Beiträge von Dächsin

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    hündin, 4 Jahre ca, ehemalige zuchthündin aus zwingeranlage.
    kennen tut man, ähm ja nix, naja zumindest keine stubenreinheit, keine leine, kein an der leine laufen und wohnung kennt man wohl nur vom sehen, aber nicht vom drin leben.
    ergo sie ist völlig drüber:


    Da schreibst du es ja schon selber - sie kennt nix ......und soll sich bei dir dann "anständig" benehmen :???: So liest es sich jedenfalls für mich - du beschreibst ellenlang was dieses arme Hundchen alles nicht kann, alles falsch macht und wie sie dich nervt. Du sperrst sie ins Bad und auch da nervt es dich - weil sie auf ihre Art dir zu verstehen gibt, daß sie völlig drüber ist.

    Ein Hund der, so wie du es oben beschreibst, nichts kennt - von dem willst du doch nicht allen Ernstes verlangen das er sich so benimmt wie du es erwartest. Ganz ehrlich, auch wenn sich das jetzt nicht nett anhört, aber du hast den Hund so wie er ist bewusst in Pflege genommen. Dann nimm sie auch so wie sie ist - und versuche nicht, an ihr rumzuerziehen oder rumzudoktern (TA-Besuch). Die Hündin ist total verwirrt, gestresst und überfordert, weint ihren Leuten hinterher und wird offensichtlich von dir total mißverstanden.
    Entweder die kommenden Wochen Augen zu und durch oder du gibtst sie in eine professionelle Pflegestelle, wo man mit solchen Tieren umzugehen weiß.

    Tut mir leid wenn sich das jetzt so ruppig anhört - aber ich finde in deinem Beitrag nur Vorwürfe dem Hund gegenüber - und der kann am wenigsten dafür das seine Welt nun auf einmal "kaputt" ist............

    Hallo und willkommen,

    ich finde, du hast es alles sehr schön beschrieben.

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    Kann es sein, dass man manchmal besser alleine fährt? Gibt es Hunde, bei denen keine "Rezepte" wirken, die bei 99% der anderen Hunde wirksam sind?


    Das mit den "Rezepten" die bei den meisten Hunden wirken würde ich so nicht unterschreiben. (Im Folgenden will ich nicht verschiedenen Methoden bewerten sondern erstmal völlig wertfrei als "Methode" bezeichnen - das nur um Diskussionen vorzubeugen :D (Erfahrungswert hier im DF))
    Jede "Methode" ist ja gleichzeitig auch eine Glaubens- und Einstellungsfrage. Wenn Erziehung auf Rudelführermentalität vom Erziehenden - in dem Falle von dir - nicht unterstützt werden kann weil du nicht dahinter stehen kannst da dir alles nicht schlüssig erscheint.......... ja, dann kann die natürlich nicht "funktionieren".

    Ausserdem sind es immer fühlende und auch denkende Individuuen die da beteiligt sind, Mensch wie Hund sind eben individuell und jede Konstellation anders.
    Und jede Beziehung zwischen Mensch und Hund ist ja auch ein dynamischer Prozess und keine statische Angelegenheit - und daher ist auch nicht immer klar, wie ein Hund eine "Methode" umsetzt die letzte Woche z.B noch "funktioniert" hat. Und so ist auch Erziehung - und in deinem Falle auch offensichtlich Umweltgewöhnung - eine dynamische Entwicklung, die je nach Verfassung, Tagesform, "Vorbildung" und sonstigen Faktoren immer mal wieder eine Justierung der "Methode" verlangt.

    Und abgesehen davon: es ist häufig so, daß man irgendwann - auch nach vielen Jahren Hundehaltung - auf einen Hund trifft bei dem eben alles "anders" ist, der einen zwingt, sich neu mit Theorie und Praxis auseinanderzusetzen, sich noch mal mit neuen Erkenntnissen in der Verhaltensforschung zu beschäftigen. Meiner Meinung nach sind diese Tiere dafür da, daß man selber als Mensch aus seinen eingefahrenen Gleisen herauskommt und sich neu auf das Wesen und Abenteuer Hund einläßt.

    Solche Hunde sind ein Geschenk - auch wenn es manchmal zum Heulen ist und man schier verzweifelt - und der geänderte Blickwinkel der daraus erwächst ist es tausendmal wert

    Tyger, du hast ja vor eine Monat schonmal gefragt wegen des Juckreizes bei deinem Hund - der kratzt und juckt sich jetzt schon sooo lange - der arme Kerl :sad2:
    Es ging in dem anderen Thread von dir unter anderem auch um die Fütterung - hast du da mal was geändert? Du hattest ja ziemlich fleischlastig bzw fast ausschließlich Fleisch und Knochen gefüttert.

