Beiträge von pardalisa

    Wobei ich das mit dem Maulkorb als (ehemalige) Halterin eines großen Hundes auch immer ein bisschen eine trügerische Sicherheit finde... Ich bin jahrelang zu den Semesterferien zwischen dem Wohnort meiner Eltern und meinem Studiumsort weite Strecken Bahn gefahren (> 400km), mein Hund hatte dabei DB-Beförderungsbedingungen-konform einen Maulkorb auf.

    Und trotz überdeutlich sichtbarem, stabilen Drahtmaulkorb auf der Hundeschnauze haben erstaunlich viele Eltern ihre Klein- und Kleinstkinder auf den Hund zuwackeln oder -krabbeln lassen, weil "der schaut ja so lieb". :doh: Ist natürlich nie was passiert, der Hund war weder darauf aus, Kinder proaktiv in Einzelteile zu zerlegen ;), noch steh' ich natürlich daneben und träume vor mich hin, selbstverständlich ist das auch meine Aufgabe als Hundehalterin, da den Überblick zu wahren und rechtzeitig einzugreifen. Aber ich fand's jedes Mal wieder erschreckend, wie komplett sorglos und merkbefreit manche Leute da sind - denken die nicht so weit, dass auch ein Maulkorb im Kindergesicht richtig, richtig übel wehtun könnte, wenn man das Kind unter Sitzreihen hindurch auf einen liegenden Hund zukriechen lässt und der sich erschrecken könnte? :???:

    Alleinbleiben war hier im Zahnwechsel ein Thema - vorher ging's ganz alleine, während des Zahnwechsels nur mit dem älteren Hund zusammen oder jemandem aus der Familie zum Sitten, seit die Zähne alle durch sind klappt auch das Ganz-Allein-Sein wieder. Da wurde anscheinend irgendein Level im Junghund-Hirn kurzzeitig blockiert und wieder freigeschaltet. :lol:

    Und gemessen und gewogen hab' ich den Kobold auch mal wieder - 48cm und 13,9kg. :gut: Ein bisschen größer und schwerer als seine Schwester, von seinen Brüdern der leichteste. (Aufhänger war der Kommentar eines Herren beim Spaziergang, der meinte: "Border Collie, gell? Die ist aber mickrig! Meine war stabiler in dem Alter, da muss noch gut was ran! So schaut'se hässlich aus." ... joah, könnte damit zusammenhängen, dass es a) kein Border Collie und b) keine Hündin ist. Aber danke für den qualifizierten Beitrag, Herr Unbekannt! :lol:)

    Ich war gestern etwas empört als meine Mutter meinte, bei Wilwi hätte ich in dem Alter ja erziehungsmäßig doch etwas mehr gemacht (stimmt vermutlich sogar :hust: ).

    Oh, das kenn ich im Moment auch nur zu gut... :lol:

    Der Kobold ist nächste Woche sieben Monate alt und kann weder Sitz noch Platz noch sonst irgendwelche 'klassischen' Kommandos oder Tricks (sehr zur Verwunderung meiner netten älteren Nachbarin, die ganz enttäuscht war, dass er noch nicht Pfötchen geben kann wie mein achtjähriger Rüde, der sich damit immer fleißig Leckerli schnorrt, wenn wir sie treffen |)).

    Aber er bleibt gut ein paar Stunden alleine, ist im Freilauf unkompliziert und orientiert sich schön an mir, ist erstaunlich schnell stubenrein geworden, verträgt sich richtig gut mit dem großen Hund, ist höflich mit den Hunden von Freunden, hat eine wahnsinnig angenehme Art im Umgang, liebt meine Familie, und tappst neugierig und gut gelaunt durch's Leben - was will ich mehr? :herzen1:

    Was habt ihr da so für Erfahrungen mit dem 'spätreif' beim Aussie - haben sich eure Aussies zwischen 2 und 3 Jahren nochmal sehr verändert? Fände ich spannend zu hören...

    Oh ja, total! In dem Alter hat sich noch einiges getan - die Richtung, in die's ungefähr geht, war vorher schon ganz gut sichtbar, aber so wirklich 'fertig' waren meine bisher zwischen drei und vier Jahren. :smile: (Wobei man dazu sagen muss, dass ich bisher immer nur Aussierüden hatte - Aussie als Spätentwickler plus das generell Spätentwicklertum von männlichen Säugetieren... ;) Da kommt wahrscheinlich beides ein bisschen zusammen. :lol:)

    Hast du ein Bild von deinem Neuzugang?

