Ich weiß schon, was heute ein paar DF Menschen nachmittags machen werden
Ertappt...
Wobei, morgen soll's regnen – vielleicht stell ich's doch einfach auf die Straße statt in die Garage und hoffe auf 'nen richtigen Pladderregen?
Ich weiß schon, was heute ein paar DF Menschen nachmittags machen werden
Ertappt...
Wobei, morgen soll's regnen – vielleicht stell ich's doch einfach auf die Straße statt in die Garage und hoffe auf 'nen richtigen Pladderregen?
Da fällt mir eine Frage ein. Hier in NDS braucht man einen Sachkundenachweis in Theorie und Praxis. Ich habe vor über 10 Jahren in NRW einen theoretisch Nachweis gemacht. Gilt er hier jetzt auch noch?
Ich bin mir bezüglich der unterschiedlichen Bundesländer unsicher.
Du musst lückenlos nachweisen können (z.B. durch Hundesteuernachweise o.ä.), dass du mindestens in den zwei Jahren vor der Neuerung im niedersächsischen Hundegesetz einen Hund besessen hast – ich glaub, das war 2011 –, dann bist du von der Sachkunde befreit.
Falls nicht, ist das allerdings auch kein großes Drama – der Hundeführerschein ist echt gut zu bestehen und man muss ihn auch nicht mit dem eigenen Hund machen, sondern kann sich dafür auch einen Hund bei Freunden, etc. 'ausleihen' (falls das mit der Hündin klappt und ihr nicht wisst, ob so eine Prüfungssituation mit ihrer Taubheit schwierig sein könnte).
(Umso mehr muss ich dann immer schmunzeln, wenn jemand mit "Merle ist aber Qualzucht!! Muss man doch mal drüber reden!!" anfängt und dann auf Nachfrage "Welches Merle denn genau?" keinen Plan hat...
)
Naja, bedeutet dann aber das hier niemand mehr mitdiskutieren darf ohne vorher enen Nachweis zu erbringen das er in Sachen XY ein Experte ist.
Macht den Thread dann wieder enorm nutzlos, weil man so eben nicht die Leute erreicht die halt a) gerne neues Wissen mitnehmen und b) eben möchten das sich die Qualzuchtthematik mehr in den Köpfen der Leute verbreitet damit wir den ganzen Scheiß mit den Qualzuchten hoffentlich bald mal hinter uns lassen können.
Niemand hat gesagt, dass man erstmal ein halbes Studium der Farbgenetik hinlegen muss, bevor man sich zum Thema Merle äußern darf... Aber wenn man eine bestimmte Sache als Qualzucht bezeichnen möchte, dann fände ich es schon schön, wenn man wenigstens mal 'ne halbe Stunde was dazu gelesen hätte, ja. Das ist ja jetzt kein leichtfertiges Urteil, sondern schon eine enorme Wertung, wenn ich sage, dass XY eine Qual ist.
Vielleicht haben wir da auch unterschiedliche Vorstellungen davon, was ein 'gutes' Ergebnis so einer Diskussion wäre. Mir geht's nicht darum, zu sagen "Merle ist total doof und sollte nie mehr gezüchtet werden", genauso wie ich "Merle ist super unbedenklich, kann man fröhlich verpaaren und kaufen" irgendwie sinnig fände. Wenn alleine schon das Bewusstsein dafür steigt, dass das ein komplexes Thema ist, wo sich der Züchter richtig gut auskennen und besondere Sorgfalt walten lassen muss, wär das schon super. Da dann aber pauschal "Qualzucht!" zu schreien und das so stehen zu lassen (oder mit Brachyzephalie zu vergleichen, was in mehrerer Hinsicht... schräg ist) ist m.M.n. auch nicht zielführend.
Welches Merle... Sagt doch auch schon so einiges aus, oder?
Wenn man etwas bis ins hinterletzte Allel untersuchen muss um sicherzugehen das es nicht schadet, ist es dann nicht trotzdem kritisch zu betrachten?
