Beiträge von Gandorf

    Nö, das ist genau der Ablauf, wenn man eine Zucht aufbauen will, in Generationen denkt und dabei die älteren Hunde behält.

    Oder man spricht sich mit Züchtern gleicher Gesinnung ab,

    zieht 1-2 gut geplant Würfe,

    gibt vielversprechende Nachzucht an Gleichgesinnte ab,

    holt dann als Nachwuchshund eben “nur” ne Enkelin/Großnichte…

    Dann kann man zwar nicht sagen, man habe lückenlos alle Muttertiere besessen,

    aber man hat trotzdem einen wertvollen Beitrag zur Rasse geleistet, die Ehe muss man nicht opfern und die Nachbar rücken nicht mit Fackeln und Mistgabeln an.

    Mir ging es bei der Eingangsfrage nicht um:

    “Welche Rassen haben eine Arbeitslinie?”

    Sondern

    “Welche Rassen haben zahlenmäßig starke Linien mit deutlich relevanten Unterschieden?” — so dass man sagen würde:

    Es gibt eine Bezeichnung für die Linie.

    Ein Käufer wäre mit der einen Linie glücklich, mit der anderen überfordert/enttäuscht.

    Wo macht es Sinn auf eine Linie hinzuweisen und wo kann man überhaupt eine benennen.

    Sheltie ist vielleicht tatsächlich noch ein Gegenbeispiel: klar kann man nach wenig Fell und sportlicher Eignung suchen. —- Aber deutlich erkennbare Gruppen hab ich da noch nicht beobachtet. Ich hatte den Eindruck, es sind einzelne Würfe bei einzelnen Züchtern mit noch sehr durchmischten Ergebnissen.

    Es ist ja an anderer Stelle schon diskutiert worden, wie man Käufer dazu bekommen kann, gesundheitlich auszuwerten.

    Aber das ist eben der Weg: kommunizieren, überzeugen — langfristig ein Bewusstsein für gute Hundezucht schaffen.

    Ein Züchter kann schlecht eine aussagekräftige Zahl Welpen bis zum HD-Röntgen behalten, dann das ausgelegte Geld noch auf den Kaufpreis aufschlagen.

    Wenn die Hündin zwei Würfe haben soll, dann muss man noch warten, ob in der Nachzucht etwas Geeignetes dabei ist — dann ist sie bei Abgabe sicher keine 2-4 Jahre alt.

    Wenn das Netzwerk funktioniert und aus dem einen Wurf geht nicht in die Zucht — dann gibt es noch Tanten, Cousinen und Großeltern, die auch toll sind.

    Die Legende von dem EINEN, LETZTEN, absolut PERFEKTEN Wurf glaub ich nicht.

    Erstens mal braucht man auch für diese Wundertiere Zuchtpartner die ähnlich veranlagt sind, zweitens ist nicht gesagt, ob sich diese eine Hündin ihre Anlagen so vollständig und durchschlagend vererbt.

    Ohne andere Züchter wird’s nicht gehen.

    Also entweder gibt man einen Hund ab, der sich 8 Jahre eng an einen gebunden hat

    — und zwar ohne Notlage, sondern als Geschäftsmodell.

    Oder man lässt die Bindung vorher schon gar nicht so eng werden. Wenn man schon weiß, dass der Hund eh nur temporär bei einem lebt, ist das sicher auch eine Strategie zum Selbstschutz.

    Und dann lebt der Hund 8 Jahre, inclusive aller Trächtigkeiten und Geburten, quasi in der Schwebe.

    Finde ich für eine so extrem Menschen bezogene Tierart wie den Hund, einfach nicht fair.

    Alternative, um in der Zucht was zu bewegen, ist kein einzelner Züchter, der in Massenproduktion geht, sondern viele Züchter, die zusammenarbeiten und kommunizieren können, warum ihre speziellen Ziele für die Rasse gut und wichtig sind.

    Aus einem Labbi-Beratungsthread:

    Terri-Lis-07
    8. April 2022 um 20:41

    Alles gut — kam nicht böse rüber.

    Aber mir kamen gleich mehrere Rassen (außer dem Labbi) in den Sinn, bei denen es sehr deutliche Unterschiede in den Linien gibt:

    DSH, Mali, Tervueren, BC, Aussie, Langhaar Collie, Berger des Pyrenees, Großpudel, Dalmatiner (LUA), Wolfspitz (Keeshond), Kleinspitz (Pomeranian), Cocker Spaniel (Working), Chihuahua (deer type).

    Hab ich welche vergessen?

    Außerdem ist es dann völlig absurd Begleithunde zu empfehlen, deren Wesensfestigkeit genauso viel oder nicht getestet wird, wie die der Showlinien.

    Vorsicht:

    Hier im Forum hat sich eingebürgert, so jedem Hund “SL” zu sagen, der nicht mehr in seinem ursprünglichen Tätigkeitsfeld eingesetzt wird.

    Das heißt nicht, dass sie alle Arbeitslose Püppchen und Couch Potatoes sind.

    Manche Menschen verstehen unter “SL” nicht diese Hunde mit alternativen Jobs, sondern tatsächlich Linien die optisch herausstechen und spektakulär aussehen sollen.

    Viele Züchter fingen wahrscheinlich als begeisterte Hundehalter an, die sich dann mehr und mehr für das Einsatzgebiet und die Rasse interessiert haben. Die wünschen sich tolle, wesensfeste Nachzucht und wollen ihr Haus sicher nicht mit einem Haufen hysterischer Vierbeiner teilen.

    Sehr viele Züchter zeigen ihre Hunde, weil sie halt für die Zuchtzulassung die Ausstellungsergebnisse brauche und eventuell um Kontakte zu Kollegen zu pflegen.

    Jemand der in Cosmos Hundeführer blättert und sagt: “Ich werde ein berühmter Züchter uuuuuuuuuund DIESE Rasse mache ich zu einem Kunstobjekt.” — sind doch eher selten.

    Es kommen sicher noch mehr Hinweise, aber hier wurde immer wieder über Bücher und Seminare diskutiert:

    Saltimbanco
    7. Mai 2012 um 23:16

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    Bei den Sitz/Platz/Steh Wechseln auf Distanz muss man entscheiden, ob die Vorder oder Hinterpfoten wie angeklebt auf dem Boden bleiben.

    Unter Umständen muss der Hund einen ungewohnten Bewegungsablauf lernen.

    Google mal “Distanzkontrolle vorne fest” - “Distanzkontrolle hinten fest”.