Beiträge von SanSu

    Ich kenne euch ja nicht.

    Der Teilzeitbetreuungshund (Spitzname Klopsmotte) ist auch sehr reizoffenen und hat diverse Baustellen (Territorial, Beißvorfällen, Jagdtrieb,...). Mit Frauchen ist das ein ziemliches Thema, eventuell wird sie sie auch abgeben, wir haben kaum Probleme zusammen, ich habe aber auch die Erfahrung durch unsere erste Hündin.

    Wenn der Hund selbst hektisch und reizoffen ist, neigt man dazu selbst auch in dieses Verhalten zu kippen, schneller zu laufen,... oder geht in die Vermeidung (was nicht zwingend schlecht sein muss).

    Ich belohne bei der Klopsmotte aktiv Entspannung oder in die Auflösung von Anspannung.

    Und zwar auch oft in die Unbewusste. Schütteln, Gähnen zum Stressabbau, wenn sie liegt und irgendwann der Punkt kommt, wo die Hüfte zur Seite kippt, die Körperspannung nachlässt,...

    Die Auflösung von Anspannung wird dann auch mit einem sehr ruhigen, geflüstertem und freundlichen "ahhless ohkeeeh" kommentiert. Das hilft ihr inzwischen auch schneller aus der Anspannung rauszukommen, wenn ich es in angespannten Situationen sage. Aber hat gedauert.

    Ich setze mich bewusst auf Wiesen, wo auch Hunde vorbei gehen und lobe verbal sehr ruhig, wenn sie den Blick vom Hund abwendet. Sie soll gar nicht mich ansehen, die anderen Hunde sind einfach nicht wichtig. Oder die Krähen, die Katze, der Fuchs,...

    Sie ist auch draußen territorial und ich achte sehr darauf wo sie liegt. Sie ist vom Typ eher unsicher und mit dem wachen eigentlich überfordert. Sie kann da liegen und gucken, aber es geht sie nichts an. Sie nimmt das sehr dankbar an und schnüffelt und döst dann eben. Bei der Besitzerin legt sie sich strategisch günstig und fühlt sich dann auch verantwortlich, ist damit aber überfordert.

    Und, wenn man den Luxus hat, ich habe immer Zeit und bin gerne draußen. Ich habe immer Kaffee dabei, im Sommer auch ein Buch, vielleicht noch Obst, Kuchen, für den Hund Wasser, was zu knabbern,...

    Ich lasse auch gerne Winzbrekkis auf der Wiese im Stadtpark suchen. Diese Art von schnüffeln beruhigt, trotzdem konzentriert trotz Umgebung. Aber auch nicht aus der Anspannung, erstmal sitzen, ankommen, Umgebung ruhig wahrnehmen und dann...

    Wenn ich keine Zeit habe oder man selber einfach mal schlecht drauf ist, läuft es über Management und Kommandos.

    Auch wann man Statik nutzt und wann Bewegung. Bei anderen Hunden ist sie unsicher und will keinen Kontakt. Das kippt ins fiddeln und daraus entstanden dann wohl die Beißvorfälle. Die Besitzerin bleibt stehen und lässt sie absitzen. Das fällt ihr super schwer und dann springt sie doch in die Leine. Und es gab auch Leinenkontakte. Ist hier komplett gestrichen (obwohl ich nicht prinzipiell dagegen bin). Ich gehe vorbei, das kommt ihr deutlich mehr entgegen, weil sie will ja nix mit denen zu tun haben. Inzwischen läuft sie sogar entspannt vorbei, kleinere Hunde dürfen sogar bellen, weil wir gehen weiter und dann gibt es einen Keks.

    Aber, wie du schreibst Zeit. Man muss sich sich erstmal kennenlernen. Das dauert, auch die Sicherheit kommt mit der Zeit, wann reagiert Hund wahrscheinlich wie auf welche Situation,... Und auch das sich im Management Automatismen entwickeln dauert. Irgendwann denkst du gar nicht mehr dran, Sam beim Haufen aufheben zu sortieren,... du machst es einfach.

    Ich konnte einfach durch die Erfahrung mit zwei sehr unterschiedlichen Hunden ganz gut nutznießen.

    ***

    Und HSHs sind schon so verschieden je nach Region und bei deren Mixen ist alles dabei, auch je nachdem was sonst noch drin ist, was mehr durchschlägt, was sich gegenseitig ungünstig verstärkt,... Ich kenne nur sehr unkomplizierte, gelassene Exemplare, das liegt aber schlicht daran, das man die anderen eher nicht sieht, weil die logischerweise nicht zur Hunderushhour raus gehen.

