Beiträge von Ludmilla

    Hallo,

    ich weiß leider von 2 Appenzeller Rüden, die hier in der Gegend (Berlin Innenstadt) angeschafft wurden, dann aber wieder verschwanden - ca. ab dem Alter von 2 / 3 Jahren.

    Einen dritten Appenzeller 'kannte' ich aus einem Hundesportverein, das Fraule musste da schon sowohl mental standfest sein als auch mit hoher Belohnungsrate arbeiten. Ich als Schnauzer-Fanin fand ihn klasse, aber auch er verschwand aus meiner Wahrnehmung. Ich habe aber auch nie nach seinem Verbleib gefragt und bin nicht regelmäßig in diesem Sportverein.

    Außerdem muss man bedenken, dass die charakterliche Bandbreite innerhalb einer Rasse recht groß ist, 'der' Labrador und 'der' Appenzeller manchmal seine Rassebeschreibung nicht gelesen hat, und dass Rasse 1 plus Rasse 2 irgendwas ergeben kann, nicht unbedingt 'nur' eine Mischung der Charaktermerkmale der Ausgangsrassen.

    Komplett anderes Beispiel: bei Doodle-Mischungen von z.B. Pudel mit Labrador können drahthaarige Hunde rauskommen - weder Pudel noch Labrador haben das in ihren Rassebeschreibungen .....

    Zur Eingangsfrage: Meine Herangehensweise wäre auf jeden Fall auch, solche Situationen zur Zeit so weit es geht aus dem Wege zu gehen, parallel in kontrollierten Situationen damit trainieren ( = Trainerin hinzuziehen). Gerade wenn das Verhalten u.a. aus Unsicherheit entsteht, kann man auch auf die mentale Reifung spekulieren. Bei meinem Zwerg waren bis zu ca. 2 Jahren kleinere, rennende Kinder auch das größte Greuel und wurden verbellt. Das konnte ich sowohl über 'Gehorsam' (Alternativtraining wie ausweichen) als auch mit dem Alter (jetzt dreieinhalb, deutlich gereifter) in geordnete Bahnen lenken.

    Liebe Grüße und viel Erfolg

    Ein weiterer Indikator, ob das Atmen für den Hund anstrengend ist, ist übrigens die Art des Luftholens:

    Normalerweise heben und senken sich die Rippen, bei Atemnot zieht sich der Hund auch über Bauchatmung die Luft in die Lunge.

    @Lischen97 beobachte mal den Bereich zwischen Rippen und Hinterbeine, ob der 'mitatmet' und wenn ja, ab welcher Aufregung, Belastung

    Ich hatte auch mal einen Mops, das war dann auch ein Indikator

    Ich finde es tatsächlich auch schwierig, gute Trainingsgruppen in einem Verein zu finden. Es gibt hier zwar sehr ambitionierte Teams - immerhin ist das `hier' eine mehrere Millionenstadt ;) - aber wirklich feste Trainingsgruppen auf hohem Niveau und bis Klasse 3 konnte ich nur wenige finden, und die sind auch voll. Der Rest wandert zersplittert in Kleinstgrüppchen von Gelegenheit zu Gelegenheit - so wie ich :ugly:

    Schade eigentlich, aber mir fällt auch keine Lösung ein.

    Liebe Grüße

    Eine Sache würde ich auf jeden Fall endgültig mit Deiner Schwester klären: das Eigentum geht an Dich über!

    Nicht dass Du Erfolge in der Erziehung erzielst und sie ihn zurück haben möchte. Und dann möglicherweise das Recht auf Rückgabe hat.

    Zu deiner Frage kann ich nichts beisteuern, außer dass, falls Du es versuchen möchtest, es Dich dann aber überfordert, es keine Schande ist, das zuzugeben und sie weiter zu vermitteln.

    Und eine grundsätzliche mentale Haltung deinerseits: ne, Freundchen, so nicht!

    Also sich selber möglichst nicht aufregen, keine 'Gewalt' wie Leinenrucken etc. oder aktives Aufmerksamkeitsheischen a la Zungenschnalzer, ansprechen etc., sondern so lange stur stehen bleiben, den Hund nicht einen Milimeter 'Land' gewinnen lassen, bis dass er sich dir zuwendet, das honoriere ich mit einem positiven Nicken/ anerkennendem Grunzen (sprich kein exaltiertes Belohnen) und dann geht es in eine andere (!) Richtung weiter.

    Kann dauern 🙂 und muss öfters wiederholt werden 😁

    Also, jetzt muss ich auch mal meinen Senf loswerden, das Thema ist ja sehr emotional.

    Auch ich muss sagen, dass mich die Reaktion von @Alice. stört, dass sie die Auflagen vom Ordnungsamt überzogen hält. Das finde ich halt nicht, denn was soll noch passieren, bevor Auflagen erteilt werden?

    Ob dem jüngsten, unbeteiligten Hund auch Auflagen auferlegt gehören, kann ich nicht beurteilen. Aber auf jeden Fall fände ich es gerechtfertigt, anzuordnen, dass nie nicht mit allen drei gleichzeitig - wo auch immer - spazieren gegangen werden darf. Die Rudeldynamik (ja auch wenn sie nicht blutsverwandt sind, entwickelt sich eine Dynamik) ist einfach nicht kalkulierbar.

    Aber ich finde gut, dass Du, @Alice. jetzt erziehungstechnisch Dich da reinknien möchtest. Allerdings frage ich mich, was Du da 'verbessern' möchtest, Deiner Aussage nach stehen beide sehr gut im Gehorsam - und mehr kann man einfach bei Hunden nicht verlangen, es sind keine Maschinen, die immer perfekt auf Knopfdruck funktionieren.

    So long

    Also meine Erfahrung (als immer unkastrierte Rüdenhalterin) gibt LosPerros recht:


    Diejenigen, die ihre Rüden aufgrund von 'Hypersexualität' kastrieren ließen, hatten einfach unerzogene Rüpel an der Leine.

    Und der Rest kastriert, bevor irgendwelche 'Hypersexualität' oder überhaupt Sexualität ins Spiel kommt, weil 'ist ja so anstrengend' (sprich den Leuten auch vielfach peinlich, weil 'zuviel Hund').

    Wir hatten mit gut erzogenen, vielfach auch geforderten Hunden nie größere Probleme, da muss man manchmal ein paar Schritte in den Anforderungen an den Hund zurück gehen, aber mit ein bischen Kopfauslastung kann ich immer gut gegensteuern. Wichtig ist halt, dass sich ein Rüde nicht reinsteigern darf (zu lange jammernd am Gartentor hängen, endlos Hündinnenpipi schnuppern etc.). Ist eigentlich wie mit allen anderen 'Trieben' (Wach-, Schutz-, Jagd- etc), man muss dran arbeiten.

    Ich beziehe mich hier übrigens explizit nicht auf Rüden, die aufgrund medizinischer oder manchmal wirklich persönlicher Gründe kastriert wurden.