Beiträge von Quarus

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    Alleine wenn ich das Wort Reinrassig nur höre stellen sich mir die Nackenhaare auf. Ein künstlich verknappter Genpool der nur darauf wartet Probleme zu bereiten.

    Und da hätten wir nun des Pudels Kern. Es geht nicht um irgendwelche angeblichen Schmerzen oder Beeinträchtigungen, die ein getapter Hund womöglich erfährt - es geht darum, Rassehundehalter wieder mal in eine Schmuddelecke zu stellen. Dazu paßt "Oberflächlichkeit", "Charakterschwäche", die Vermutung, daß am liebsten ganze Körperteile abgeschnitten werden sollen, Menschen, die angeblich Gott spielen usw.

    Wäre der Aufreger nicht die Ohren, wäre es alternativ Trimmen/Schur, Ausstellungen, Standards, rassetypischer Sport, Zucht etc. - eben alles, was einen überzeugten Rassehundhalter von einem überzeugten Mischlingshundhalter unterscheidet.

    Eben. DEN perfekten Hund gibt es nicht und wird es nie geben. Und wenn ich in der Zucht notwendigerweise Prioritäten setzen muß, dann kommt eine minimal unkorrekte Ohrhaltung, die durch eine kleine temporäre Maßnahme ohne Beeinträchtigung des Hundes korrigiert werden kann, ganz am Ende. Und um nichts anderes geht es, seit Kupieren verboten ist. Aber das ist schon hundertmal erklärt worden, und auch diesesmal wird es nix nützen, weil einfach ein Aufreger gesucht wird. Um nix anderes geht es doch.

    Wenn die Hündin schon vier Monate alt ist und noch im großen Welpenrudel lebt, hoffe ich, daß die Züchterin gerade die Schüchterne besonders gefördert hat. Also ihr die Chance gegeben hat, ohne ihre Geschwister in ihrem eigenen Tempo Erkundungsverhalten zu entwickeln.

    Ihr könnt nur so weitermachen, wie Ihr begonnen habt. Nichts erzwingen, nur anbieten. Trotzdem ist es auch eine Möglichkeit, daß sie ihre durch Vorsicht oder Ängstlichkeit geprägte Grundtendenz nicht wird vollständig überwinden können.

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    Da du damit vermutlich auch mich ansprichst: Ich glaub, mein Standpunkt wurde immer noch nicht richtig verstanden. Mir geht es vordergründig nicht um evtl. Schmerzen, Unbehagen, Tierquälerei etc., überhaupt nicht - sondern um den moralischen Aspekt, dass hier bewusst und dauerhaft, in Form einer Schönheitskorrektur, ein gesundes Körperteil eines Lebewesens verändert wird. Ist anscheinend für viele hier völlig legitim und ok, erschreckenderweise. Vielleicht ist es demnächst auch in Ordnung, Hunden unter Narkose beliebige Körperteile zu "korrigieren", weil "er kriegt ja nix mit davon".

    Das ist wieder so eine künstliche Herstellung von Zusammenhängen, wo keine sind. Der Pudel wird geschoren, und damit wird auch der optische Eindruck der Korperform verändert. Muß man jetzt auch bei zu scherenden oder zu trimmenden Hunden kaffesatzlesen, daß im nächsten Schritt die Schere an Ohren oder Rute angesetzt wird?

    Hanebüchene Theorien, nix anderes. Du magst es nicht - keiner zwingt Dich dazu. Aber steiger Dich doch bitte nicht in solche "Gschichtl-Erzählerei" rein.

    Ich sammle auch selbst. Das fängt im Frühjahr mit Brennessel und Giersch an und hört im Spätherbst mit Vogelmiere auf. Letzten Winter hatte ich fast durchgängig frische Kräuter.

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    Vielleicht schaut ihr euch mal genauer an, wie viele Aspekte auf dieser Seite gründlich recherchiert wurden - und entscheidet dann, ob hier das Aufdecken von Fakten zu hoch gegriffen ist.

    Wir stellen keine Behauptungen oder Gerüchte auf.

    Und ja - wir sind eindeutig contra VERERBTE Rudelstellungen.

    Lieber Gruß
    Moni

    Ich hab's getan und meine Anfangs-Meinung revidiert. Es ist gut und richtig, die Entstehungsgeschichte dieses Glaubens zu dokumentieren. Beobachtet man, wie schnell diese Mode um sich greift, braucht es einfach auch ein kritisches Pendant, in dem Hintergründe aufgedeckt werden.

    :gut:

    Um Fakten kann es nur bezüglich des ideologischen Drumherum der Rudelstellungen gehen. Auch, wenn pseudowissenschaftliche Tierversuche angestellt werden, sehe ich bis heute keine Fakten, die diese Rudelstellungs-Theorie bestätigen würden.

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    Die Frage fand ich auch äusserst unpassend, weil der Hund nicht danach frei gezeigt wird. Ich frage mich auch, ob es nicht weh tut, wenn andere Hunde beim Spielen an den neckischen Tapes ziehen, oder sich im "Kehlriemen" verfangen.

    Kann ich nicht beurteilen. Ich hatte noch keinen Welpen, der sich im Spiel gern an den Ohren ziehen ließ, ob mit oder ohne Heftpflaster.

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    Nein, der Ohransatz bleibt oben. Der Standard verlangt einen schmalen, kantigen, trockenen Oberkopf, nicht fleischig oder backig wie bei Bullmastiff oder EB. Tiefer Ohransatz würde ihn optisch verbreitern. Es wird eher unbewußt das etwas größere Ohr gefördert, das zu Kupierzeiten keine Rolle spielte, jetzt aber durch das etwas höhere Gewicht die Lage des Ohres beeinflußt.

    Man kann auch durch das Tapen kein grottenschlecht fallendes Ohr zu einem Perfekt-Ohr umkleben. Man kann nur in der sensiblen Phase dem eigentlich gut veranlagten Ohr einen kleinen Schups geben, die gewünschte Position einzunehmen. Speziell Rüden mit extrem unvorteilhaften Ohren, bei denen kein Kleben dauerhaft was brachte, werden so tendenziell weniger in der Zucht eingesetzt. Sie müßten schon auf anderem Gebiet herausragen.