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Wach- und Schutztrieb - haben sie viel davon?
Kommt viel auf die Zucht an. Hunde aus Leistungszucht tendieren zu mehr, aber auch Schau-Zuchten können was abgekriegt haben. Bei meinen Leistungszuchthunden war es aber immer gut zu händeln und kontrollierbar. Damit rechnen mußt Du auf jeden Fall, ist ja eine Gebrauchshundrasse. Ich erlaube meinen Hunden maßvolles Territorialverhalten im Garten (aber kein Dauergekläffe), verlange aber strikte Ruhe in Haus und Wohnung.
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Gesundheit - Man hört immer, dass sie nur krank sind, andererseits ist die Lebenserwartung ja gar nicht so schlecht.
Wieder eine große Züchterfrage. In den VDH-Vereinen werden aufwändige Monitoring-Programme durchgezogen, die JEDER Zuchthund und viele Liebhaberhunde durchlaufen. Das minimiert das Risiko deutlich. Ich habe jetzt seit 25 Jahren BK-Boxer und nur eine Hündin in den 90er Jahren mit 9 durch eine ärztliche Fehlentscheidung verloren. Die anderen Hunde wurden 12 Jahre alt, bei tadelloser Gesundheit. Mit allen habe ich Hundesport getrieben. Aber schon außerhalb D ist es mehr Glückssache, wie es mit Gesundheit gehalten wird. Die Daten werden oft einfach nicht erhoben, demnach auch nicht gezielt selektiert in der Zucht. Das gilt auch für alle mir bekannten Vereine außerhalb des VDH in D.
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will-to-please - wie viel haben sie wirklich?
Eher will to action, will to fun. Wenn es gelingt, den Boxer für sein Ziel zu begeistern, dann sind sie nicht totzukriegen. Versucht man etwas durchzusetzen, was ein Boxer nicht mag, können sie bulldoggenstur sein.
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Reizschwelle - sind sie eher gelassen oder doch reaktionsfreudig?
Gibt solche und solche. Wieder eine Frage der Zucht. Für den Sport will ich keinen "stumpfen" Hund, in der Familie soll er nicht ausflippen und rumschnappen, wenn ein Kind ihm versehentlich auf die Pfote tritt. Die meisten Hunde schaffen diesen Spagat. Matteo ist unheimlich schnell und energisch auf dem Hundeplatz, total relaxt zu Hause und auf Spaziergängen. Es gibt beim Boxer keine scharf umrissenen Leistungs- oder Schaulinien, so daß in einem Wurf der gemütliche Couchpotatoe neben dem Temperamentsbolzen liegen kann, nebst allen Zwischenstufen. Ein guter Züchter weiß seine Welpeninteressenten zu beraten.
Ganz wichtig: viele Boxer sind keine "Hundewiesen-Hunde", sie haben ihre Freunde, sind aber oft mit gleichgeschlechtlichen, gleichstarken Artgenossen prollig. Einfach den erwachsenen Hund in eine fremde Gruppe reinschmeißen "Nun spiel mal schön!" sollte man vergessen. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.
Und wie schon geschrieben: die Züchterwahl! Es wird soviel Schund mit der Rasse getrieben, es laufen so viele "boxerähnliche Gebilde" (stammt von meinem TA) rum, die alle mit allen Problemen dem Boxer zugerechnet werden. Garantien gibt es selbstverständlich keine, aber man kann erfolgreich Risikominimierung betreiben.