Cavaliere haben zu 90% ein Herzleiden, das ich Leben einschränkt, Dobermann, Chihuahua usw.
Das sind für mich Qualzuchten
Der Unterschied zwischen einer Rasse, bei der eine Krankheit gehäuft auftritt, und einer Qualzucht ist doch aber der, dass das Qualzuchtmerkmal bewusst herbeigeführt und durch Selektion sogar noch gefördert wird.
Ich hab' noch nie gehört, dass jemand sagt: "Nö, also ohne Herzprobleme ist das kein richtiger Dobermann/Cavalier!" Im Gegenteil, es gibt Bemühungen, den Anteil der betroffenen Hunde so gering wie möglich zu halten und die Ursache für die Krankheit zu finden. Natürlich kann man dann darüber diskutieren, bis zu welchem Prozentsatz erkrankter Tiere innerhalb der Population das noch sinnvoll ist und welche Alternativen man hat, aber grob vereinfacht kann man sagen, dass das Beispiele für stark verbreitete Erkrankungen innerhalb einer Rasse sind, aber keine gezielte Qualzucht.
Guckt man sich dagegen die brachycephalen Rassen an - da ist der deformierte Schädel (trotz des Wissens um die Probleme, die das nach sich zieht!) explizit gewünscht. Das ist eine Qualzucht, weil die Züchter und Käufer bewusst ein körperliches Merkmal bzw. einen körperlichen Defekt herbeiführen/festigen/immer extremer 'hervorzüchten'. Wenn man die fragt, dann "muss die Falte da so sein", dann ist die eingedellte Nase "rassetypisch" und es ist "normal", dass der Hund nur Schlitze statt Nasenlöcher, einen völlig verformten Kiefer, etc. hat.
Platt gesagt: würde eine gute Fee auftauchen
und den Dobermann-Leuten anbieten, dass DCM ab sofort kein Problem mehr für die Rasse ist, dann würde wohl kaum ein Züchter nicht auf das Angebot eingehen.
Würde man den Mops/Bulldoggen/was-auch-immer-Züchtern anbieten, dass ihre Hunde schlagartig faltenfrei wären und einen ausgeprägten, sichtbaren Fang mit einer voll funktionalen Nase bzw. Atmung hätten, wäre der Aufschrei groß... Ist ja dann nicht mehr 'süß'. 