    Meine beiden sind recht pflegeleicht und ziemlich niedlich im Umgang, wenn ich krank bin – der Große schleppt ab und zu mal irgendwas an, von dem er wahrscheinlich glaubt, dass es mir helfen könnte :lol: (ist sonst gar nicht seine Art, aber dann bekomme ich halt ein Stück Altpapier aus der Kiste in der Küche oder ein Spielzeug oder einen herumliegenden Socken 'geschenkt') und legt sich dann wieder dazu; der Kleine kuschelt sich einfach an und schaltet in den Murmeltierschlafmodus. :herzen1:

    Spaziergänge gibt's nicht groß, zum Lösen können sie in den Garten gehen, und um Beschäftigung mache ich mir auch keine Gedanken, wenn ich so Grippe-mäßig krank bin. Wäre ich absehbar länger krank (also wochenlang und aufwärts), würde der Hundesitter des Vertrauens sie mal mit zum Spaziergang nehmen und ich mir überlegen, was man an Tricks und Schnüffelsachen wieder auffrischen kann – aber für so absehbar kurze Sachen: das verschlafen wir entspannt gemeinsam.

    Söcks wird nicht erkannt? :shocked:

    Bente wird immer als Aussie erkannt. Ist nur häufig eine Mini-Hündin. :pfeif:

    Die Male, die Söcks in seinen acht Jahren bisher als Aussie erkannt wurde, kann ich an einer Hand abzählen und hätt' noch Finger frei. |)

    Von Münsterländer-Mix über Deutsch Langhaar (kann ich sogar ein bisschen nachvollziehen, die gibt's hier beide auf dem Dorf bei den Jägern viel mehr als wir Aussies in der weiteren Nachbarschaft haben) bis zu Husky-Mix (wahrscheinlich wegen des Auges?) und "irgendwas mit Labrador" (ich glaub, die meisten älteren Leute hier kennen Dackel, Pudel, Münsterländer, Schäferhund und Labrador – und mit seiner braunen Grundfarbe wird Söcks dann gedanklich mal so, mal so einsortiert :lol:) hab' ich schon alles gehört.

    Und der Kobold ist eh immer ein Border Collie oder – ganz exotisch dann im Duo :lol: – ein Border-Collie-Labbi-Mix. Ich find's aber auch nicht schlimm, dass die beiden nie erkannt werden, muss ich zugeben. :ops:

    Würd' ich Bente nicht kennen, hätte ich sie wahrscheinlich auch für 'nen Mini gehalten. :ops: (Und mich gefreut, dass es die auch in hübsch gibt :herzen1:, da kenn ich sonst leider nur welche, die nach schlimmem Gebäude-Unfall aussehen... |))

    Dito. |) Seit hier zwei solid-grundfarbene Aussies leben, ist der Kleine (black bi) bei Rassefragenfeststellungen von Passanten grundsätzlich ein Border Collie und der Große (red tri) oft "Öhm, ist da Labbi mit drin? Und Border Collie?" Wenn ich mit dem Großen alleine unterwegs bin, wird er häufig zielsicher als "irgendwas mit Jagdhund und Border Collie" identifiziert, ab und zu mal als Husky-Mix. xD

    Merke: wenn's keine Flecken hat, isses auch kein Aussie. :lol:

    Vielleicht ist es nur mein subjektiver Eindruck, aber ich habe im Dogforum häufig das Gefühl, Aussies sind quasi Malis in bunt. Total schwierig, artgenossenunverträglich, ...

    Kann ich so aus meinem Umfeld überhaupt nicht bestätigen. Klar, das ist kein netter Modehund, der einfach so nebenbei läuft und braucht schon seine Beschäftigung plus ausreichend Ruhe, aber wenn das gegeben ist, kenne ich die als recht unproblematisch.

    Ich find's gerade nicht wieder, aber ich glaube, Gammur war's, die dazu mal ganz hervorragend was geschrieben hatte... Verkürzt und aus meiner Erinnerung wiedergegeben :ops: – die Hochphase der Aussie-Modewelle flacht ja so langsam endlich mal ab, aber wenn man die schlimmsten Zeiten davon mitbekommen hat, in der Zeit eventuell sogar als Trainerin auf dem Platz stand oder im Hundeschul-Kontext tätig ist/war, hat man da sehr, sehr, sehr viele Aussies gesehen, deren Besitzer viel zu schlecht informiert und blauäugig an die Hundeanschaffung herangegangen sind und die typischen beschönigenden 'Werbeversprechen' von "jagt nicht, ist kinderlieb, intelligent und schön bunt" ohne weitere Recherche glauben wollten. "Border Collie in light" fiel da öfter mal, und das stimmt ja hinten und vorne nicht.

