Beiträge von pardalisa

    Der Hund bellt wieder und wieder stundenlang? Wo steht das denn? :???:

    Hier zum Beispiel:

    Freitag hat's an der Tür geklingelt während ich weg war. Ab diesem Zeitpunkt hat er gebellt. Samstag war ich bei Freunden abends. Da hat er auch keine Ruhe gefunden. Da musste ich ihn holen. Montag erneut: Es hat geklingelt und ab diesem Zeitpunkt hat er gebellt...

    Mittwoch war ich dann drei Stunden auf Arbeit. Da war wieder alles gut. Heute dann der absolute Tiefpunkt. Er hat vier Stunden wirklich massivst gebellt.

    Vergangenen Donnerstag hat er dann während ich weg war erst laufend Newton belagert und dann das Haus so hart zusammengebellt, dass die Nachbarn (verständlicherweise) die Polizei angerufen haben.

    (Eine der Situationen war, glaub ich, doppelt aus zwei verschiedenen Threads, aber so als ersten Eindruck.) Wie gesagt, nicht als "Anklage" oder "Vorführen" gemeint, aber ich kann mir halt schon wenigstens ein bisschen erklären, woher der Unmut bei manchen Nachbarn kommt und warum das so eskalieren konnte.

    Ich will dich damit gar nicht angreifen, ich kenn dich ja nicht.

    Aber mal ganz platt gesagt: wäre ich da Nachbar, wär's mir irgendwann egal, ob der Hund immer wieder und wieder stundenlang bellt, weil er krank war oder gestresst durch läufige Hündinnen oder was-auch-immer ;) – das ist einfach 'ne Belastung in so einer Mehrfamilienhaus-Gemeinschaft. Deshalb fänd ich bei solchen Sachen, wo sich sowas so hochgeschaukelt hat, die andere Perspektive ja so interessant...

    Ich plane für einen Hund auch mit 100-150€ im Monat und bin da in der Regel deutlich drunter, der Rest wandert dann halt auf's Hunde-Sparkonto für zukünftige TA-/Physio-Kosten o.ä. Er ist im Moment echt "sparsam im Verbrauch" xD, aber eben auch in den besten Jahren und fit – man hofft's natürlich nie, aber da kann ja schnell noch was kommen. (Der Opi war sein ganzes Leben kaum krank und hat dann in seinen letzten Monaten unzählige TA-Termine, Blutbilder und ein CT in 'ner Spezialklinik bekommen, da war ich auch froh, da ein komfortables Polster für zu haben.)

    Ich (als eigentlich eingefleischter Aussie-Fan xD) treff auch lieber Border Collie oder Vizsla als Out-of-Order-Modehunde, statt Aussie und Co. Der BC oder Vischel ist bei einem lauten "Buuuh!" plus Ausfallschritt in seine Richtung wenigstens mit eingezogener Rute auf dem Rückzug... |)

    Wenn der Hund richtig freidreht, treff ich allerdings tatsächlich lieber Aussies als BC – die Aussie-Leute wissen ab einem gewissen Grad wenigstens, dass ihr Hund ein Assi ist und besser angeleint gehört |), die BC hier dürfen fröhlich weiter schleichen und mobben, weil "der macht ja nix"... :doh: (Ja, keine Löcher. Trotzdem will ich den nicht kennenlernen, wenn der meinen Hund schon aus 50m Entfernung schön als Jagdobjekt fixiert.)

    Ui, danke, @Alimonera. :ops:

    Wie kam es eigentlich dazu, dass es verstärkt so viele Aussies gab? Was war die Ursache? Ein Film? Oder eine bestimmte Werbung? :ka:

    Ich glaub, da kamen mehrere Faktoren ungünstig zusammen. Zum einen ist ein Aussie rein optisch das, was praktisch ist und viele Leute bei einem Hund wollen – mittelgroß, keine körperlichen Extreme in irgendeine Richtung, angenehmes Gewicht –; zum anderen wurde da von "Züchterseite" auch arg geschönt, was die Eigenschaften angeht. Wenn man einen Hund als intelligent, leicht erziehbar, familientauglich, wenig Jagdtrieb, etc. anpreist, spricht das natürlich viele Leute an. Dazu dann der Merle-Hype und zack, hat man das Dilemma.

