Beiträge von Quarus

    @'Marula
    Die Idee mit den F1-Mixen löst aber absolut kein züchterisches Problem, sondern verschärft es sogar noch. Diese Nachkommen sind komplett von der weiteren Fortpflanzung ausgeschlossen, Die Elternlinien müssen also aus einer zwangsläufig sehr geringen Anzahl reingezogener Nachkommen erneuert werden, was die Verarmung des Genpools noch beschleunigt, eine Selektion wird damit fast unmöglich.

    Dieses Problem kann man schön beim Riesenesel beobachten, der einzig und allein zur Erzeugung von Eselhengsten für die Maultierproduktion mit Pferdestuten gezüchtet wird. Sehr kleine Zuchtbasis, viele Probleme. Die Nachkommen sind züchterisch nicht verwendbar. Dem Riesenesel bringt populationsgenetisch gesehen die Maultierzucht garnichts. Weder wächst sein Genpool, noch wird er gesünder, ganz im Gegenteil.

    @BoxerandSchäferhund

    Vom Tierschutz. Aber die Herkunft ist völlig egal. Es geht im allgemeinen um die Rasse. Und da ist es egal, ob Vermehrerhund, Hobbyzüchter, VDH Züchter, Züchter in anderen Clubs...alle ergeben das Gesamtbild.

    Nein, die Herkunft ist NICHT egal. Sie ist sogar eines der wichtigsten Kriterien. Weil NUR und AUSSCHLIESSLICH über die Herkunft eine Aussage möglich ist, ob überhaupt eine Zuchtstrategie vorhanden ist, und ob das Ergebnis dieser Zuchtstrategie ein Hund ist, der dem Zuchtziel entspricht.

    Wo die Mehrzahl der Hunde ohne Zuchtstrategie vermehrt wird, kann man nicht die wenigen planvollen Züchter für Versäumnisse der "breiten Masse" verantwortlich machen.

    Es gibt kein Gesamtbild, da außer einer oberflächlichen Ähnlichkeit zwischen solchen Hunden keine Gemeinsamkeit besteht. Genausowenig, wie ein Dacia (nichts gegen Dacia!) mit einem Mercedes ein "Gesamtbild" ergibt, weil beide 4 Räder haben.

    @BoxerandSchäferhund

    Vom Tierschutz. Aber die Herkunft ist völlig egal. Es geht im allgemeinen um die Rasse. Und da ist es egal, ob Vermehrerhund, Hobbyzüchter, VDH Züchter, Züchter in anderen Clubs...alle ergeben das Gesamtbild.

    Dem widerspreche ich entschieden!

    Kein Mensch würde auf die Idee kommen, die Marke "Mercedes" z.B. schlecht zu reden, weil Hinterhofschrauber einer Rostlaube 'nen Mercedesstern angepappt haben. Und genausowenig haben "boxerähnliche Gebilde", wie mein TA formuliert hat, etwas mit der Rasse "Deutscher Boxer" zu tun.

    Du kannst gern an einer AD auch ohne Hund mitfahren. Termine werden in den Boxerblättern veröffentlicht. Ich habe mit 4 von meinen 5 Boxern die AD gemacht, bei meinem ersten Hund gab es die noch nicht, deshalb nur 4 von 5. Ich habe dafür nie lange trainiert, das Wichtigste ist das gesittete Laufen in Gesellschaft.

    Bei uns legt die übrigens fast jeder Hund ab, unabhängig davon, ob er in der Zucht eingesetzt werden soll oder nicht, gerade auch wie die Untersuchungen und die Zuchttauglichkeitsprüfung als Rückmeldung für die Züchter.

    Was das "langsame" Revieren angeht: ein Boxer ist ein Molosser und kein Mali, und wird in den seltensten Fällen die enorme Grundschnelligkeit eines Malinois erreichen. Dafür ist er bedeutend "anfängerfreundlicher" und verzeiht eher Fehler in der Ausbildung. Die Molosserabstammung ist auch ein Grund für das zögerliche Verbellen - kann man gut auf unserem Vereinsgelände beobachten, wenn in den Autos getobt und hyperventiliert wird vor Gekreische, weil Hund oder Mensch in 10 m Entfernung vorbeigeht, dann sind es die Malinois und der Herder. Von den 20 Boxern hörst Du keinen Mucks. Dieser "lockere Hals" fehlt dann aber auch am Versteck. Ich habe geschlagene 2 Jahre gebraucht, bis mein Hund sauber und anhaltend verbellt hat, nötigenfalls hat er dafür 3 x durchreviert. Mit fehlender Puste hatte das nichts zu tun.

    Ich glaube nicht, dass der VDH generell was dagegen hat. Bloss unkoordiniertes, auf Einzelwünschen basierendes Gemixe ohne Plan wird selbstverständlich nicht genehmigungsfähig sein. Das Tollereinkreuzungsprojekt ist ja an der mangelnden Bereitschaft des Züchters gescheitert, es unter wissenschaftlicher Kontrolle und mit langfristiger Zuchtstrategie durchzuführen. Das wären aber unabdingbare Voraussetzungen, um über das Niveau von primitiver Designerzucht hinauszukommen und populationsgenetische Vorteilezu bewirken.

    Ist mittlerweile leider ziemlich normal. Auch der Boxer ist (mittlerweile) eine Qualzucht.

    Nein. Der Boxer ist eine der wenigen Rassen, bei der Leistungsforderungen zur Zuchtzulassung gehören. Da sollten andere Rassen erst mal hinkommen, bevor ausgerechnet eine Rasse mit obligatorischer Ausdauerprüfung am Fahrrad für ALLE Zuchttiere in die Qualzuchtecke gestellt wird.