Einer der Hunde ist ein Dreibein (ein Hinterlauf wurde amputiert), robust, ca. 35 kg und jagt am Zaun das Vieh. Der Betreiber des Gnadenhofes meinte, das wäre ein Spiel. Allerdings meinte er auch, der Hund würde ein Huhn fressen, wenn er die Möglichkeit hätte.
Der Hund jagt, das ist dem Betreiber bekannt, aber wurscht. "Der spielt ja nur!"
Der Hund fraß aber schon fleissig an seiner Beute und ließ sich diese natürlich nicht abnehmen. Der Hofbetreiber schnappte sich einen schweren Knüppel (ca. 1,5 Kilo) und warf ihn auf den Hund. Und traf leider. Der Hund lief aber mit seiner Beute weg. Der Hofbetreiber näherte sich dem Hund und trat ihm voll in die Seite. Hund lief wieder weg, fraß weiter. Hofbetreiber näherte sich erneut, trat wieder voll zu.
Das ist nicht im Affekt und keine "Rettungsmission" - das ist Jähzorn. Erst die Jagerei dulden, und dann den "Racheengel" spielen, wenn sie erwartungsgemäß nach Vorgeschichte und Zaunzustand "plötzlich" erfolgreich ist - gibt für mich keinen Grund, da was zu beschönigen.
Aber ich hatte Angst, dass der Hund nachher für meine Reaktion bestraft und misshandelt wird. Ich muss auch erwähnen, dass der Betreiber (männlich oder weiblich lasse ich extra aus) sich sonst meiner Meinung nach relativ gut um die Tiere kümmert. Mit einer Ausnahme, bei einem Hund, den ich ganz schweren Herzens längst über die Regenbogenbrücke hätte gehen lassen.
Nach 2 Monaten traut die TE dem Betreiber so eine Reaktion zu? Scheint ein nettes Kerlchen/Dämchen zu sein...
Wie soll er Bestrafung (Tritte) und das Vergehen (Huhn jagen) miteinander verbinden?
Das ist der Knackpunkt: JEDER weiß, daß die Mißhandlung nichts mit einer Verhaltenskorrektur oder einem Verhaltensabbruch zu tun haben kann. Es ist Abreagieren von Wut, Frust, Jähzorn etc. am Hund, und hilft weder dem (Toten) Hahn, noch dem Hund, dieses Verhalten nicht wieder zu zeigen. Völlig sinnlos, tut aber scheinbar dem Betreiber gut, sich so "austoben" zu können.
Akzeptiere ich das Geschehene einfach und hoffe, dass sowas nicht wieder passiert? Mit dem Hintergedanken: Wer einmal tritt, der tritt auch wieder? Was, wenn mit dem Knüppelwurf oder den Tritten der letzte Hinterlauf des Hundes verletzt worden wäre?
Davon würde ich ausgehen.
Gibt es da noch andere Helfer, mit denen Du sprechen und über den Vorfall austauschen könntest?
Im Übrigen bin ich nicht der Meinung, daß das Etikett "Gnadenhof" jemanden aus der fundamentalen Verantwortung für jedes gehaltene Tier entläßt oder diese relativiert.