    Edit: Und viele Leute fanden, zumindest in der Anfangszeit des Aussie in D, auch BC echt toll, haben sich den aber nicht zugetraut, da wurde der Aussie ganz häufig als "einfachere Alternative" gehandelt. Was natürlich Blödsinn ist, aber mit meinem älteren Rüden hab ich das sooo häufig gehört: "Oh, ich hätte ja so gerne einen BC, aber ich weiß nicht, ob ich dem gerecht würde. So'n Aussie muss ich mir mal näher angucken." (Was hab' ich mir da den Mund fusselig geredet, die Unterschiede zwischen den Rassen zu erklären. :ugly:)

    Es muss ja nicht jede Rasse als krasser Arbeiter oder Sporthund gezogen werden - das wollen viele gar nicht haben.

    Jain – das Grundproblem (und da sind wir dann wieder bei ursprünglichen Threadthema xD) ist ja leider häufig, dass in so einer Modewelle vermehrt Hunde, die ursprünglich mal über ihre Arbeitseigenschaften selektiert wurden, plötzlich in großer Zahl und häufig nur nach Optik "auf den Markt geworfen" werden. Und da hat man dann beim Aussie – und bei zig anderen Rassen – das Problem, dass nicht nur die reine Arbeitsfähigkeit für den 'Job' verloren geht (womit viele Halter realistisch wahrscheinlich noch irgendwie ganz gut leben könnten, wenn der Hund jetzt plötzlich keine Rinder mehr treiben mag/kann ;)), sondern leider auch Nervenstärke, Belastbarkeit, Kooperationswille, etc. Das ist dann echt schade.

    Insofern: jemand, der seinen Aussie als 'voll krasses, hoch schwieriges Arbeitstier' hinstellen will, würde ich auch sehr schräg finden :lol:, da bin ich voll bei dir. Aber der Trend, Hunde aus urprünglich arbeitstauglichen Rassen zu reinen Begleithunden zu züchten, ohne irgendeine Art von Überprüfung der ursprünglichen Eigenschaften in der Zucht, seh ich sehr kritisch. Kann klappen, gibt's angenehme Beispiele zu, kann aber auch richtig, richtig in die Hose gehen (und schade um die charaktertypischen Rasseeigenschaften ist's in beiden Fällen).

    Weil ich sie nie als ernsthafte Sporthunde kennengelernt habe [...]

    Ja, das geht mir genauso. Meinem Eindruck nach teilt sich die SL/als 'Begleithund gezüchtete' Variante des Aussie da in zwei Richtungen: die einen sind Vollkatastrophen :mute:, die den Drive und das Aggressionsptenzial der AL mitbringen, aber null führig sind, weil darauf nie vernünftig selektiert wurde (die sieht man dann auch nur sehr selten irgendwo rumlaufen und die Leute dazu sind vom Aussie meist gut geheilt... |)); die anderen sind nett und unauffällig, aber mir persönlich z.B. häufig zu farblos im Charakter.

    Die sind als Begleiter gar nicht schlecht, aber zum einen ist's Glückssache, so einen zu erwischen, und zum anderen ist da von den eigentlich rassetypischen Eigenschaften auch nicht mehr sooo viel übrig (siehe "strong herding and guardian instincts"). Keine 'schlechten' Hunde, aber wenn man eigentlich einen ursprünglichen Aussie nach Rassestandard wollte, fehlt da einfach was am Gesamtpaket. Als zufällige Spaziergangsbegegnung oder im Umfeld natürlich um Längen angehmer zu haben als die erste Variante... xD