Natürlich kann man es kritisch betrachten. Soll man sogar. Und ich stimm dir absolut zu, dass sinnloses Reingezüchte von Merle in Moderassen kompletter Blödsinn ist. Da geht's rein um Optik und darum, was sich gut verkauft. (Und ich bezweifle auch, dass diese 'Züchter' da up-to-date mit Gentests sind... )
Trotzdem ist der Begriff Qualzucht für vernünftige Zucht mit Merle-Hunden m.M.n. irreführend. Wenn ich einen Hundtyp ohne Nase züchten will, dann kann ich das nicht tun, ohne dass das die Nachzucht unfassbar leidet und mit Atemproblemen leben muss. Wenn ich einen Hundetyp züchten will, der massivste Faltenbildung und Hängelieder aufweist, dann kann ich das nicht tun, ohne dass die Nachzucht leidet und mit Schmerzen durch's Leben geht. Wenn ich merlefarbene Hunde züchten will, dann kann man über die Sinnhaftigkeit im Zuge von der Gewichtung von Äußerlichkeiten in der Zucht, etc. disktuieren, aber ich bekomm das problemlos hin, ohne dass auch nur ein einziger Nachkomme dadurch irgendwelche Nachteile hat.
Wird einigermaßen klar, wie ich das meine und warum da in meinen Augen ein enormer Unterschied ist?
Defekt ist Defekt. Nicht in Ordnung. Das ist die Bedeutung davon.
Warum also unbedingt so dermaßen für etwas plädieren das doch eindeutig als Defekt markiert ist?
Das zum Beispiel ist jetzt so eine sehr, sehr starke Vereinfachung, die ich schwierig finde. Ja, Merle ist aus einer Veränderung/Defekts des SILV-Gens entstanden. Aber soweit ich weiß, beruhen z.B. Schlappohren bei Hunden ebenfalls auf einem Gendefekt... Da grundsätzlich zu sagen "ist ein Defekt, das sagt doch alles" greift mir viiiel zu kurz. (Es sei denn, man möchte tatsächlich nur noch wildfarbene Hunde mit Stehohren haben, dann ist der Einwand natürlich berechtigt.
)
Und auch auf die Gefahr hin, mich nun furchtbar unbeliebt zu machen: Mir wäre es ehrlich gesagt lieber, wenn die Menschen im Zweifel immer wieder "umsonst" wegen eines Vibrationshalsbands nachfragen, als wenn sie sich das nicht trauen und deshalb dann auch ungerührt am ERG vorbeigehen. Aber ok, ich finde ja auch diese Sprühhalsbänder schon furchtbar...
Gegen höfliches Nachfragen sagt ja, glaub ich, auch niemand was.
Aber manche Leute ticken da regelrecht aus und fangen direkt an zu brüllen, bevor sie fragen... Bei uns im Dorf gab's z.B. mal einen riesigen Aufstand, weil jemand den örtlichen Jagdpächter regelrecht gestalkt hat – der hatte bei seinen Hunden, wenn die im Einsatz waren, GPS-Halsbänder dran, aber die Person, die da die Welle gemacht hat, war der festen Überzeugung, das sei Strom und der Jäger gehöre dafür geteert und gefedert aus dem Dorf gejagt.
(Dabei ist das einer von den wirklich, wirklich netten Jägern, der nix pauschal gegen Hundehalter hat und richtig toll mit seinen Tieren umgeht.)
Und bevor ich mich regelmäßig beim Spaziergang als Tierquäler beschimpfen lasse, würd ich persönlich 'nem tauben Hund auch eher direkt ein nettes Halstuch oder so über das Vibrationshalsband ziehen.
Gibt es irgendetwas im Harz am See?
Die ganze Gegend um das Oberharzer Wasserregal ist ziemlich genial. Das Einzige, was einem da leider passieren kann, wenn der Sommer wieder so heiß ist und in die ganzen Seen nicht genug Wasser zu- und abfließt, sind Blaualgen. Da muss man echt gut aufpassen; meistens sind Schilder an den Parkplätzen, wenn ein See betroffen ist, aber letztes Jahr war's z.B. am Prinzenteich richtig übel.
Ansonsten 'nen buntes Halstuch drüber knoten.
Da gehen dann bei Leuten wie mir erst recht die Alarmglocken an, weil ich das vom HuPla 'früher' noch als klassische ERG-Abdeckung verknüpfe , aber der Otto-Normal-Spaziergänger ohne Hund lächelt dann nur nett und freut sich, da spart man sich sicher 'ne Menge doofe Sprüche mit.
Ändert jedoch nichts daran, dass die Hunde praktisch (in den meisten Fällen) für ein nicht artgerechtes Leben gezüchtet werden.
Wo wir gerade bei Argumenten sind, die jeglicher Grundlage entbehren...
