haben, nimmst auch du Ausschuss in Kauf für einen dir genehmen Hund.

    Du würdest kranke, unvorhergesehen auftauchende Individuen einer Rasse als "Ausschuss auf dem Weg zur Erreichung eines Zuchtziels" beschreiben? :???: Dann gehen unsere Definitionen da sehr, sehr stark auseinander.

    Ich persönlich sehe da schon noch einen deutlichen (!) Unterschied zwischen einer Rassepopulation, bei der eine nicht fertig erforschte Krankheit plötzlich und bei wenigen Tieren auftauchen kann, obwohl man von Züchterseite alles Menschenmögliche und Erdenkliche dafür getan hat, um diese Krankheit zu verhindern, und einem Einkreuzungsprojekt, wo ganz bewusst und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zahlreiche kranke Nachzucht fallen wird, bis man den optischen Typ der Rasse soweit verbessert hat, wie man sich das für die Zukunft erhofft (und bis dahin eben 'Ausschuss', der unter massiven Problemen leidet, in Kauf nimmt).

    Interessant wird es natürlich bei Grenzfällen, wo eine Krankheit gleichzeitig sehr, sehr häufig innerhalb einer Population auftritt, zwar züchterisch nicht gewollt ist und nicht darauf selektiert wird (d.h. kein Qualzuchtmerkmal im eigentlichen Sinne), aber so verbreitet ist, dass eine wahnsinnig große Anzahl von Hunden trotzdem betroffen sein wird – Stichwort "DCM beim Dobermann" z.B. Das wäre für mich beispielsweise auch ein ethisches Dilemma, wo ich Sichtweisen von Züchtern und Käufern spannend fände.

    Da hast du wahrscheinlich recht. Ethische Fragen sind aber zwangsläufig emotional, sonst wären sie nicht so philosophische Sackgassen, wenn man sie ganz logisch rational ausdiskutieren könnte.

    Das kann sein :smile:, aber ich erwarte von einem Züchter schon, dass er da emotional trennen kann. So wie es absolut verständlich ist, wenn ein Otto-Normal-Hundehalter natürlich seinen Hund für den besten, schönsten, tollsten hält ;), ein Züchter die 'Mängel' seines Hundes bzw. der Rasse aber deutlich vor Augen haben und nicht schönreden sollte. Wer das nicht kann, hat m.M.n. als Züchter ziemlich versagt.

    Was ich dabei interessant finde: Retro-Mops-Züchter (um mal bei dem Beispiel zu bleiben, trifft aber auf andere Einkreuzungsversuche genauso zu), wissen ja um die Probleme, sonst würden sie ja keine Einkreuzung machen. Das Problembewusstsein ist also grundsätzlich da. Im zweiten Schritt fände ich es dann tatsächlich spannend zu wissen, welche (un-emotionalen ;)) ethischen Abwägungen dahinter stehen.

    Für mich persönlich wäre die Sache klar – ich könnte es nicht mit mir vereinbaren, wissentlich schwer kranke Nachzucht auf dem Weg zum Errreichen eines Zuchtziels als "Ausschuss" zu haben. Ich züchte aber auch nicht und war auch als Welpeninteressent bei meinen favoritisierten Rassen noch nie in der Situation, dass ich mich mit Qualzuchtmerkmalen und deren Abwägung beschäftigen musste. Deshalb fände ich es tatsächlich interessant, welche Gedankengänge es da bei Züchtern und Käufern so gibt.