    Ob das nun mit HSH zusammenhängt kann ich nicht genau sagen, einige beschreiben das ja auch generell für TS Hunde, die z.B. auf der Straße gelebt haben. Das sehr sensible für Körpersprache und das es je nach Region auch andere Typen Hunde gibt.

    Kami war am Anfang auf jedenfall spannig bei zottligen Hunden mit langem Fell im Gesicht, Plattnasen und auch Nordische, die oft etwas wie in Imponierpose wirken. Oder Shar Pei die sehr steil im Winkel sind + Falten. Ich hatte das Gefühl sie kennt solche Typen nicht und konnte das schlecht einschätzen.

    + Ältere Hunde die schon etwas steif liefen, vielleicht nicht mehr so gut gesehen haben und Körpersprachlich dann etwas reduzierter waren.

    Das hat etwas gedauert, bis sie gecheckt hat hier gibt's auch röchelnde Hunde, Hunde die aufgrund des Gebäudes einfach steifer wirken. Hier gibt's allerdings wirklich alles, deshalb hatte sie das schnell drin.

    Und interessanterweise haben auch Hunde auf Kami reagiert wo sie älter war. Sie war dann taub, lief auch steifer, die Rute wurde wegen CES nicht mehr genutzt und sie sah schlechter. Wo vorher also bei Frontalbegegnungen einen kurzes Schnauzenlecken kam, die Rute minimal abgewandt wurde blieb das aus, weil sie sah den anderen Hund erst später, Rute funktionierte nicht und das schien mir bei anderen Hunden auszulösen parallel zu den steifen Knochen.

    Manchmal können es auch Erfahrungen sein. Mein aktueller Teilzeitbetreuungshund reagiert auf weiße Wuschel und Labradore extremer. Sie mag keinen Kontakt und das sind hier die Typen, die wohl schon öfter in sie rein gerauscht sind, deshalb reagiert sie da schonmal präventiv, weil sie das mit diesem Typ Hund verknüpft hat.

    Meist, wenn man genau hinschaut gibt's ein Muster. Und oft sind es nur Kleinigkeiten und dann gab's vom anderen doch einen Blick oder der spannte sich kurz an,... Das ist oft so subtil.

    Zusatz:

    Der Kangalmischling einer Bekannten ist genauso, der erinnert mich sehr an Kami, der Halterin geht es auch so. Allerdings hat der auch von Schutztrieb noch nie was gehört und er mag gerne die Gesellschaft anderer Hunde. Der schreit optisch allerdings auch Kangal, sie wiederum kannte ihn direkt aus der Türkei und konnte einschätzen, dass er hier keine Probleme haben würde.

    Auch ein Schaf von einem Hund. Ruhig, gutmütig, ignorant und nachsichtig.

    Kami ist ja schon länger tot, wir hatten auf Verdacht auch einen Test gemacht. Ich bin von Polski Owczarek Podhalanski mal vorbei gelaufen und nur das Beste drin gelassen ausgegangen. Der hat sich auch bestätigt und laut Test soll auch noch Kaukasische Owtscharka drin gewesen sein.

    Optisch hätte man das bis auf die "Korkenzieherruten" und die Berge an Unterwolle aber nicht gedacht.

    Große 2-Zimmer-Wohnung Berlin, 3. OG, grüner Randbezirk aber schon alles was zu Stadt dazu gehört, kein Auto.

    Aus einem Tierheim Nahe der polnischen Grenze, das Tier auf alles mögliche "angetestet", wir hatten recht genaue Vorstellungen was wir wollten und was nicht.

    Das Tier war ziemlich selbsterziehend. Stoische Ruhe und schon auch Energiesparmodus. So sehr, dass ich am Anfang Herz und SD habe testen lassen. 🙃

    Mit ca. 5 Jahren zog sie von Kettenhaltung ins TH und dann zu uns. Das Tier kam in die Wohnung, trank einen Schluck und legte sich in die Mitte des Wohnzimmers hin und schlief und dann war sie da, als wäre sie schon immer da gewesen.

    Anfang noch etwas weniger Selbstbewusstsein hat sie eine wahnsinnige Präsenz entwickelt und war quasi selbsterziehend.

    Sie hat die meisten Dinge ziemlich schnell als nicht beachtenswert bewertet. 3x S-Bahnfahren hingelegt und gepennt. Sparkassen Automat hingelegt und gepennt. Restaurant, bei Freunden,... 3 Fahrradfahrer fahren vorbei, neben den Radweg gelegt und gepennt,...

    Überhaupt Ritualisierung war ein großes Thema, das machte es unfassbar einfach.

