Beiträge von Quarus

    Dass bei solchen Situationen der Halter nicht eingreifen kann macht durchaus Sinn. Es soll doch der "Charakter" des Hunden beurteilt werden.
    Den Prüfern ist es wichtig ob der Hund nur unsicher knurrt und anfängt durch wegblicken usw zu beschwichtigen. Ob der Hund motzend bellt. Oder ob er sofort richtig nach vorne geht. Ich habe schon von sehr sehr vielen Menschen gehört die diesen Wesenstest gemacht haben, dass die Prüfer durchaus Verständnis dafür haben, dass der Hund nicht ruhig und schwanzwedelnd sitzen bleibt. Sie dürfen verunsichert knurren und bellen. Solange sie aber auch versuchen die Situation zu deeskalieren bekommen sie ihre hohe Punkjtzahl und gelten als absolut ungefährlich.

    Es gibt aber nicht nur ängstliche Hunde, die devot jede Zumutung über sich ergehen und schurigeln lassen, sondern auch selbstbewußte und nervenstarke, die nicht kneifen, wenn sie aktiv angegriffen werden. Sondern die das tun, was Lebewesen gewöhnlich tun, falls ausweichen (Leine) keine Option ist: Verteidigung.

    Ich weiß schon, warum ich den ominösen "Schutztrieb" in meinem Hund nicht wecken möchte. Heutzutage wird man nur unglücklich, wenn ein Tier sich wie ein Tier verhält.

    Mit einem Stock bedrohen, Anstarren, Anschreien, Zusammensperren mit einem fremden Hund - ich kenne nur ganz furchtbare Hunde, die das alles nicht lethargisch über sich ergehen liessen. Alles gefährliche Bestien...... :shocked:

    Mein Matti ist ein begeisterter Wasserfreund. Nur so übermotiviert, daß er garantiert bei seinem "Raddampferschwimmstil" ordentlich Wasser schlucken wird, fürchte ich. Zumindest am ersten Tag. Es wäre mir viel wohler, wenn ich wüßte, wie ich vor- oder nachbereiten könnte.

    In drei Wochen geht es nach Usedom! Diesmal mit Hundi! Nach Korswandt! :hurra:

    Was mich zum meiner Frage bringt: mir wurde geweissagt, ein paar Schlabberer Ostseewasser reichen aus, um im Gedärm große Aufruhr zu verursachen und somit Durchfall. Mein Matti (und seine Vorgänger) mit seinem unverwüstlichen Verdauungssystem hat mich aber ziemlich verwöhnt - mit Durchfall habe ich relativ wenig Erfahrung, schon gar nicht mit salzwasserinduziertem. Demzufolge ist mir etwas mulmig zu Mute....

    Gibt es etwas, was ich zur Prävention tun kann, außer ihn ordentlich zu "wässern", bevor es an den Hundestrand geht? Und was wäre an Hausmitteln mitzunehmen, um im Falle des Falles den Durchfall zu stoppen? Kohlekompretten? Flohsamen? Immodium? :ka:

    Der "Schutztrieb" ist ein verdammt zweischneidiges Schwert.

    Ich behaupte, daß viele Hunde, die nach vorn gehen und bellen, mitnichten heroisch ihr Frauchen beschützen möchten, sondern aus Unsicherheit mit "Angriff ist die beste Verteidigung!" reagieren. Leine ab und Hund massiv ohne Rückendeckung von Frauchen angegangen, werden 99 % dieser "Beschützer" ganz fix den Rückwärtsgang einlegen. Dem einen Prozent, das nicht nur bellt, sondern beißt, ist ein Besitzer zu wünschen, der diese potentiell sehr gefährliche Neigung seines Hundes mittels Dauerscan permanent im Auge behält und nicht den Hund entscheiden läßt, wann er seine Zähne einsetzt. Eine unübersichtliche Situation, ein Erschrecken des Hundes, ein unüberlegter Scherz kann sonst sehr schnell böse enden. Ich würde mir das nicht wünschen! Den Streß brauche ich mir kein Hundeleben lang antun!

    Nur zur Verdeutlichung, meinen Hund, Boxer mit IPO 3, halte ich strikt von Situationen fern, die sein Vertrauen in die Menschen im Allgemeinen beschädigen könnte. Bei seinem Selbstbewußtsein, Härte und ausgeprägtem Kampfwillen wäre es nicht schwer, einen "scharfen" Hund aus ihm zu machen. Dann hätte ich "Schutztrieb", und zwar bedeutend mehr, als D im 21. Jhd. zu tolerieren bereit wäre. Da ist es mir 100 mal lieber, er konzentriert sich auf die bunte Knete in seinem Kopf!

    Seine "grimmige" Ausstrahlung hat bisher immer mehr als ausgereicht, mich in brenzligen Situationen sicher zu fühlen. Ich denke, daß diese Ausstrahlung eines ruhig beobachtenden, selbstsicheren Begleithundes bedeutend praktikabler für den Alltag eines Hundebesitzers ist, als eine "Waffe an der Leine" dabeihaben zu wollen.

    Mittelschnauzer, Wolfsspitz usw. halte ich auch für geeignete Rassen. Speziell der Mittelschnauzer hätte in diesem Zusammenhang mehr Beachtung verdient.