Beiträge von Quarus

    Jemand, der einen "Gnadenhof" führt, darf sich jähzornige Ausraster einfach nicht erlauben. Von dem erwarte ich soviel Selbstbeherrschung, dass er ohne die Diskussion über Schuld von Hund oder Huhn einfach eine Fehleranalyse macht und zukünftig solche Unfälle verhindert. Ich habe null Verständnis für mehrfaches Treten, wenn es ganz klar nicht darum geht, in einer Extremsituation nicht noch in letzter Sekunde das Leben des Hahnes zu retten, sondern einzig und allein seinen Ärger mittels Schmerzzufügung am Hund abzureagieren.

    Das ist bei Ottonormalhundehalter arm, und bei einem Gnadenhofbetreiber einfach jämmerlich. Man kann von einem erwachsenen Menschen einfach erwarten, dass er Massiv Schwächere, ob Kind oder Tier, nicht als Blitzableiter seiner Aggressionen missbraucht.

    Zusammen mit der geschilderten Tieranhäufung ohne ausreichende Zeit, sich um Sicherung und Versorgung über das Nötigste hinaus zu kümmern, wäre das für mich Grund genug, das Veterinäramt zu informieren.

    Ich kenne eine Hündin, die seit 6 Jahren IBD hat. Da werden keinerlei Futterexperimente gemacht. Sie bekommt selbstgekochte Schonkost,ist damit stabil und komplett unauffällig. Jeder versuchte Wechsel früher hat zu neuen Schüben geführt.

    Wenn Dein Hund also die Dosen und Schonkost so gut verträgt, würde ich kein TroFu mehr durchtesten. Gerade in dem hohen Alter. Daß vielleicht weniger häufig Kot abgesetzt wird, weil im TroFu Verdickungsmittel drin sind zur besseren Kotformung, wäre für mich zweitrangig.

    In den letzten Wochen hatte mein Quarus wenig Appetit, und die bisher einfache Tablettengabe wurde zum zusätzlichen Problem. Eine Zeitlang funktionierte das Prinzip Futterneid, mit Matti daneben wurde auch das Pillenhäppchen geschluckt. HapshapsTablettehapshapshaps.

    Dann mussten Delikatessen her. Dose mit Pillenfüllung, Käse, Wurst, Fleisch roh, gekocht, gebraten mit einer eingeschnittenen Tasche und Tablette. Zuletzt habe ich manchmal eine halbe Stunde gebraucht, um seine Vetmedin, die er unbedingt brauchte, reinzukriegen, ohne Gewalt anzuwenden. Der TA hat dann ein appetitanregendes Mittel gegeben, damit ging es dann bis zum recht plötzlichen Ende.

    Ich habe trotzdem jeden Tag mit dem Süssen genossen und ihn gern betüddelt.

    Auch bei anderen Rassen mit kürzerer durchschnittlicher Lebenserwartung werden nicht akute Erkrankungen, Unfälle, Haltungsfehler etc. rausgerechnet. Wenn schon, denn schon.

    Also die Boxer die ich kenne sind so der Typ: "ich komme jetzt mal auf die Hundewiese um alle aufzumischen"
    Ein sehr körperliches Spiel und immer auf der Suche nach einer kleinen Rauferei.

    Das trifft es gut. "Spaßraufer" eben. Was andere Hunde zu Recht nicht toll finden.

    Ach, die gegenteiligen Geschlechter eigentlich schon. Rüde und Hündin - da finden sich immer welche, die sich mögen und mit Begeisterung spielen. Nur Gleichgeschlechtliche sind nicht ohne. Meine Rüden haben sich von Hündinnen und Welpen quasi ALLES gefallen lassen, andere Rüden, wenn deutlich kleiner, wurden selbst bei Angriffen nach Möglichkeit ignoriert. Nur gleichwertige "Gegner" waren echt problematisch, da ging und gehe ich kein Risiko ein. Wobei mein Matteo und auch andere Rüden/Hündinnen auch beim eigenen Geschlecht recht freundlich sein können.

    Klingt, als würde sich da ein zukünftiger "Spaßraufer" entwickeln. Ich sehe es wie Du und würde es im Interesse BEIDER Hunde unterbinden, a) damit Theo nicht permanent getriezt wird und b) damit Carlos nicht vollends auf den Geschmack kommt.

    Sind beide etwa gleichalt und gleichstark? Nach meiner Erfahrung ein potentielles Risiko für ein "Kippen" des "Spieles", das Theo wahrscheinlich schon nicht mehr als solches ansieht.

    Carlos täte es gut, Kontakte zu älteren Hunden zu haben, die eine gute, klare Ansage machen und Frechheiten eines Jungrüden sanktionieren können. Meine Rüden haben da immer sehr von selbstbewußten Hündinnen profitiert.

    Man sollte denken, mit zunehmendem Alter und zunehmender Anzahl der Abschiede wird es leichter - aber bei mir ist das Gegenteil der Fall. Mir fällt es von Hund zu Hund schwerer, mich mit dem unausweichlichen Ende abzufinden. Mit dem Welpen auf dem Arm ist mir bewußt, daß unsere Zeit begrenzt sein wird.

    Wenn mein Hund dann alt ist und sichtlich abbaut, versuche ich mich verstärkt mit dem Gedanken an den Abschied auseinanderzusetzen und quasi "vorzutrauern". Ich kümmere mich sehr bewußt um meinen Oldie und sehe jeden Tag als besonderes Geschenk an. Die große Belastung, zum richtigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung im Sinne meines Hundes zu treffen, hat mir mein Quarus als letzter meiner verstorbenen Hunde zu meiner Erleichterung abgenommen. Obwohl sein recht plötzliches Herzversagen im ersten Moment ein großer Schock war, konnte ich mich relativ schnell fassen und seinen Tod akzeptieren.

    Alle meine Lieblinge kann ich im eigenen Garten beerdigen. Ich habe keine Tafel und keine Blumen. Denn in meiner Erinnerung sind sie immer noch bei mir, sie schlafen nur.

    Mein Matteo ist eigentlich sehr verträglich - der bei weitem verträglichste unter den fünfen, die ich hatte. Er mag alle Hunde und bemüht sich auch, deren Spielverhalten zu entsprechen.

    Ich hatte aber auch eine Hündin, die alle Hunde, die sie nicht aus ihrer Junghundzeit kannte, vehement ablehnte. Alte Freunde wurden zumindest geduldet, an neuen hatte sie kein Interesse und verdeutlichte das im Zweifel sehr drastisch.

    Die anderen 3 waren Zwischenstufen, wobei meine Hündinnen keine Welpen mochten und meine Rüden keine potentiellen Konkurrenten. Rasse war eher egal.