Beiträge von Quarus

    Der ökologische Fußabdruck, den ein Mensch hinterläßt, wird aber nur zum kleinsten Teil durch die Art seiner Hundefütterung beeinflußt. Da ist mir ein kleinstwagenfahrender Viel-Fleisch-Fütterer immer noch lieber als ein ein "Grüner", der mit dem Porsche Cayenne beim trendigen Öko-Markt vorfährt, und seinen Hund damit vegan ernährt, um es überspitzt zu sagen.

    Wofür Menschen ihr Geld mit welchen Konsequenzen ausgeben, ist eine ganz andere Baustelle.

    Stand doch schon mehrfach da: weil bei Züchtern genug Leute anrufen, die sich erstens und zweitens nach dem Preis erkundigen, möglichst runterhandeln wollen oder drüber mosern.

    Dann tritt die "allergische Reaktion" eben leider auch dann auf, wenn die Intention der Fragestellerin eine ganz harmlose und verständliche ist.

    Letztlich ist es egal, warum der Hund so reagiert hat. Ob ihn die Bienen stressen oder er Streß von Bibi erwartet hat oder ihm ein Pups quersaß und Unbehagen verursachte. Kann man im Nachhinein kaum noch klären, und die Schmarre im Kindergesicht ist Fakt.

    Es geht nur noch um die Schlußfolgerungen. Und die dürften spätestens jetzt allen Erwachsenen klar sein: keine Kontakte zum Nachbarshund ohne strikte Kontrolle desselben. Wenn der Nachbar das nicht einsieht, darf Bibi nicht mehr hin. Man muß den Hund nicht dämonisieren als unberechenbar etc. Aus seiner Sicht gab es sicherlich gute Gründe, so zu handeln. Das ist aber absolut zweitrangig. Da kann sich der Nachbar drüber den Kopf zerbrechen, wenn er will.

    Meine Hunde sind große Tollpatsche, die im Überschwang Kinder umwerfen würden, ohne ihnen was Böses zu wollen. Deshalb gibt es nur Kontakte zum dreijährigen Mieterkind, wenn die Leine dran ist oder mein Hund sehr ruhig ist, und immer bin ich daneben und regle den Kontakt. Letztens war Kindergeburtstag im Garten, da mußte ich Matti kurzzeitig in den Zwinger tun. Obwohl ich die etwa 20 Erwachsenen gebeten hatte, auf ihre (Klein)-Kinder aufzupassen und nicht kreischend zum Zwinger laufen zu lassen, um Stöcke reinzustecken, war es gut, daß ich dabei blieb, weil genau DAS 5 Minuten später eintreten wollte. Man kann sich nur 100 % auf sich selbst verlassen, als Mutter und als Hundebesitzer.

    Es ist halt schwierig, zu urteilen, wenn man weder die Argumente der Gegenseite, noch die Gepflogenheiten innerhalb einer Rasse kennt. Wenn ich sage, daß ich bisher problemlos jeden Wunschwelpen aus sehr noblen, gefragten Verpaarungen bekommen habe, wäre das bei einer anderen Rasse vielleicht komplett deprimierend anders. Möglich aber auch, daß Du irgendwie nicht den "Nerv", die "Wellenlänge" der Züchter telefonisch/per EMail erreichen kannst.

    Vielleicht solltest Du den Weg zum Welpen ändern. Nicht aufgrund der Homepage die Vorauswahl treffen, sondern persönliche Kontakte knüpfen. Jetzt ist Ausstellungs- und Vereinszeit, da würde ich mir die Zuchthunde live ansehen, den Umgang der Züchter mit ihnen, das Gespräch suchen. Ganz unbelastet davon, ob sie gerade Welpen haben oder in Deinem Zeitfenster Welpen abgabebereit sind. Ist man sich gegenseitig sympathisch, kann man dann bei meiner Rasse zumindest mit Unterstützung rechnen, wenn man einen Welpen sucht.

    Übrigens habe ich als Käufer mir auch die Option freigehalten, vom Kauf zurückzutreten. Wenn der Rüdenwelpe bis zur Abgabe keinen vollständigen Hodenabstieg gehabt hätte, wäre das möglich gewesen. Bloß könnte ich das letztlich nicht über mich bringen, ich binde mich ja auch schon beim ersten Besuch an das Wutzelchen. Dieses Ansinnen kann also auch vom Käufer ausgehen, nicht nur vom Züchter.

    Ich wünsche Dir jedenfalls viel Erfolg bei der Suche, laß Dich nicht unterkriegen, Du kannst dem Hund ein tolles Leben bieten!

    Vermutungen, die Studien etc. könnten auch bei anderer Fragestellung anders interpretiert werden. Ich halte eine übertriebene Fettfuetterung fuer ebenso potentiell ungesund, wie alle Fütterungsextreme. Ob Proteine, Kohlenhydrate oder Fette, Mengen- oder Spurenelemente, Vitamine oder Enzyme - sofern das physiologische Gleichgewicht gestört wird, kommt es zu Erkrankungen. Da ist es egal, ob man sich nun einen "Lieblingsfeind" rauspickt. Bei Dir scheinen es die Barfer zu sein. Warum auch immer. Schade, dass ein interessanter Thread nun wieder in Barfer-Bashing umgelenkt wird.

