Beiträge von pardalisa

    Ach ja, Katze hätte ich auch einmal zu bieten :muede:
    Zwei junge Erwachsene, typische Prollos, der eine "Ey guck mal, die geht mit ihrer Katze spazieren.", beide gingen dann laut lachend weiter :muede: da war offenbar was Witziges, was ich verpasst hatte :fear:

    Das hatte eine Bekannte von mir neulich auch – sie hatte ihren kleinen Mini-Wuschel-Hund an der Leine, irgendsoein älterer Kerl (warum sind das eigentlich immer Männer, die sich so unglaublich witzig finden? :muede: ) machte dann auch einen blöden Spruch von wegen "haha, Katze beim Gassi"... woraufhin meine Bekannte ganz locker und lieb lächelnd konterte: "Wussten Sie schon, dass jedes Jahr mehrere Menschen durch Katzenbisse sterben? Das infiziert sich durch den Speichel so schnell, das geht wirklich fix" – und dazu dann laaangsam die Leine ein bisschen länger gelassen hat. :D

    Der Typ regte sich also ein bisschen auf, von wegen "uah, wenn der Hund beißt, braucht der 'nen Maulkorb, gefährlich, blubb", woraufhin sie nur die Schultern zuckte und "welcher Hund? Ist doch 'ne Katze, haben Sie selbst gesagt! Für die gibt's gar keine Maulkörbe" sagte und gut gelaunt weiter ging.

    Bei Hitze kann ich es noch gaaanz vage nachvollziehen, dass man sich da als unbeteiligter Passant mit guten, tierfreundlichen Absichten zum genaueren Hinschauen berufen fühlt (auch, wenn ich dieses Geschleiche um's fremde Auto, das manche Leute an den Tag legen, und die sensationslustige Panikmache in den sozialen Netzwerken Jahr für Jahr einfach nur anstrengend, übergriffig und letztendlich kontraproduktiv finde) – so'n Hitzeschlag geht nun mal schnell und ist unter entsprechenden Umständen dann auch ziemlich flott lebensbedrohlich.

    Aber bei Minusgraden? Klar, der Hund friert vielleicht und schön ist das, besonders bei 'dünn befellten' oder kleinen Hunden nicht. Aber der fällt davon nicht sofort tot um, erleidet nicht innerhalb von Minuten einen Herzstillstand/Kreislaufkollaps und gefriert auch nicht auf der Stelle am Autositz/Kofferraum fest, wenn man nicht sofort in Aktionismus verfällt. ;) Wenn man sich nicht sicher ist, ob's dem Hund gut geht, hat man bei Kälte draußen viel mehr Zeit als bei Hitze, um abzuwarten, in der Umgebung nach dem Halter zu suchen, sich bei hundekundigen Menschen umzuhören, etc. bevor man nach Polizei oder 'Rettungsaktionen' gucken muss, so man das denn will und für nötig befindet.

    Kurz: mehr Zeit, um einfach mal die Füße stillzuhalten und sich in Erinnerung zu rufen, dass man da einen Hund, in den allermeisten Fällen mit Fell/Decke/etc. in einem Auto (windgeschützt!) vor sich hat – keinen dementen 90-jährigen Rentner, der in leichter Bekleidung auf freiem Feld orientierungslos umherirrt...

    ICH finde auch 1 Stunde bei Minusgraden für erwachsene Hunde nicht ok weil auch ich nicht 1 Stunde da im Auto sitzen möchte. Aber das ist Ansichtssache und MEINE Meinung.

    So unterschiedlich kann das Temperaturempfinden sein :smile: – ich hab' vor 14 Tagen bei Minusgraden 'ne gute Stunde im Auto auf einem Parkplatz geschlafen, weil ich auf einer längeren Strecke (mehrere hundert Kilometer) unterwegs war, eh gerade Stau war und ich das für ein Nickerchen und Pause genutzt habe. Kuschelige Decke für mich und die Hunde, war eigentlich ziemlich gemütlich. :ops: Aber das ist halt einfach sehr subjektiv, die Temperatur-Wahrnehmung.

    ... wie ein Hund den Umgang mit seinen Artgenossen lernen soll, wenn:

    - Kontakt erst nach menschlicher Absprache stattfindet: Was wird da abgesprochen?
    - Wenn Kontakt nur zu bekannten Hunden zugelassen wird: Wie lernt der Hund andere denn kennen?
    - Wenn geblockt wird
    - Wenn Mensch alles regelt

    Ich lasse Kontakt meiner Hunde zu völlig fremden Menschen und Hunden nur nach Absprache zu und wünsche mir das umgekehrt auch von anderen Hundehaltern.