    Am liebsten hat sie in der Landschaft gesessen und in die Botanik geglotzt oder alles im Blick gehabt. Durfte sie, weil immer alles völlig richtig als langweilig bewertet. Nie angeknipst oder drüber. Draußen wie in der Wohnung nie territorial gewesen. Schutztrieb ja, aber wenn sie etwas als beachtenswert fand, war es das auch, das kam in den 6 Jahren mit ihr vielleicht 3x vor. 2x hat ein geflüstertes "is Ok" gereicht und das Tier entspannte. Beim 3. durfte sie und die Freundin und ich waren froh, dass sie da war. 53cm aber das Organ von einem Bernhardiner. Aufgebaut und klassisch zwischen uns und den zwei betrunkenen Typen im dunklen Park wie ein Betonklotz gestanden und verbellt. Das einzige Mal, das ich sie auch mit Nackenbürste gesehen habe. Die haben noch versucht sie zu beeindrucken, keine Chance. Und das bei einem Hund, den alles sonst als Schaf wahrgenommen haben.

    Jagdtrieb war am Anfang ein Thema, aber eher dezent, außer bei Raubzeug. Fuchs hat lange gedauert.

    Extrem nachsichtig mit Mensch und Hund. Ich weiß noch, wie ich eine Dame in der U-Bahn mal bitten musste vom Schwanz vom Hund runterzugehen.

    Hunde fand sie absolut überflüssig, war aber immer nett, da musste man sich nie ne Platte machen, selbst wenn ihr einer richtig auf den Sack gegangen ist, das habe ich dann geregelt. Sie war immer deeskalierend, kein Ressourcenthema,... Hier im Park hat sie vielen Welpen beigebracht, dass man auch einfach chillen kann.

    Wenn sie Lust hatte sehr gut mit Futter zu belohnen, stumpfe Wiederholungen fand sie doof. Konnte aber einige Tricks. Superrückruf gab's, normalen konnte ich nie richtig etablieren. Sie kannte warte mal und stand dann wie ein Fels, das zurück kommen war in ihren Augen wohl auch eher unter Energieverschwendung zu verbuchen.

    Wahnsinnig sensibel für Körpersprache. Bei Druck hat sie komplett zu gemacht. Körperliche Einschränkungen hatte sie ein Problem, kann an der Kettenhaltung gelegen haben. Sie war von Anfang an Leinenführig, für Schmuddelwetter wollte ich eine Flexi, ich habe aufgegeben, sie ist nie in den Zug gegangen und lief an einem 3mm Strippchen. Und in keinem Fall durfte man aus irgendwas ein Thema machen, da wurde sie auch misstrauisch und hat dicht gemacht.

    Städtisch musste man immer etwas aufpassen Kami's Motto war "ICH laufe, stehe oder gehe hier". Im Leben nicht wäre sie einem Mountainbiker ausgewichen, eher hät er sie überfahren. Die hat nichtmal mit der Wimper gezuckt, wenn einer frontal auf die zu und vorbei raste.

    Anfangs sehr selbständig mit riesem Radius weil sie hört, sieht, riecht einen ja noch. Ich habe dann gar nicht mehr mit ihr gesprochen (kein warte mal oder hier lang) und plötzlich achtete sie auf mich und wartete wo ich lang bin. Hat aber trotzdem immer auf ein Flüstern selbst auf große Distanz reagiert.

    Schattenseite. Wir hatten vor ihr einen emotionsflexiblen Hund, Mauliträgerin weil aus unterschiedlichen Gründen komplett unverträglich (Beschädigungs- und Tötungsabsicht). Da hatte sie Vorbesitzerin 11 Jahre richtig Mist gebaut und die Rassekombi war auch selten dämlich.

    Die habe ich geführt, meinen Partner der sie abgrundtief liebte hat das aber stark geprägt. Als Kami ein Jahr nach ihrem Tod einzog, war er immer noch angespannt wenn er andere Hunde sah, weil das hieß blocken. Da hat Kami dann ihren Job sehr ernst genommen. Da reichte ein kurzes Stocken im Gang, ein leichtes aufnehmen der Leine und die Schützerin war am Start. Das hörte erst auf seit dem er sich entspannte. Mir mir zusammen war das kein Thema. Außer eine kurze Phase, nachdem sie Nachts mal angegriffen wurde, da war sie einige Zeit etwas spannig bei größeren Hunden.

    Manche Menschen konnten ohne Probleme mit geschlossenen Augen mit ihr gehen, bei unsicheren Leuten ging es gar nicht.

    Wir beide passten wie Arsch auf Eimer, Sommer dösend im Park auf der Wiese, Stunden entspannt durch die Botanik geschlappt. Wenn sie den Auslöser von der Kamera hörte, weil ich wieder schönes Moos gefunden habe, wusste sie das dauert und setzte oder legte sich einfach hin und wartete.

