Kommt wahrscheinlich im Einzelfall auf das konkrete Umfeld und die Erwartungen des Halters an. Wenn ich auf tägliches Öffi-Fahren, Dutzende (erzwungene) Fremdhundekontakte und regelmäßiges Schlängeln durch Menschenmengen mit dem Hund angewiesen wäre, dann hätte ich schon von mir aus keinen Aussie. Mit einem etwas ernsteren Exemplar arbeitet man sonst quasi ständig gegen die Bedürfnisse des Hundes an, das wär' für mich nix. (Mag aber auch sein, dass ich das u.a. deshalb so sehe, weil ich mich selbst in Menschenmengen und lautem Gewusel so unwohl fühle, dass ich nicht in der Lage wäre, den Hund da souverän anzuleiten und ihm "ist alles okay" zu vermitteln, weil ich selbst ja auch lieber woanders wäre.
)
Wenn man trotz eigentlich städtischem Umfeld ein nettes, ruhiges Gassi-Gebiet hat, ev. mit dem Auto auch ab und zu mal rausfahren kann, Fremdhunde- und Menschenkontakte so anpassen kann, wie's dem Hund guttut und wie er's abkann, spricht m.M.n. nichts dagegen, mit einem Aussie auch in einer "Großstadt" zu wohnen. Die Züchter, die ich kenne, sehen das ähnlich – bei keinem von denen ist ein eigener Hof Voraussetzung
, wenn man sich bei ihnen für einen Welpen interessiert, aber sie fragen halt nach, wie man sich das so überlegt hat und was wäre, wenn der Hund das Stadtleben doch nicht verträgt.
Zum COI: ich muss bei allem über 10% schon ganz schön schlucken; vor allem, weil es an Aussies ja wirklich nicht mangelt. Gerade durch Importhunde, TK-Sperma, zum Decken ins Ausland fahren, etc. gibt's eigentlich genug Möglichkeiten, das zu verhindern. Vielleicht bin ich da durch meine Großspitz-Erfahrung auch "gebranntes Kind", aber bei einer Verpaarung mit hohem COI würde ich beim Züchter schon vooorsichtig nachhaken, was an den beiden Elterntieren so außergewöhnlich ist, dass das sein muss – und mich eher dagegen entscheiden, aus so einem Wurf einen Welpen zu nehmen. (Ich weiß, dass es immernoch vereinzelt Aussiezüchter – gerade im Ausland – gibt, die krass auf Linienzucht setzen, aber mein's ist das einfach nicht. Bei dem heutigen Wissen um die Wichtigkeit von genetischer Diversität bekomm' ich bei manchen Pedigrees echt Bauchschmerzen.)