    Warum? Weil ich es höflich finde, wenn man kurz miteinander kommuniziert und keiner sich irgendwie 'überrumpelt' fühlt. Viele handhaben es ja z.B. so, dass ihr Hund zu jedem hinlaufen darf, wenn der andere Hund freiläuft – kann ich bis zu einem gewissen Grad verstehen, weil es halt ein weithin sichtbares Signal ist (Leine dran = kein Kontakt; Leine ab = Kontakt ist okay), aber spätestens seit ich einen älteren Hund mit mehr oder weniger Demenz-beherrschten Tagen habe, finde ich das sehr schade. Der möchte nämlich nicht plötzlich von anderen Hunden angeschnüffelt, angespielt oder stürmisch begrüßt werden und bekommt das auch nicht unbedingt mehr mit, wenn da plötzlich ein Hund auf ihn zuläuft, und er würde von sich aus zu keinem Hund hinlaufen – was bedeutet, dass ich ihn viel mehr an der Leine haben muss als eigentlich nötig wäre, damit andere HH auch auf Entfernung schon sehen, dass sie ihren Hund bitte nicht einfach so herlassen. Wäre es 'Standard', dass man sich einfach kurz abspricht, könnte ich den Senior in solchen Situationen einfach in seinem 5m-Radius um mich herum schnüffeln lassen, sehr ruhige Fremdhunde könnten mal kurz gucken kommen, und alles wär' gut und stressfrei.

    Insofern hat die 'Reglementierung' der (Fremd-)Hundekontakte durch Menschen für mich auf jeden Fall einen praktischen Nutzen.

    Was das Erlernen von Sozialverhalten angeht: ich unterscheide da ganz stark zwischen kurzen 'Hallo sagen'-Begegnungen mit völlig fremden Hunden, die man einmal trifft und danach nie wieder sieht, und solchen, die zum "Hundefreundes- und Bekanntenkreis" gehören.

    Hallo-Sager-Kontakte sind – zumindest für meine Hunde – komplett überflüssig, daraus lernen sie nix, da wird kein breites Verhaltensspektrum gezeigt und spielen wollen sie da auch nicht – im besten Fall checken sich die Hunde kurz gegenseitig ab und gehen dann weiter, im schlimmsten Fall gerät man an einen eher... seltsamen Fremdhund oder Halter und es gibt Stress. Brauch' ich nicht, will ich nicht, deswegen regle ich solche Kontakte relativ streng, gebe meinen Hunden wenig Spielraum und blocke im Zweifelsfall einen Hund, der mir komisch erscheint, lieber ab.

    Bei Hunden, die man öfter trifft, mit denen man gemeinsam Gassi geht, etc. lasse ich dagegen (in Absprache mit dem anderen Besitzer!) relativ viel laufen. Genau in solchen Situationen ist es mir wichtig, dass meine Hunde angemessenes Sozialverhalten zeigen und ich gebe ihnen da gerne und ausgiebig die Chance, das zu lernen, sich auszuprobieren und 'Feedback' von ihren Artgenossen zu bekommen. Wenn ich weiß, dass der andere Hund klar, fair und 'sauber im Kopf' ist, dann finde ich das für meinen Hund eine unglaubliche Bereicherung, wenn er bei solchen Spaziergängen etwas lernen kann – und zwar in "Hundesprache", ohne dass ständig ein Mensch einschreitet.

    Aber, wie gesagt: mit dem passenden Hund, im passenden Umfeld.

    (Ich wohne allerdings auch in einer Gegend mit eher geringer Hundedichte, hab' selbst zwei Hunde, die sich schon mal gegenseitig für ihre tägliche "Mindestdosis" Sozialkontakte haben, und ich kann die ungeplanten Fremdhunde-Begegnungen, die wir in einer Woche haben, an einer Hand abzählen. Würde ich täglich im Stadtpark spazieren gehen (müssen), wo 30, 40 oder mehr Begegnugnen zusammenkommen, würde ich wahrscheinlich auch nix blocken und mehr einfach so laufen lassen, weil man sonst wahrscheinlich wahnsinnig wird. Dann hätte ich allerdings auch nicht die Art von Hund, die ich jetzt habe... ;) )

    Ich würd's auch am Hund festmachen. Meine beiden mögen kalte Temperaturen; den jüngeren hab' ich noch nie frieren sehen, der hat einfach ein super wetterfestes, robustes, isolierendes Fell; der andere hat altersbedingt jetzt ab und zu 'Manteltage' (besonders bei der Kombination "Wind + Nässe + Minusgerade" beim Gassi), aber damit ist er dann auch glücklich und warm verpackt.

