Beiträge von Quarus

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    ....und dafür spricht der hohe Eiweißgehalt. Kein anderes pflanzliches Lebensmittel enthält soviel hochwertiges Eiweiß wie Linsen. Kombiniert man sie mit Ei, Getreide, Milchprodukt oder Mais, ist das Angebot an essentiellen Aminosäuren tatsächlich komplett :smile:

    Wenn man seinen Hund vegetarisch ernähren will, braucht man freilich die Hülsenfrüchte zur Proteinbedarfsdeckung. Dieser Aspekt spielt aber für mich in der Hundeernährung keine Rolle.

    Ich selber esse Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Erbsen liebend gern und mehrmals wöchentlich, weil ich ihre ernährungsphysiologischen Vorteile beim Menschen kenne. Diese relativieren sich aber beim Hund, sobald er nicht auf pflanzliche Eiweißträger zwingend angewiesen ist.

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    Wach- und Schutztrieb - haben sie viel davon?

    Kommt viel auf die Zucht an. Hunde aus Leistungszucht tendieren zu mehr, aber auch Schau-Zuchten können was abgekriegt haben. Bei meinen Leistungszuchthunden war es aber immer gut zu händeln und kontrollierbar. Damit rechnen mußt Du auf jeden Fall, ist ja eine Gebrauchshundrasse. Ich erlaube meinen Hunden maßvolles Territorialverhalten im Garten (aber kein Dauergekläffe), verlange aber strikte Ruhe in Haus und Wohnung.

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    Gesundheit - Man hört immer, dass sie nur krank sind, andererseits ist die Lebenserwartung ja gar nicht so schlecht.

    Wieder eine große Züchterfrage. In den VDH-Vereinen werden aufwändige Monitoring-Programme durchgezogen, die JEDER Zuchthund und viele Liebhaberhunde durchlaufen. Das minimiert das Risiko deutlich. Ich habe jetzt seit 25 Jahren BK-Boxer und nur eine Hündin in den 90er Jahren mit 9 durch eine ärztliche Fehlentscheidung verloren. Die anderen Hunde wurden 12 Jahre alt, bei tadelloser Gesundheit. Mit allen habe ich Hundesport getrieben. Aber schon außerhalb D ist es mehr Glückssache, wie es mit Gesundheit gehalten wird. Die Daten werden oft einfach nicht erhoben, demnach auch nicht gezielt selektiert in der Zucht. Das gilt auch für alle mir bekannten Vereine außerhalb des VDH in D.

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    will-to-please - wie viel haben sie wirklich?

    Eher will to action, will to fun. Wenn es gelingt, den Boxer für sein Ziel zu begeistern, dann sind sie nicht totzukriegen. Versucht man etwas durchzusetzen, was ein Boxer nicht mag, können sie bulldoggenstur sein.

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    Reizschwelle - sind sie eher gelassen oder doch reaktionsfreudig?

    Gibt solche und solche. Wieder eine Frage der Zucht. Für den Sport will ich keinen "stumpfen" Hund, in der Familie soll er nicht ausflippen und rumschnappen, wenn ein Kind ihm versehentlich auf die Pfote tritt. Die meisten Hunde schaffen diesen Spagat. Matteo ist unheimlich schnell und energisch auf dem Hundeplatz, total relaxt zu Hause und auf Spaziergängen. Es gibt beim Boxer keine scharf umrissenen Leistungs- oder Schaulinien, so daß in einem Wurf der gemütliche Couchpotatoe neben dem Temperamentsbolzen liegen kann, nebst allen Zwischenstufen. Ein guter Züchter weiß seine Welpeninteressenten zu beraten.

    Ganz wichtig: viele Boxer sind keine "Hundewiesen-Hunde", sie haben ihre Freunde, sind aber oft mit gleichgeschlechtlichen, gleichstarken Artgenossen prollig. Einfach den erwachsenen Hund in eine fremde Gruppe reinschmeißen "Nun spiel mal schön!" sollte man vergessen. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

    Und wie schon geschrieben: die Züchterwahl! Es wird soviel Schund mit der Rasse getrieben, es laufen so viele "boxerähnliche Gebilde" (stammt von meinem TA) rum, die alle mit allen Problemen dem Boxer zugerechnet werden. Garantien gibt es selbstverständlich keine, aber man kann erfolgreich Risikominimierung betreiben.

    Ich finde nichts Verwerfliches daran, Hunde ihren uralten Job nachgehen zu lassen und auf das Eigentum des Besitzers aufpassen zu lassen. Ich wäre auch nicht zwangsläufig davon ausgegangen, daß, statt die Polizei den Einbrecher faßt, die Wächter exekutiert werden. In 90 % der Welt greifen sich die Leute vermutlich an den Kopf.

    Ich frage mich, ob Penny vielleicht ZU abhängig von Deiner Freundin ist und deshalb sehr schnell Streß hat, wenn sie auch nur kurze Zeit ohne ihren Lebensmittelpunkt bleiben muß. Es gibt auch so etwas wie eine zu enge Bindung. Das ist dann ungesund und führt u.a. zu Unsauberkeit und Zerstörung.

    Kann sie nicht während der Abwesenheit zu Familienmitgliedern, die ganz selbstverständlich auch Beschäftigung und Füttern zeitweilig übernehmen, um mehrere Bezugspersonen aufzubauen?

    Den nächsten Ausstellungsbesuch würde ich auf jeden Fall canceln. Das wird auf die Schnelle nix mehr. Hund merkt ja auch Frauchens innere Anspannung, damit wird sein Unwillen/Verunsicherung nur größer.

    Zusätzlich zu den von den Vorschreibern genannten allgemeinen Maßnahmen würde ich die nächsten Ausstellungen, auch rassenfremde, nur als Zuschauer besuchen, um den Erfolgsdruck rauszunehmen. Dann kann man am Rand der Ausstellung Trockenübungen machen, die zu Hause vorbereitet wurden.

    Furchtbar, was Ihr mitgemacht habt. Aber Ihr habt in meinen Augen wieder richtig entschieden. Manchmal kann man das Happy-End mit allem Engagement nicht herbeizwingen. Das Kätzchen hat nun keine Schmerzen mehr, das ist das Wichtigste. Ich wünsche Euch viel Kraft, dieses traumatische Erlebnis verarbeiten zu können.

    Eine Haßkappe kriege ich aber auf alle gedankenlosen Tierquäler, die für das Katzenelend verantwortlich sind und wegen denen dieses unschuldige, arme Tierchen leiden mußte. Und wegen denen Tierschützer wie Ihr emotional so belastet werdet.

    Ihr habt meinen tiefsten Respekt!