    Was dann natürlich zu genau der Art von Aussie führt, die man nicht treffen, geschweige denn haben will: nervlich durch, laut, hysterisch, unkontrolliert, gerne führungslos mobbend, im worst case zubeißend. :fear: Aus der Erfahrung raus, und weil man neuen Rasseinteressenten hier im Forum ja mal vorsichtig unterstellen kann, dass die eh schon ein bisschen Herzchen in den Augen haben, wenn sie sich für einen Aussie interessieren ;), irgendwoher kommt ja die Begeisterung/das Interesse, find' ich es dann völlig verständlich, wenn man auch auf die... kernigeren Eigenschaften hinweist :hust: und das je nach Fragestellung/Situation auch ganz deutlich. Das macht die Rasse ja nicht 'schlecht', ganz im Gegenteil!

    Klar, Aussies sind keine bunten Malis – aber dass sie reizoffen sind, dass sie Schutz- und Wachtrieb mitbringen (mitbringen sollen! – das klingt ja öfter mal als negative Sache an, aber das finde ich z.B. immer viel zu kurz gedacht und etwas schade), dass sie dazu gezüchtet wurden, mehrere hundert Kilo schweres Rindviechzeugs mit der entsprechenden Willenskraft und körperlichem Einsatz zu bewegen, und dass diese Entschlossenheit dazugehört und man die wollen sollte, dass Verträglichkeit mit (gleichgeschlechtlichen) Artgenossen im Erwachsenenalter eine Kann-, aber keine Muss-Geschichte ist und man das im Hinterkopf haben sollte, und das solche Sachen wie Besuch/Ressourcen/Jagen/... in unterschiedlichen Abstufungen ein Thema sein können – ich find's fair, das bei Rasseinteressenten zu sagen.

    Ich lieb' meine Aussies sehr, hier wohnt jetzt seit einigen Monaten der dritte – ich hab' hin und her überlegt, welche Rasse es werden sollte und bin doch wieder beim Aussie gelandet :ops:, weil es einfach genau das ist, was ich will und mag. :herzen1: Und ich find' meine beiden Rüden hier auch im besten Sinne unkompliziert und würde die nie als "huch, schau mal, wie krass!" oder so beschreiben. Ich hab' so mittelgutes Timing, bin so mittelkonsequent, hab' so mittelmäßig viel Ahnung von Hundeerziehung :ops::lol: und das läuft hier alles ziemlich unproblematisch; insofern geh' ich da absolut mit, dass ein Aussie jetzt wirklich kein unschaffbares Hexenwerk im Zusammenleben ist – aber auf ein paar Sachen, die meist nicht zum "Aus der Modewelle noch übrig gebliebenen"-Bild der Rasse passen, finde ich es trotzdem wichtig hinzuweisen.

    (Und ich finde beim Aussie die charakterliche Spannweite innerhalb der Rasse auch wahnsinnig groß. Wirklich irre groß. Als jetzt mein jüngster Rüde hier einzog, hatte ich ziemlich genaue Vorstellungen, was ich möchte, und einer der Gründe, warum es der Hund aus dem Wurf wurde, war, dass ich das so schnell nicht wieder gefunden hätte. Da finde ich die Suche nach dem, was für mich 'Aussie, wie er sein sollte' ist, teilweise ganz schön schwierig, und aus der Sicht guck ich dann natürlich auch auf solche Themen bzgl. Rasseeigenschaften.)

    Ich übe Leinenführigkeit in Mini-Einheiten von 2 Minuten, für mehr ist sie draußen zu aufgedreht. Wo ich sie nicht freilaufen lassen kann, trage ich sie ansonsten.

    Oh, und Nachtrag zur Leinenführigkeit – so hab' ich das auch gemacht. :smile: Ich glaube, es gab noch keinen Welpen in dieser Familie, der anfangs so viel auf dem Arm herumgeschleppt wurde, wie der kleine Kobold :lol::ops:, aber es zahlt sich sichtbar aus, dass er 'an der Leine sein' nur in Mini-Etappen kennengelernt hat, wenn die Konzentration gerade da war.