Beiträge von pardalisa

    Ich unterscheide bei uns zwischen "Bewegung mit bestimmtem Ziel" und "gemütlichen Trödelspaziergängen". :smile:

    Wenn ich z.B. mit dem Hund am Fahrrad unterwegs bin, dann mach ich das gezielt aus Physio-Gründen, d.h. der Hund soll da ruhig und entspannt traben - nicht schnüffeln, nicht plötzlich lossprinten und rasante Stopps einlegen, nicht markieren (darf er alles vorher beim normalen Gassi machen) - einfach nur ordentlich am Fahrrad laufen. Oder, anderes Beispiel, wenn ich wandern bin und eine 25/30/35km-Runde geplant habe, möchte ich nicht 'ne dreiviertel Stunde irgendwo stehen, weil der Hund ein Grasbüschel spannend findet und näher untersuchen will. (Überspitzt gesagt. ;)) Das wären so Anlässe, wo 'Hund macht einfach nur Hundedinge' für mich unpassend wären.

    Gemütliche Trödelspaziergänge dagegen sind für den Hund da, damit der machen kann, wozu er Lust hat (im erlaubten Rahmen natürlich!) - wenn er 'ne halbe Stunde am Bach herumtrödeln und planschen will, machen wir das. Wenn's irgendwo besonders spannend riecht und er da länger schnüffeln will, kein Problem. Wenn er sich mit Speed in irgendeinen schlammigen Graben werfen will, hab' ich vor dem inneren Auge zwar die Putzaktion, die hinterher nötig ist :lol:, soll er aber gerne machen. Wenn wir nur im Schlendertempo eine Runde gehen, weil er auf umgestürzten Baumstämmen balancieren (und für niedliches Herumstehen Kekse kassieren :ops:), will, machen wir das. Sowas wären für mich z.B. Hundedinge, die er gerne machen kann und die für ihn auch definitiv wichtig und für uns beide Qualitäts- und Entspannungszeit sind.

    So hat halt jeder seinen blinden Fleck.

    Hilf mir kurz auf die Sprüge, ich versteh' ganz ehrlich nicht, was du mir sagen möchtest... :ops: Was für ein blinder Fleck?

    Ich war (vielleicht auch, weil mein erster Beitrag unklar formuliert war?) davon ausgegangen, dass du in deiner Antwort zwei Sachen, die man fast nicht miteinander vergleichen kann, weil sie so verschieden sind, in einen Topf geworfen hast. Aber vielleicht habe ich dich falsch verstanden? :smile:

    ein Qualzuchtmerkmal ist ja nicht nur gewollt, sondern wenn die Zucht einer Rasse Leiden beinhaltet, bzw eben Leiden durch die Zucht entstehen kann, wie zb beim Cavalier Syringomyelia. Das ist sicherlich nicht gewollt, aber eben eine "Begleiterscheinung" und somit ein Qualzuchtmerkmal

    Jain. Jemand korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber bislang hatte ich das immer so abgespeichert:

    Krankheit = tritt ungewollt innerhalb einer Population auf, ist nicht an ein bestimmtes (optisches) Merkmal geknüpft, das züchterisch gewollt und/oder verstärkt wird; Züchter bemühen sich nach bestem Wissen und Gewissen, die Krankheit nicht auftreten zu lassen, Erbgang häufig unklar oder noch nicht hinlänglich erforscht, was zu 'plötzlichem' Auftreten führen kann (Beispiel: Epilepsie, DCM, HD, ect.)

    Qualzucht = züchterisch bewusst herbeigeführtes/verstärktes/in Kauf genommenes Merkmal, das direkt an Leiden/Schmerzen für das betreffende Tier gekoppelt ist, das aber trotzdem als erstrebenswertes Ziel von Züchtern beibehalten wird (Beispiel: extreme Kurzschnäuzigkeit mit den bekannten daraus resultierenden Problemen, extreme Faltenbildung mit ebensolchen, und eben auch der Kindchenschema-Kopf des Cavaliers, der Syringomyelie hervorruft).

    Mag sein, das ich mich irre :ops: was die Richtigkeit der Definition angeht – dann, wie gesagt, gerne verbessern! –, aber besonders im Rahmen einer Diskussion darüber, welche Verantwortung Käufer und Züchter von (Rasse-)Hunden haben, finde ich irgendeine Unterscheidung dieser Art der Begrifflichkeiten enorm wichtig.

    Nachdem Aussies relativ häufig Epilepsie haben, nimmst auch du Ausschuss in Kauf für einen dir genehmen Hund.