Sorry, ich versuch's noch mal netter. An welchen Parametern machst du denn fest, ob die betreffenden Hunde artgerecht gehalten werden und "ihre Natur ausleben" können? An dem ursprünglichen Zuchtziel? An der Entstehungsgeschichte der Rasse? Wenn ja, zu welchem Zeitpunkt? (Solche Sachen sind ja naturgemäß Schwankungen unterworfen.) Wie unterscheidest du einen individuellen Hund, der schlecht gehalten wird, von einer ganzen Rasse, die deiner Meinung nach ein Problem mit nicht artgerecht möglicher Haltung hat?
Einfach nur zu sagen "ich kenne in meiner Nachbarschaft ein paar mies erzogene Hunde, also muss das wohl Qualzucht sein", ist ja unfassbar kurz gedacht und war sicher nicht deine Absicht. Da muss es ja objektive, nachprüfbare Kriterien geben, oder?
Edit: Sorry, ich nehm's zurück, das Thema gehört eigentlich wirklich nicht hier her.
Wobei das ja nicht von Alimonera ausging.
Oh Gott, nein, war auch nicht als Kritik in die Richtung gedacht! Ich hab' das nur öfter im privaten Umfeld und möchte jedes Mal die Augen verdrehen und mich fragen, woher die Leute die Selbstsicherheit nehmen, irgendwo den 'Qualzucht'-Stempel draufzudrücken, wenn sie eigentlich nicht mal wirklich Ahnung vom Thema haben.
Aber du hast natürlich Recht, das Thema ist komplex und gerade die wissenschaftlichen Artikel sind nicht einfach zu verstehen, und es hat natürlich auch nicht jeder Bock, sich da einzulesen (was ja völlig okay ist). Umso besser, wenn man in solchen Diskussionen immer mal wieder darauf kommt, dass sich die Forschung zu Merle in den letzten Jahren echt riesig weiterentwickelt hat.
Sehr komplexes Thema wie es scheint.
Total! Und super spannend, finde ich.
(Umso mehr muss ich dann immer schmunzeln, wenn jemand mit "Merle ist aber Qualzucht!! Muss man doch mal drüber reden!!" anfängt und dann auf Nachfrage "Welches Merle denn genau?" keinen Plan hat... )
Mhm, also ich seh' das krampfhafte Reinzüchten von Merle in Rassen, wo's bisher nicht vorkam, auch extrem kritisch. Mal ganz platt gesagt: Was hat so'n Pudel, eine Bulldogge oder ein Spitz davon, wenn das Fell bunt ist? Nix. Der einzige Grund, warum das gemacht wird, ist doch, weil es Käufer gibt, die die Optik toll finden (und ihre Hundewahl davon stark beinflussen lassen) – und ob man jetzt genau diese Leute als 'Züchter' auch noch ansprechen sollte? Eher nicht.
Schwieriger finde ich es bei Rassen, wo Merle schon seit Ewigkeiten vorkommt und die Selektionskriterien in der Zucht ganz andere sind. Ich kann jetzt hauptsächlich vom (AL-)Aussie sprechen, weil ich mich da auskenne, aber: Ich kenne keinen seriösen Züchter, der da auf Merle als 'Hingucker' setzt. Da wird verpaart, was dem Zuchtziel entspricht und vernünftig arbeiten kann, nix weiter. Wenn der Hund merle ist, muss der andere Partner eben solid sein (notfalls macht man 'nen Gentest; das ist jetzt keine große Sache, weil man den wegen DM, PRA und MDR1 eh machen sollte) und gut ist's. Das Risiko von Doppelmerle hat man damit nicht mehr. Würde man da jetzt sagen "Merle raus aus der Zucht" würde da massiv viel gutes Gen-Material verloren gehen.
Ich denke, schwierig wird's immer da, wo die Optik im Vordergrund steht. Merle verleitet leider dazu, auf Farbzucht und "Wow"-Faktor zu setzen. Das Grundproblem ist aber nicht die Farbe an sich, sondern der Umgang einiger 'Züchter' damit. Oder, um es anders zu sagen: gäbe es Merle nicht (mehr), würden solche Leute halt auf blaue Augen, extravagante Abzeichen, dilute, etc. setzen – das sieht man ja bei anderen Rassen schon ganz hervorragend, dass da, auch ohne Merle, der Trend zu Vermehrung nach rein optischen Merkmalen geht (z.B. bei blauen Dobermännern, 'silber' Labradoren, etc.).
Deswegen jetzt aber zu sagen, dass es besser wäre, wenn der gewissenhafte Sheltie/Collie/Aussie/AHH/was-auch-immer-Züchter auf Verpaarungen mit einem Merle-Elternteil (und ggf. Gentest) verzichtet, ändert nix am ursprünglichen Problem. Leider.