    Weiß jetzt zwar gerade nicht, was diese Belehrung über eine Selbstverständlichkeit soll, aber an die Whey-Proteine dachte ich eigentlich nicht.

    Zweifellos kann eine Zeit kommen, in der sich Mensch und Hund nur noch von Soylent Green ernähren dürfen, weil natürlich erzeugte Lebensmittel der "Elite" vorbehalten bleiben. Solange diese Entwicklung aber nicht eingetreten ist, bemühe ich mich, für mich und meinen Hund möglichst nur gering industriell aufbereitete Lebensmittel zu konsumieren. Was den Einsatz pflanzlicher Proteine auf eng gefaßte diätetische Gründe (Whey-Proteine) und Bestandteil anderweitig nützlicher pflanzlicher Produkte (Getreide, Kartoffeln etc.) begrenzt.

    Zitat


    Weitere Studien (BILLEREY et al., 2004) zeigten, dass die Proteine pflanzlicher Herkunft durch die Entfernung unerwünschter Nahrungsfasern und Zucker eine gleiche oder sogar höhere Verdaulichkeit erreichen als die der tierischen Proteine.

    Dann dürftest Du aber auch nur mit hochaufbereiteten tierischen Proteinen vergleichen. So ist keine gemeinsame Ausgangsbasis gegeben.

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    3.Tierisches Eiweiß ist für die Nieren-und Leberfunktion belastender als pflanzliches Eiweiß

    Das ist viel zu pauschal. Ausschlaggebend für die "Belastung" ist die biologische Wertigkeit und die präcekale Verdaulichkeit. Und natürlich die Menge.

    Die biologische Wertigkeit gibt an, wieviel Futtereiweiß imstande ist, eine definierte Menge an Körpereiweiß zu ersetzen. Da ein Futtertier biologisch näher dran ist am Hund, als eine Pflanze, ist die durchschnittliche biologische Wertigkeit tierischen Säugetier-Eiweißes höher als die durchschnittliche biologische Wertigkeit pflanzlichen Eiweißes. Extreme an schlechter bW bei Tierischem und vereinzelter höherer bW aus Pflanzen gibt es zwar, ändern aber nichts an der Tendenz.

    Die präcekale Verdaulichkeit gibt an, wieviel Prozent des zugeführten Eiweißes bereits im Dünndarm verdaut werden. Erst im Dickdarm leben die eiweißzersetzenden Bakterien, die die bisher unverdauten Reste unter Bildung von giftigen Stoffwechselzwischenprodukten zerlegen. Deren Ammoniak usw. muß dann aufwändig über die Leber entgiftet werden. Auch hier haben tierische Proteine im Mittel einen Vorsprung an Verdaulichkeit vor pflanzlichen Proteinen.

    Alles frei nach Meyer/Zentek und Suter/Kohn.

    Mein Schluß ist daraus, vorrangig tierisches Protein leichter (präcekaler) Verdaulichkeit in bedarfsdeckender Menge zu füttern, ohne übertriebene Angst vor pflanzlichem Protein aus Getreide oder Kartoffeln zu haben, deren andere Vorteile ich gern nutze. Was ich nicht füttere, sind Leguminosen (außer mal einem Restchen), da hier der Nutzen dem "Schaden" (jedes Böhnchen gibt ein Tönchen = zuviel Dickdarmverdauung) unterlegen ist.

    Ein Futter kann nur in Beziehung zur dritten Energiequelle, den KH, " zuviel " Protein enthalten. Ansonsten ist das Verhältnis von Protein zu umsetzbarer Energie entscheidend, also wie konzentriert es ist. Ein Futter mit sehr hohem Proteingehalt erfordert auch einen sehr hohen Energiegehalt ( aus KH u nd Fetten), entsprechend höhere Gehalte an Mineralstoffen und Vitaminen. Indem davon weniger gefüttert werden muss, relativiert sich der zu hohe Proteingehalt. Frei nach Meyer / Zentek.

    Die Entgiftungstheorie gibt es nur in esoterisch angehauchter Ernährungslehre des Hundes. In der Nutztierernaehrung sind es ganz profane Gesundheitsstoerungen infolge abrupter Futterwechsel. Die deswegen durch langsamen Futterwechsel vermieden werden, weil 3 Wochen Durchfall bei Schwein oder Rind finanziellen Verlust bedeuten.

    Bei Welpen kann es abhängig von der Nährstoffdichte im Futter schon bis auf 10 % des aktuellen Körpergewichtes hochgehen. Auch kleine Hunde verbrauchen durch die vergleichsweise größere Körperoberfläche mehr Energie als große Hunde. Aus diesem und anderen Gründen kannst Du den Barf-Rechner aus dem Boxerforum nicht uneingeschränkt trauen. Der steigert/senkt die Bedarfswerte linear, und das stimmt einfach nicht.