Beiträge von Quarus

    Nein aber das man nicht leichtfertig und nur auf Basis von dem was man mal irgendwann irgendwo gelesen hat, über elementare Dinge wie medikamentöse Behandlung entscheiden darf.
    Erst recht nicht um dann in Foren damit zu prahlen wie toll man das doch hinbekommen hat ;)

    Es ist mir halt bei manchen sauer aufgestoßén was die so an Behandlungstipps bzw Parolen raushauen ala "den Tierarzt brauchen wir nur noch wenn überhaupt für die Diagnose...Behandlung und alles mache ich selber" und ich wollte Meinungen hören ob das nicht sehr naiv/riskant ist

    Es IST in manchen Fällen naiv und riskant, wie es in manchen Fällen naiv und riskant ist, blind auf die Kompetenz eines TA zu vertrauen.

    Aber würdest du bei einem Verdacht/bzw auch einer gesicherten Diagnose selbstständig Medis dosieren/eine andere Behandlung anfangen als dein Tierarzt dir rät?
    Wenn ja warum? Natürlich musst du es dann selber ausbaden...aber in erster Linie ja eigentlich auch dein Hund.
    Hättest du keine Angst deinem Hund durch deine Diagnose/Behandlung zu schaden?

    Auch das kann mal notwendig sein. Die Schwester meines Rüden leidet jetzt im hohen Greisenalter an Hyperadrenokortizismus (Morbus Cushing). Die TA bestand auf einer Diagnosemethode, die nachweislich falsch war und zu einer falschen Medikamentierung führte. Über ein Morbus Cushing-Forum konnten die Besitzer letzten Endes ihre Hündin richtig einstellen. Hätten sie der TA vertraut und nicht selbst recherchiert und entschieden, wäre der Hund innerhalb kürzester Zeit in eine Addison-Krise gefallen und vermutlich verstorben.

    Viele TA haben Wissen, das z.T. etwas oberflächlich ist und im Regelfall ausreicht. Es kann durchaus sein, daß ein engagierter Laie auf einem Spezialgebiet besser und tiefgründiger informiert ist und somit fundiertere Entscheidungen treffen kann. Ein guter TA wird seine ja nicht ehrenrührigen Defizite dann anerkennen und entweder mit dem informierten Patientenbesitzer gemeinsam einen Weg suchen, oder zu einem Spezialisten überweisen.

    Die Eltern eines Sportfreundes haben einen Boston, den er manchmal mitbringt. Ein sehr energischer, aktiver, nervenstarker Hund, der wie ein Boxer im Zwergformat ist. Körperlich ist er robust gebaut, eher wie eine sportliche, hochbeinige Französische Bulldogge und sehr ausdauernd. Er liebt es zu arbeiten und hat die BH-Prüfung, wird wohl in Agility geführt. So richtig glücklich ist er, wenn er Schutzdienst machen darf. Damit meine ich nicht Beißbeiß, sondern richtig mit Gehorsam, prüfungskonform eben.

    Ein feiner kleiner Hund, der aber Ansprüche in die Führung und Beschäftigung stellt wie ein Großer.

    Das ist ein Grund, warum ich die meisten Hunde nicht beim Züchter kaufen würde. Hat es eigentlich einen bestimmten Grund, dass alles, was nicht vom Züchter oder Tierschutz kommt als "Ausbeute der Tiere" dargestellt wird? Warum muss jeder Thread zu einer Marketingveranstaltung für Züchter werden? Was gut ist, verkauft sich von selbst. Warum immer mehr Menschen auf Hunde von privat umsteigen, hat ihre Gründe - und das ist mitnichten nur das Geld.
    Mit meinem Vizsla aus nicht-Zucht-Hand habe ich die Chance, dass sie im Standard bleibt. Ich wollte keinen Vizsla deutlich über dem Standard - und das ist eben die Richtung bei den Züchtern. Sollen sie machen, aber wenn ich das will, kaufe ich eine Deutsche Dogge. Viszlas über 70 cm sind nunmehr alles andere als eine Seltenheit. Schade um die Hunde, die dadurch noch mehr zu HD, ED und so weiter neigen. Züchter wollen das eigentlich verhindern - finde den Fehler.

