Zitat
Warum sollte man gezielte Mischlinge nicht genauso züchten wie Rassehunde, ohne dieses dumme Stigma das ein Mischling zufällig entstanden sein muss? Eltern auf rassetypische Erbkrankheiten soweit als möglich prüfen, Charakter sorgfältig unter die Lupe nehmen sowohl individuell als auch im Hinblick auf die erhoffte Kombination, und dann Aufzuchtbedingungen, die im vernünftigen Verein gezüchteten Welpen ebenbürtig sind - sowas kann man vergleichen, aber nicht irgendeinen zufällig entstandenen, irgendwo übrig gebliebenen und irgendwie groß gewordenen Mix mit nem gut geplanten und gut aufgezogenen Rassehund.
Das gibts ja im Gebrauchshundbereich durchaus, und ich habe hier noch nichts davon gelesen, daß sich jemand über einen tüchtigen X-Herder oder X-Mali aufregt. Wobei neben den durchdachten Verpaarungen da auch schon die Vermehrerei von Mode-Super-Duper-Sporthunden um sich greift. Oder der ursprüngliche Plan, aus Retriever und Großpudel einen Blindenführhund zu züchten - das war anfangs durchdacht, auch wenn es sich dann zum Selbstläufer entwickelte.
Hinter den meisten Doodle-Würfen steckt doch aber weder der Wunsch, populationsgenetisch was zu reißen, noch, in jahrzehntelanger Zuchtarbeit eine neue Rasse zu schaffen, geschweige denn, Hunde für einen bestimmten Aufgabenbereich zu schaffen, die es noch nicht gibt. Es wird was erzeugt, was gerade gut nachgefragt wird und was man sich gut bezahlen lassen kann. Heute der Aussiedoodle, morgen der Bull-Shit, übermorgen der Dackweiler, wenn es die Mode verlangt. Kann man machen, sollte man dann aber nicht Zucht nennen.