    Kurz. Diese wahnsinnige Ruhe und ihre Nachsicht mit so vielem.


    Edit: Oh Gott Text Text Text, ja ich habe sie sehr geliebt.

    Ich habe auch schon mit meinem Trainer darüber geredet. Er macht mit seinen Hunden auch nicht viel mehr als 2 Stunden am Tag und er hat Malis.

    Und die leben dann auch großteils von Mensch und ihren Artgenossen (du nutzt den Plural) isoliert?

    Mit entsprechendem Polster und wenn er dich jetzt auch angehen könnte, geht auch 24Std. Maulkorb. Fressen und trinken ist bei einem gut sitzenden Maulkorb möglich ebenso hecheln,... Das wäre die aktuelle Notfalllösung.

    Man will nix beschreiben, aber was, wenn du mal länger im Krankenhaus bist?

    Ich würde hier auch weiterhin nach einem neuen Heim oder einer Stelle schauen. Hast du deutschlandweit gesucht?

    Und ich rufe mal Gammur ich hoffe ich verwechsel dich nicht. Aber warst es nicht du, die in einem Haushalt mit gefährlichem Hund aufgewachsen ist? Vielleicht kannst du nochmal aus deiner persönlichen Erfahrung schildern wie das wirklich ist, was das heißt.

    Du hast nicht nur dir, deinem Partner und der Umwelt gegenüber Verantwortung, sondern dann auch dem Kind.

    Die meisten Neueltern sind am Anfang völlig erledigt. Alles neu, Sorgen, Schlafmangel,... Wie will man da als Einzelperson unter euren Vorraussetzungen den Hund sicher und adäquat versorgen.

    Klar Zwinger und Schieberanlage ginge, aber es darf nie ein Fehler passieren. In Zweifel nicht ein Kinderfinger durchs Gitter,...

    Rein sachlich, es ist ein Biss. Abschnappen ist eine Beißbewegung in Richtung eines Subjekts/Objekts ohne es zu berühren, beim Schnappen könnte man noch sagen Zahnkontakt.

    Wenn ein aktiver Einsatz der Zähne mit Verletzungen einhergeht ist es beißen.

    Ich werte das auch gar nicht negativ, es ist ein Wildtier und einer extremen Stresssituation. Der Hilfsversuch der Frau wird beschrieben und damit müsste für den Leser auch klar sein, das man sich mit einem solchen Verhalten im Zweifel für den Darwin Award qualifiziert.

    Hier stellt sich das etwas anderes dar im Ablauf.

    Zitat

    Der Abteilungsleiter für Stadtjäger vom Bezirksamt Altona übernahm den Wolf dann gemeinsam mit einem Tierarzt. Dem Tier gehe es gut. Es sei aufgeregt und müsse nun erst mal zur Ruhe kommen, sagte er dem NDR vor Ort.

    Gemeinsam luden sie den Wolf in eine Box und brachten ihn in den Wildpark Klövensteen. Im Laufe des Tages soll dort gemeinsam mit der Umweltbehörde das weitere Vorgehen besprochen werden.

    Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/ha…g,wolf-538.html

    Essen schön herrichten schaffe ich auch nicht,

    Bei meinen Lieblingsessen geht das meist nicht mal. Kategorie Moppelkotze, Variationen von braun und Schluck- oder Schaufelgerichte.

    Hier gibt's Reste von gestern, mein Lieblingsessen, verlorene Eier allerdings ohne Speck mit Kartoffelbrei. Meine Kaumuskulatur fühlt sich recht entspannt an. Konnte gestern optisch schon nicht viel, heute nunja.

    Damit dürfte auch das mit der Moppelkotze veranschaulicht sein. 😁

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    Wurde denn explizit aktive Hilfestellung erbeten?

    Davon ab, WENN aktive Hilfestellung erbeten wurde, ist die ausbleibende Kommunikation bei plötzlicher Ablehnung unschön. Menschlich finde ich das bei untereinander unbekannten nachvollziehbar, auch wenn es anders wünschenswert wäre. Konfliktvermeidung.

    Nichts desto trotz ist ja niemand verpflichtet, nur weil Leute Zeit investieren. Und gerade in einem solchen Fall, wo man stark emotional involviert ist (letztendlich ging es ja nur um äußere Umstände die nicht passten) finde ist es nicht verwunderlich wenn parallel vielleicht doch nach einer Lösung gesucht wird, das Tier zu behalten. Und ich persönlich würde das auch mit einkalkulieren, anders als bei jemandem, der nie einen Hund wollte.

    Je nachdem kann Hilfe von anderen auch überfordernd sein oder werden.

    Ist doch toll, sollte sich eine Lösung für Hund und Halterin gefunden haben.