    Im Auto mit warmen Decken zum 'Nestbau', ev. noch einem Überwurf über der Box, damit sie den kleineren Raum mit ihrer Körperwärme in Nullkommanix aufgewärmt bekommen, würde ich mir da gar keine Sorgen machen.

    Aber, wie gesagt, ich hab' zwei mittelgroße, robuste Hunde mit Fell in Unterwolle-/Deckhaar-Struktur – würde ich jetzt bei eisigstem Wetter beispielsweise ein zitterndes Windspielchen ohne Decke längere Zeit in einem Auto hocken sehen, würde ich mich auch auf die Suche nach dem Besitzer machen. Aber ich würd' nicht gleich die Polizei rufen; die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund sofort zum Eisblock gefriert, ist ja dann doch ziemlich gering... ;)

    Zu Aussie und Kindern: Ich kenne mehrere Züchter, die keinen Welpen an Ersthunde-(oder Aussie-unerfahrene) Interessenten mit Kindern abgeben, und das aus gutem Grund.

    Die eigenen Kinder finden die allermeisten Aussie bei "richtiger Führung" und klaren Hausregeln super und kommen mit denen hervorragend klar – wo hakt und zu unschönen Vorfällen kommt, sind dann eher Besuchskinder.

    Gerade solche Sitationen, wo die Kinder der Familie mit Freunden im Garten toben, sich vielleicht auch ein bisschen kabbeln und der Hund dabei ist, werden häufig unterschätzt. Da kann es passieren, dass der Hund die Situation falsch einschätzt und von 0 auf 100 ist, wenn er "seine" Kinder in Gefahr glaubt. Wenn's richtig besch*** läuft, hat das Besuchskind danach eine deftige Bisswunde und der Hund muss weg (sieht man z.B. regelmäßig bei den Vermittlungstexten von Aussie in Not, da tauchen dann Formulierung auf wie "nur zu älteren Kindern", "nur in kinderlose Haushalte", "hat geschnappt", "würde zubeißen", "kann Kinder nicht einschätzen", usw.).

    Insofern auch hier: in den passenden Händen & dem passenden Umfeld? Kein Problem. Bei unbedarften Leuten, die die ersten Anzeichen für Probleme übersehen und vom "unkomplizierten, alles liebenden, selbsterziehenden Familienhund" träumen – lieber kein Aussie.

    Haben sie Probleme wenn Besuch kommt?

    Nein, Besuch akzeptieren sie beide gut, weil ich den als "ist okay, darf reinkommen" vorstelle. Wenn ich (oder jemand anderes, den die Hunde als Autorität anerkennen ;) ) nicht dabei bin, würde ich allerdings niemandem empfehlen, hier einzusteigen... Den Job als Wachund machen sie gut & gerne, und sollen sie auch genau so machen.

    Tolerieren sie draußen andere Hunde?

    Ja, in unterschiedlicher Ausprägung. Den größeren kann man auf jede Hundewiese und in jede Gruppe werfen, der hat zwar kein großes Interesse an anderen Hunden, weicht aber Zoff von sich aus aus und geht auf Stänkereien nicht ein – der macht einfach so sein Ding. Der jüngere ist einer ehrlichen Klopperei nicht abgeneigt ;) , wenn er sie angeboten bekommt, und möchte zu völlig fremden Hunden (die typischen 'Hallo-Sager', die man manchmal so trifft) seine Individualdistanz gewahrt haben, aber Gruppenspaziergänge, Wanderungen, Gassi mit befreundeten HH, etc. ist alles kein Problem, da speichert er dann auch 'neue' Hunde sofort als "gehört zur Gruppe" ab.

    Gehen sie nach „vorne“?

    Ja. Platt gesagt: bevor sie freiwillig und ohne mein Zutun den Rückwärtsgang einlegen, werfen sie sich eher ins Getümmel und legen noch 'ne Schippe drauf. ;)

    Wie reaktiv sind sie?

    Kommt drauf an, was man unter 'reaktiv' versteht. Sie gehören halt zu einer Rasse, die eher reizempfindlich ist, alles mitbekommt und aus Prinzip auch zu allem 'ne Meinung hat, das muss man wollen. Mir gefällt's so.

    In wie weit greift ihr erzieherisch ein bei den oben genannten Dingen?

    So weit wie nötig, so wenig wie möglich. Sie dürfen weder Mensch noch Tier mobben, beschädigen oder grundlos einschüchtern, aber ich mag die Rasseeigenschaften, ich mag das Ernsthafte, den starken Willen, die Wachsamkeit, die Reaktionsschnelle und die Kooperationsbereitschaft sehr, da muss mMn nix "ab- oder umerzogen" werden. (Ich fänd's auch schräg, wenn jemand einen Aussie will und dann sagt, dass der aber bitte nur liiieb und Retriever-mäßig sein soll... :hust: )

    Welche (rassetypische) Eigenschaft schätzt ihr besonders an eurem Hund?