    Du würdest kranke, unvorhergesehen auftauchende Individuen einer Rasse als "Ausschuss auf dem Weg zur Erreichung eines Zuchtziels" beschreiben? :???: Dann gehen unsere Definitionen da sehr, sehr stark auseinander.

    Ich persönlich sehe da schon noch einen deutlichen (!) Unterschied zwischen einer Rassepopulation, bei der eine nicht fertig erforschte Krankheit plötzlich und bei wenigen Tieren auftauchen kann, obwohl man von Züchterseite alles Menschenmögliche und Erdenkliche dafür getan hat, um diese Krankheit zu verhindern, und einem Einkreuzungsprojekt, wo ganz bewusst und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zahlreiche kranke Nachzucht fallen wird, bis man den optischen Typ der Rasse soweit verbessert hat, wie man sich das für die Zukunft erhofft (und bis dahin eben 'Ausschuss', der unter massiven Problemen leidet, in Kauf nimmt).

    Interessant wird es natürlich bei Grenzfällen, wo eine Krankheit gleichzeitig sehr, sehr häufig innerhalb einer Population auftritt, zwar züchterisch nicht gewollt ist und nicht darauf selektiert wird (d.h. kein Qualzuchtmerkmal im eigentlichen Sinne), aber so verbreitet ist, dass eine wahnsinnig große Anzahl von Hunden trotzdem betroffen sein wird – Stichwort "DCM beim Dobermann" z.B. Das wäre für mich beispielsweise auch ein ethisches Dilemma, wo ich Sichtweisen von Züchtern und Käufern spannend fände.

    Da hast du wahrscheinlich recht. Ethische Fragen sind aber zwangsläufig emotional, sonst wären sie nicht so philosophische Sackgassen, wenn man sie ganz logisch rational ausdiskutieren könnte.

    Das kann sein :smile:, aber ich erwarte von einem Züchter schon, dass er da emotional trennen kann. So wie es absolut verständlich ist, wenn ein Otto-Normal-Hundehalter natürlich seinen Hund für den besten, schönsten, tollsten hält ;), ein Züchter die 'Mängel' seines Hundes bzw. der Rasse aber deutlich vor Augen haben und nicht schönreden sollte. Wer das nicht kann, hat m.M.n. als Züchter ziemlich versagt.

    Was ich dabei interessant finde: Retro-Mops-Züchter (um mal bei dem Beispiel zu bleiben, trifft aber auf andere Einkreuzungsversuche genauso zu), wissen ja um die Probleme, sonst würden sie ja keine Einkreuzung machen. Das Problembewusstsein ist also grundsätzlich da. Im zweiten Schritt fände ich es dann tatsächlich spannend zu wissen, welche (un-emotionalen ;)) ethischen Abwägungen dahinter stehen.

    Für mich persönlich wäre die Sache klar – ich könnte es nicht mit mir vereinbaren, wissentlich schwer kranke Nachzucht auf dem Weg zum Errreichen eines Zuchtziels als "Ausschuss" zu haben. Ich züchte aber auch nicht und war auch als Welpeninteressent bei meinen favoritisierten Rassen noch nie in der Situation, dass ich mich mit Qualzuchtmerkmalen und deren Abwägung beschäftigen musste. Deshalb fände ich es tatsächlich interessant, welche Gedankengänge es da bei Züchtern und Käufern so gibt.

    Ich find's schade, dass so eine Diskussion immer so schnell auf die emotionale Ebene abgleitet – um persönliche Angriffe geht's dabei ja wirklich nicht (oder sollte es zumindest nicht...).

    Gerade die Frage, wie viel betroffene Tiere bei der Nachzucht noch "vertretbar" sind und über welchen Zeitraum bzw. ob überhaupt zu rechtfertigen, finde ich z.B. total spannend; dazu würde ich wirklich gerne mal einen Retro-Mops-Züchter hören. Das grundsätzliche Zuchtziel ist ja lobenswert, aber wie entscheidet man für sich, was ethisch vertretbar ist, wenn – gerade am Anfang – noch so viele wirklich kranke Welpen fallen?

    Und als Käufer trägt man sowas ja mit – auch da fände ich es total spannend zu wissen, mit welchen Überlegungen die Interessenten an sowas rangehen und welche Abwägungen da gemacht werden.

    Ist zwar nicht ganz Hannover, aber kann mir jemand sagen, ob man ums Steinhuder Meer einmal rumlaufen kann und ob das eine schöne Strecke ist? Falls ja, wie viele Kilometer sind das ca.?

