Beiträge von Quarus

    Golden R. fiel mir auch gleich wieder ein, aber ich verstehe es mit dem Nicht-vergleichen-wollen. Wie wäre es alternativ mit einem Spaniel? Springer, Cocker... gibt ja einige Rassen. Verwandte hatten English Setter, das waren sanfte, leichtführige Hunde. Könnte ich mir alle vorstellen, wenn der Hund nicht aus jagdlicher Zucht stammt und Du dem Hund eine alternative Beschäftigung anbietest.

    Also mal hypothetisch:

    Wäre ich die Freundin, und ziehe mit meinem Partner zusammen, welcher einen Hund mitbringt. Nun will und 'muß' ich auch mit diesem, bisher auf sein Herrchen fixierten Hund zusammen Gassie gehen und Zeit verbringen. Und ich merke, dieser Hund nimmt mich nicht für voll und zeigt mir ganz klar, das ohne Rücksprache mit seinem Herrchen keine Kooperation mit mir stattfindet....

    Dann würde ich in einer Hundeschule einen netten Kurs aussuchen (ZOS, Maintrail, Obedience, Longieren, Agility....), welcher mir Spaß machen könnte. Das tolle am Boxer ist ja, dass die auch so Allrounder Arbeitshunde sind, der sich da sicher auch begeistern lässt.

    Und über das gemeinsame Hobby kommt dann normalerweise auch eine bessere Beziehung.

    Das ist ein wirklich, wirklich guter Rat, den ich Dir und Deiner Freundin ans Herz legen möchte.

    Gesehen hab ich unseren Wolfsrüden auch, und kenne viele Leute aus der Region, Förster, Jäger, Wanderer, Waldarbeiter usw., die ihn auch kennen. Und natürlich die Dorfbewohner, die ihn beim Flanieren nachts auf der Dorfstrasse gesehen haben bzw. ihn gefilmt haben auf der Landstrasse.

    Ich verfolge die Argumentation seit 10 Jahren. Und angesichts der absurden Wendungen, welche die im Brustton des Experten vorgetragenen Behauptungen zu typischem Wolfsverhalten und Entwicklungstendenzen genommen haben, sind diese Wolfs"kenner" in meinen Augen genau das: selbsternannt.

    Ich kann nicht recht glauben, daß die Wölfe in Schweden so isoliert sind. Finnland und Rußland sind nicht weit weg. Dazwischen unendliche Landschaften mit niedriger Bevölkerungsdichte. Selbst unter den viel extremer isolierten europäischen Populationen ist genetischer Austausch nachgewiesen worden.

    Ich kann auch nur zu einem Trainer raten, WENN Deine Freundin das wirklich WILL und nicht nur Dir zuliebe mitspielt. Sie muß eine gute, belastbare, vertrauensvolle Beziehung zu Ares aufbauen, dann wächst auch automatisch der Respekt, den er ihr entgegenzubringen bereit ist. Futter wegnehmen gehört nicht zum Beziehungsaufbau, aber z.B. Körperpflege (Bürsten, Schnauze und Pfoten abwischen) und kleine, belohnbare Übungen in der Wohnung. Eine schnelle Lösung gibt es dafür nicht, schon gar nicht mit Zwicken usw., das kann Dein Hund nämlich viel besser!

    P.S. Ich glaub nicht, dass unmittelbare Gefahr für Menschen besteht. Aber wenn die Entwicklung so rasant weitergeht und wir fleißig die Eskalationsleiter hinaufklettern lassen, dann tritt nach dem Gesetz der Entropie der erste Menschenschaden ein. Aber bis dahin werden noch viele Weidetiere sterben.