    Um den Kreis zu schließen: Nein, das ist für mich ethisch nicht vertretbar.

    Das ist die übliche Erklärung: der Markt wird es schon regeln, der Markt hat immer recht, laßt den Markt mal machen. Sieht man an den Billigklamotten (es jährt sich wohl gerade der Einsturz des Rana-Plaza mit 1000 Toten).

    Genauso, wie diese Klamotten nach wie vor mittels Ausbeutung von Näherinnen produziert werden und NICHT gut sind und TROTZDEM gekauft werden, weil BILLIG, ist die Vermehrerproblematik zu sehen. Jenseits aller fadenscheinigen Erklärungsversuche geht es ums Geld. Erst wenn da der Hahn zugedreht wird, ändert sich was an den "Produktionsbedingungen".

    Und sei mir nicht böse: angesichts des eklatanten Unwissens und widerlegter Vorurteile, die Du in Bezug auf die z.B. Boxerzucht bewiesen hast, nehme ich Dir nicht ab, Dich fundiert über Rassehundezucht dieser oder anderer Rassen äußern und ein begründetes Urteil abgeben zu können, WARUM ein Hund von "privat" angeblich besser sein soll.

    Mein Matteo ist zwar ein wilder Feger, geht aber mit Welpen oder Hunden, die Unbehagen bei heftigen Aktionen zeigen, sehr vorsichtig um und bedrängt sie nicht. Er lädt sie dazu ein, auf IHN zuzugehen und ihm ein Spiel bzw. Kontaktaufnahme nach eigener Wahl anzubieten.

    Das ist DER Hund, dem ich in Welpen- und Junghundzeit die Hundekontakte strikt reglementiert und strategisch ausgesucht habe.... der souveränste,zuverlässigste und freundlichste meiner Hunde, obwohl er eigentlich eher asoziales Verhalten zeigen müßte. Er bestätigt mich in meiner Auffassung, daß Qualität der Quantität von Hundekontakten stets vorzuziehen ist.

    Die einen kaufen keine Billigstklamotten, weil ihnen bewußt ist, daß Menschenausbeutung dran hängt, die anderen verzichten auf Thunfisch aus meeresvernichtenden Schleppnetzen - ich bin Hundeliebhaber und wünsche meinem Hund eine glückliche Kindheit mit einer geliebten und umsorgten Mutter.

    Deshalb u.a. ist es mir nicht egal, wo ich meinen Hund herhole, weil ich die Konsequenzen für andere Hunde nicht ausblenden kann, nur weil ich mit meinem vielleicht glücklich werde.

    Züchter oder Tierschutz: einmal, um Leute zu unterstützen, die meine ethischen Ansichten zur Hundezucht teilen, das andere Mal, um Leute zu unterstützen, die die Scherben auflesen, die Vermehrer hinterlassen haben.

    Das widerspricht sich überhaupt nicht.

    Deswegen halte ich von Welpenspielveranstaltungen nicht mehr viel.

    Besser wäre es, den Boxerwelpen mit einem souveränen erwachsenen Chi zusammenzubringen und den Chiwelpen mit einem ruhigen, freundlichen Altboxer.

    Es gibt ja häufig Defizite auf beiden Seiten: die Großen wissen nicht, daß Kleine ein bißchen zarter behandelt werden müssen, die Kleinen hatten nie Kontakt zu Großen und neigen dann gern zum gefährlichen Größenwahn.

    Eine Freundin ist sehr zufrieden mit "Haustierkost".
    Grundsätzlich finde ich es aber bedenklich, den wesentlichen Aspekt und grössten Vorteil von "Barf" - sich selbst mit den Ernährungsbedürfnissen seines Hundes auseinanderzusetzen und auf der Basis eigenen Wissens frische Futtermittel zu kombinieren - wieder abzugeben und an die Fertigfuttermittelindustrie zu delegieren.