    Kann man. :smile: Bei schönem Wetter sind da auf den Wegen sehr, sehr viele Fahrräder unterwegs (gibt auf dem Großteil der Strecke keinen getrennten Rad- und Wanderweg), das kann recht nervig sein, bei 'schlechtem' Wetter ist's ziemlich entspannt. Der Rundweg hat irgendwas um die 32km.

    Hier gibt's zwei solcher Wiesen, ich finde die super – weil sich da die unangenehmen Hundehalter, die ihren Hund gerne mal sich selbst überlassen und finden, dass Fiffi sich grundsätzlich und jederzeit frei entfalten muss, gerne sammeln, und ich dann weiß, um welche Ecken ich einen groooßen Bogen mache. |)

    Nein, Scherz beiseite. ;) Die eine Wiese hier ist offiziell als Hundewiese ausgewiesen, ist allerdings winzig und zwar auf den ersten Blick eingezäunt, der Zaun hat aber riesige Löcher und daneben sind zwei Straßen. Die Anwohner entsorgen außerdem gerne mal ihren Kompost und Rasenschnitt auf der Wiese, was Ratten anzieht – alles in allem also weder für sonst nicht ableinbare Hunde, noch zum Trainieren o.ä. zu gebrauchen.

    Die andere Wiese ist ziemlich groß und eher "unoffiziell", wird von der Stadtverwaltung aber geduldet. Richtig eingezäunt ist die nicht, aber es gibt ein paar natürliche Begrenzungen, die dafür sorgen, dass man da jagdlich interessierte Hunde auch mal ganz gut laufen lassen kann. Allerdings sollte der eigene Hund schon ziemlich robust sein, wenn man da öfter gehen will – Leckerli werden da freigiebig in Hundegruppen verteilt, Spielzeug fliegt auch einfach so zwischen unbekannte Hunde, und wenn man nicht will, dass fremde Hunde (gerne auch mal in höherem Tempo) auf den eigenen zugerast kommen, um zu "spielen", sollte man sich besser fernhalten. :hust: Bei regnerischem Wetter oder zu sehr antizyklischen Uhrzeiten kann's da ganz okay sein, bei Sonnenschein/am Wochenende ist's eine Katastrophe.

    Ich setz freiwillig keinen Fuß auf eine der beiden Wiesen (ich bin aber auch grundsätzlich eher nicht Hundewiesen-tauglich :ops:).

    Habt ihr ein Alter ab dem der Ersthund aus eurer Sicht zu alt ist für einen Zweithund? So ein wenig lese ich gerade bei den 3/4/5-Hundehaltern raus, dass es das nicht gibt?

    Keine konkrete Zahl, also ich würde z.B. nicht grundsätzlich festlegen "ab zwölfjährigem Ersthund kommt mir niemals ein zweiter ins Haus" oder so, aber es gibt schon Umstände, wo ich sagen würde, dass ich einem Seniorhund keinen Neuzugang zumuten würde.

    Das können gesundheitliche Gründe sein, das könnte theoretisch auch sein, dass ich mir die Doppelbelastung aus Altenpflege und Junghund-Flausen in dem Fall nicht zutrauen würde, das könnte auch einfach sein, dass der ältere Hund nicht besonders scharf auf Welpen oder generell Veränderungen ist und ich ihm einen ruhigen Lebensabend schenken will.

    Umgekehrt kann es natürlich auch gut sein, dass ein Zweithund zu einem älteren Hund genau die richtige Entscheidung ist und dem wirklich gut tut – ich würd' das immer im Einzelfall abwägen und im Zweifelsfall pro Seniorhund entscheiden. :smile:

    So schwer vorstellbar finde ich die Kosten für Hundehaltung gar nicht... :ops:

    Wenn ich mir angucke, was man hier in der Region z.B. für einen Einstellplatz für ein Pferd bezahlt, oder was nicht-Hunde-haltende Bekannte für ihre Hobbys so ausgeben – da kommt meine Hundehaltung noch vergleichsweise günstig weg. |)

    Einen Hund (oder zwei, drei, vier...) zu haben ist halt in vielerlei Hinsicht ein "Luxus" und man sollte den finanziellen Aspekt vor der Anschaffung sicher mal durchgerechnet haben, aber solange der Hund tierärztlich vernünftig versorgt wird und keinen absoluten Müll zu fressen bekommt, gibt's da durchaus Punkte, an denen man sparen kann, wenn es nötig sein sollte.