    Siehe oben. :D

    Ich find's schade, wenn ein realistisches Hinweisen auf die rassetypischen Eigenschaften als "Schlechtreden" der Rasse dargestellt wird. Viele Leute – mich eingeschlossen! – haben einen Aussie gerade deswegen, weil sie diese Eigenschaften schätzen und an ihrem Hund wollen. Sie wissen nur auch, dass einige dieser Eigenschaften nicht in jedem Umfeld und bei jedem Ersthundehalter, der ev. noch mit ein bisschen rosa-roter Brille unterwegs ist ;) , 100%ig so bekannt und gewünscht sind – deswegen weißt man darauf hin. Das macht aber die Rasse nicht 'schlecht'.

    Aus meiner bisherigen Aussie-Erfahurng: Viele Leute haben den Aussie unter "ist ein Hütehund, braucht viel Auslastung" gespeichert (was ja jetzt auch nicht unbedingt stimmt...), aber von der ursprünglichen Funktion als Allround-Hofhund inkl. Wachen/Terretorialverhalten/Schutztrieb haben sie wenig oder nix gehört – und haben dann u.U. ein unschönes Erwachen, wenn sie sich mit dieser unvollständigen Vorstellung im Kopf einen Aussie kaufen und ein ernsteres Exemplar erwischen, das seinen Rassestandard gründlich gelesen hat. ;) Deswegen die Hinweise und deswegen der immer wiederkehrende Verweis auf ev. Artgenossenunverträglichkeit, Ressourcen-Probleme, Terretorialverhalten, Schutztrieb, etc. Muss nicht bei jedem Hund durchschlagen, kann aber. Und man sollte es wissen und damit umgehen können (und es im besten Fall am eigenen Hund schätzen).

    Ich wollte zum Ersthund-Rüden auch auf jeden Fall wieder einen Rüden aus (hauptsächlich) praktischen Gründen und hab's nicht bereut. :smile:

    ... und bei 'nem Collie könnte ich als Iiirgendwann-mal-Hund wirklich schwach werden. :ops: Eigentlich sind mir die für die Zukunft zu groß/schwer/plüschig, aber wesensmäßig hab' ich mittlerweile ein paar kennengelernt, die einfach großartig sind.

    vor ein paar Wochen wurde ein Welpentransport mit Dobermannwelpen hoch genommen und ins Nürnberger Tierheim gebracht.
    Freunde von mir wollen gern einen aufnehmen und bekamen heute die Antwort das die Welpen nicht nach Bayern vermittelt werden.
    Sie fallen doch aber nicht unter das Kampfhundegesetz... was gäbe es denn sonst für einen Grund dafür?

    Vielleicht sind sich die vermittelnden Personen bezüglich der Reinrassigkeit der Welpen nicht ganz sicher. :???: Gerade, wenn die noch sehr jung sind, weiß man ja nicht, ob die im Erwachsenenalter wirklich noch komplett nach Dobermann aussehen. Und sollte dann was anderes, was in Bayern auf der Liste steht, 'mitgemischt' haben und optisch durchschlagen, hätten die zukünftigen Besitzer (und der Hund) dann vermutlich ziemlich Ärger am Hacken.

    Meine beiden spielen alle Jubeljahre mal miteinander, dann gibt's ein kleines Rennspiel oder ein bisschen 'Herumkugeln' und Raufen.

    Die meisten Interaktionen zwischen den beiden sind aber solche Sachen wie Kontaktliegen, zusammen Schnüffeln, gemeinsam Aufpassen (besonders jetzt gerade im Ferienhaus, wo's bodentiefe Fenster gibt und im Umkreis von Kilometern keine Menschenseele zu sehen ist – da liegen sie Schulter-an-Schulter, gucken raus und fühlen sich gemeinsam stark und suuuper wichtig xD ), etc.

    Der jüngere von den beiden spielt bei Spaziergängen mit befreundeten Hunden auch gerne zwischendurch eine Runde, der ältere so gut wie gar nicht (hat er auch früher nicht gemacht, als er noch 'jung & wild' ;) war).

    Hundegruppen, wo beim Spaziergang Dauerspiel angesagt ist und die Besitzer die Hunde auch immer wieder dazu animieren, finde ich persönlich ziemlich anstrengend (für mich, aber auch für meinen Hund).