Beiträge von Quarus

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    Im Allgemeinen wird hier so getan als ob ich noch nichts gelesen hätte, kommt mir so vor als wenn alle nur sagen wollen, das ist ein kompliziertes Thema.


    Man sollte die Grundsachen der Hundeernährung kennen? Ja ich denke das tue ich und das sieht man auch an dem Plan. Da ist doch alles Wichtige drin oder was fehlt?

    Wenn Du Dir sicher bist, dann füttere doch einfach und frage nicht. Zumal ich nicht riechen kann, was Du geantwortet haben möchtest. :muede:

    Hallo Marcel,

    Dein Plan kommt mir sehr kompliziert vor. Und Einiges kann ich auch nicht nachvollziehen. Wozu z.B. Fischmehl? Oder die Differenzierung zwischen 5 % Obst und dem Zusatzpüree.

    Lockenwolf hat eigentlich einen sehr praktikablen Futterplan beschrieben. Natürlich ist aber letzten Endes ausschlaggebend, was Dein Hund Dir über Deine Fütterung rückmeldet. Du mußt Dich also rantasten, egal, wie diffiziel Du ein Prozent hiervon und ein Prozent davon im Plan änderst.

    Ich füttere ähnlich wie Lockenwolf, aber nicht gleich. Max. 60 % Tierisches (Fleisch, Innereien, Pansen, Milchprodukte, RFK, Ei, Fisch), etwa 40 % Pflanzliches (Kohlenhydrate, Obst, Gemüse, Kräuter), dazu Öl (Lachsöl) und eine Ca-Ergänzung, wenn keine Knochen im Futter sind.

    Das Öl dienst nicht der Energiegewinnung (kommt aus dem Fett im Tierischen), sondern der Ergänzung von Omega 3-Fettsäuren. Obwohl der Liter etwa 20 € kostet, ist es damit sehr sparsam im Verbrauch und reicht lange.

    Bei Obst und Gemüse sammle ich im Sommerhalbjahr vieles selbst, im Winter wechsle ich nach Angebot. Das kann mal bevorzugt Staudensellerie sein, auch Chicoree, Chinakohl, Paprika (rot), Tomate (rot), Möhren usw., natürlich Apfel, mal Banane, Mandarine, gerne auch Sachen, die etwas überreif sind.

    Vielseitigkeit ist mir generell wichtiger als feste Werte. Deshalb kommen bei mir auch geeignete Essensreste in den Napf: Nudeln, Kartoffeln, Haferbrei, , hartes Brot, selbst bereitetes Rotkraut oder Sauerkraut etc.

    Immer aber ist entscheidend, was mein Hund dazu sagt: hat er direkt nach der Fütterung Blähungen oder Unwohlsein, oder später Durchfall, oder verändert sich langfristig sein Fell, Temperament....

    Ich weiß ja nicht, was Du alles gelesen hast, aber wichtig sind in meinen Augen, die Grundzüge der Ernährungsphysiologie beim Hund zu kennen, dann kann man das Meiste selbst ableiten. Und da gibt es für mich in erster Linie den kleinen Ratgeber von Jürgen Zentek, und wenn man sich weiter informieren will, das dicke Fachbuch von Meyer/Zentek zur Hundeernährung.

    Mein Verein erfaßt seit vielen Jahren das Sterbedatum für von ihm gezüchtete Hunde. Bis vor Kurzem hat das die Frau Dr. Eichelberg statistisch aufbereitet. Der Name dürfte nicht ganz unbekannt sein.

    Danach hat die Population der im BK gezüchteten Boxer eine durchschnittliche Lebenserwartung von 9,6 Jahren. Die nach gleicher Methode ausgewerteten Daten einer Mischlingspopulation erreichen 9,7 Jahre. Der Unterschied ist also marginal.

    Die Lebenserwartung hat in den letzten Jahrzehnten um ca. 1,5 Jahre zugenommen.

    Auch seit Jahrzehnten führt unsere Zuchtwartin ein gruppeninternes Register zu Sterbedaten und -ursachen. Da kommen natürlich nur wenige Hunde in die Berechnung, bei etwa 60 Hunden im Verein. Die durchschnittliche Lebenserwartung pendelt über die Jahre zwischen 8 (Extremfall, junge Hündin starb mit 7 Monaten) und 12 (Hund mit 14 Jahren gestorben). Der Modus läge vermutlich bei etwa 10 bis 11 Jahren.

    Das deckt sich auch mit meinen eigenen, noch begrenzteren Erfahrungen: 2 Hunde mit knapp 10 Jahren verloren, zwei Hunde mit über 12 Jahren verloren.

    Mich reut es gerade, Matteo auf Verweisen im Steh umgestellt zu haben. Sonntag ist IPO 2 angesagt, und er zappelt vor dem Gegenstand rum. Das wird Punkte kosten.... hätte ich mal lieber das Platz gelassen! :???:

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    Das finde ich bisweilen schade, denn Barf bietet auch sehr gute Anregungen für andere Fütterer, regt eigentlich zum positiven Nachdenken über die Ernährung des Hundes an. Auch wenn ich selbst der "nur roh ist gut"-Argumentation nicht folgen möchte und eher zum Bekochen des Hundes neige - Denkanstöße gab es für mich auf jeden Fall.

    Völlige Übereinstimmung!

    Es ist schade, daß BARF zunehmend dogmatisch ausgelegt wird und der Drang steigt, nicht selbst Wissen zu erwerben. Dazu passt der unbrauchbare Barfrechner, die starren Prozentaufteilungen, die "Wolfs"-Beschwörungen usw. Nicht zu vergessen "Fertig-Barf" und "Trocken-Barf". :hust:

    Frischfüttern, egal, ob roh oder gekocht, hat in meinen Augen nur dann den Vorzug vor Fertigfutter, wenn man bereit ist, sich mit den individuellen Ernährungsbedürfnissen seines Hundes auseinanderzusetzen, und nicht die Verantwortung an "Meinungsmacher" abgibt.

    Von daher halte ich die selbst zusammengestellte Nahrung für einen nierenkranken Hund für sehr gut möglich - falls die CNI entsprechend berücksichtigt wird. Ebenso die Schilddrüsenunterfunktion. Und da wären wir wieder bei fehlendem Wissen: es ist unglaublich, bei einer SDI die planlose Verfütterung von Schilddrüsengewebe zu empfehlen. Kein Wunder, die Skepsis von TÄ gegenüber Barf angesichts solcher "Ratschläge" ....

    Ich würde im Falle der TE auch den Weg über eine Rationsberechnung auf Grundlage der Diagnose gehen, also eine Vet.-Med. kontaktieren.

    Ja klar - man kann aber durchaus finden, daß "Promi mit Hund" wesentlich un-unterhaltsamer ist, als "Normalo mit Hund". Gerade bei Rütter und in einem Hundeforum finde ich es verständlich, daß die Selbstdarstellung von C- oder D-Promis schlechter ankommt, als echte Probleme von Hundebesitzern zu behandeln.

    Ich füttere auch Rocco hin und wieder, weil ich es als Frischfütterer wichtig finde, Alternativen bei Fremdbetreuung zu haben. Wird gut vertragen und gemocht!

    Ich möchte Dir allerdings zu bedenken geben, daß Du bei Rocco+Kohlenhydrate/Gemüse genau das gleiche Problem haben wirst, wie beim Frischfüttern. Mal eben zusammenkippen geht gerade bei einem jungen Hund nicht, das muß genauso wenigstens grob ausbilanziert sein, wie beim Frischfüttern. Das war ja Deine Frage.

    Es fängt schon damit an, daß Du den Doseninhalt nicht 1:1 in Fleisch umrechnen kannst. Erstens weißt Du nicht genau, WAS für Fleisch drin ist (zwischen Muskelfleisch und Bindegewebe gibt es eklatante Nährstoffunterschiede), zweitens ist das Fleisch mit Wasser versetzt worden zuzüglich Binde/Geliermittel, um es dosentauglich zu kriegen (sieht man am Proteingehalt, im Vergleich zum Proteingehalt von Reinfleisch). Das erfordert alles in allem auf die Dauer mehr Rechnerei, als zu Kochen oder zu Barfen/Frischzufüttern.

    Bei erwachsenen Hunden lasse ich da durchaus fünfe gerade sein, bei einem Welpen würde ich bei Deiner Unsicherheit als Basis doch ein gutes TroFu wählen, und Dose bzw. Frischmahlzeiten nur ergänzend geben.

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    Wir werden sie auf jedenfall kastrieren lassen, danach. Also mit züchten usw. haben wir nichts vor.
    Wär ja eig auch nicht wirklich verantwortungsbewusst zur deckung einen alten rüden zu verwenden.

    KEINE Deckung wäre verantwortungsbewußt, weder alter Rüde auf junge Hündin, noch gleichaltriger Rüde auf ausgereifte Hündin, einfach bitte gar nicht denken, es gäbe "schlimm" und "weniger schlimm".

    Ich muß leider sagen, wenn solche Gedankenspiele vorgebracht werden und nach der Suche nach akzeptablen Alternativen klingen, daß ich trotz meiner Kastrationsabneigung in solchen Fällen doch dazu tendieren würde, die Hündin zu kastrieren. Sonst passiert gern "Wir haben nur 5 Minuten nicht aufgepaßt/ der Freund hat nicht aufgepaßt/ die Oma hat nicht aufgepaßt - jetzt hat meine Hündin seit drei Wochen einen dicken Bauch und benimmt sich so komisch! Schnell, sagt mir, was ich machen soll!".

    Nimm es mir nicht übel, aber so kommt es ein bißchen bei mir an, daß eine Deckung zwar etwas unerwünscht wäre, aber eigentlich doch kein Beinbruch....

    Koch ruhig. Habe ich bei meinem alten Quarus in seinen letzten Wochen auch gemacht, und der hat sein ganzes Leben lang rohes Fleisch prima vertragen. ABER Fleischverdauung ist auch anstrengend, man kann es nicht erzwingen, wenn ein alter oder kranker Hund die Kraft nicht aufbringt.

    Das Gemüse wurde ich auch leicht dünsten. Was ich in kleinen Mengen nach Moeglichkeit noch roh geben würde, ist Leber. Aber wenn es nicht geht, dann eben auch die Leber kochen.

    Eine Goodboy-Weste hatte ich auch mal. Schick, schick. Und im Nu kaputt, weil sie nur was für Schönwettersportler ist, deren Hunde ja keinen Hüpfer machen. Denn bei Hundepfotenkontakt zerreißt der Stoff und lösen sich die Nähte. Ich habe das Dauerflicken aufgegeben....