    Vielleicht kann auch mal ein großes Blutbild helfen um zu sehen, ob alle Organe vorschriftsmäßig arbeiten - ein Stoffwechsel, der aus welchen Gründen auch immer nicht richtig funktioniert könnte auch dafür verantwortlich sein - Juckreiz kann viele Ursachen haben.
    Ansonsten würd ich mal einen guten Tierheilpraktiker aufsuchen - woher kommst du denn, eventuell kann hier jemand einen empfehlen...........

    Ares, ich finds toll daß du dir noch einen 2.Trainer gesucht hast - und du hast ja gemerkt, daß sich vieles dann ganz schnell relativiert.

    Ich möcht' das Verhalten des Hundes auf keinen Fall verharmlosen, aber immer noch bin ich der Meinung, daß man so ein Tier nicht innerhalb von 5Minuten als Waffe abstempeln kann und darf - aber du hast ja jetzt eine neue Perspektive und einen anderen Ansatz mit dem 2.Trainer.

    Trotz allem wäre es wichtig, den Hund einmal medizinisch durchchecken zu lassen: auf Schmerzen und auch ein Blutbild mit komplettem Schilddrüsenprofil. Whitekessy hat da auch was gutes zu geschrieben.......
    [url=http://www.google.de/url?sa=t&rct=j…3,d.d2k&cad=rja]Hier[/url] kannst du dich mal darüber informieren.

    Ich würde mich freuen, wenn du uns - trotzt aller hier geäußerter Kritik - ab und an auf den neuesten Stand bringst was die Entwicklung eures Hundes betrifft ;)

    In meiner Gegenwart ignoriert mein Hüterich geflissentlich alles, was von anderer Seite kommt - es sei denn, ich fordere ihn dazu auf. Wenn z.B meine Nichten auch mal "probieren" möchten wie ein Hund so tickt (die haben sonst null Kontakt zu Tieren) dann dürfen sie ihm "sitz" sagen und ein Lecki geben - das funktioniert aber nur, wenn ich neben oder hinter meinen Nichten stehe........ :D

    Ansonsten - gerade gestern war mein Hüterich den ganzen Tag in Betreuung und ich durfte mir ein dickes Lob abholen, wie gut erzogen mein Hund doch ist :roll:
    Ich glaub, beim Sitter benimmt er sich nochmal einen ganzen Teil vorbildicher als ich es ihm beigebracht habe.......:applaus:

    Ist dein Hund mal so richtig vom TA untersucht worden?? Nicht nur drüberschauen und feddich ;) - sondern mit Röntgen, Gangbild, Blutbild und ganz wichtig Schilddrüsenprofil?? Vielleicht hat dein Hund unendliche Schmerzen oder ein neurologisches Problem - es gibt viele Ursachen für so ein Verhalten bei jungen Hunden.
    "Angeborene" Aggression in dem Sinne gibt es nicht, da steckt immer was dahinter.

    Dieser "Trainerin" würde ich keinen müden Cent geben - ihre Aussage zeugt von absoluter Unwissenheit, Hilflosigkeit und Uninteressiertheit :-x Und der Ratschlag, einen Hund, den sie als "Waffe" bezeichnet in gute Hände zu vermitteln - die Frau hat sie doch nicht mehr alle :???:

    Schreib mal bitte, woher du kommst - PLZ reicht.

    Ach ja, und den TA würde ich auch erstmal wechseln.............

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    Geistig beschäftige ich ihn sehr viel...wenn ihr sehen könntet was der schon alles kann mit 8 Monaten *lach*


    Ich glaube, daß hier das Problem liegt - das ist mir sofort aufgefallen. Ein BC, der mit 8Monaten schon einen Haufen Dinge "kann" - der entwickelt meistens anderweitig Probleme.

    Stichwort Überforderung im ersten Jahr........bei BCs leider der Klassiker. Gut gemeint mit Auslastung, und geistiger Arbeit geht der Schuss häufig leider nach hinten los und der Hund dreht irgendwann am Rad. Zuviel Input und "Auslastung" ist besonders für solche reizsensiblen Hunde Gift.

    Nachtrag:
    Bei soetwas lernt er nebenbei noch sowas wie Impulskontrolle - muss er doch warten bis die Schnüffelkiste gefüllt ist, die Leckis im Handtuchhaufen verschwunden sind und du die tollen Sachen in Astgabeln, hohem Gras oder in den Sofaritzen, unter Teppichkanten, auf Stühlen, im Regal versteckt hast.

    Das Zauberwort auch hier : Geduld und Kleinschrittigkeit.
    Erst muss er 4Sekunden warten,dann 10, dann 30, und irgendwann kann er auch mal 2 oder 3 Minuten oder länger ausser Sichtweite aushalten. Bis dahin ist aber sorgfältiger Aufbau nötig - immer nur so lange wie Hund es schafft und auch auf seine Tagesverfassung Rücksicht nehmen - auch wir haben manchmal schlechte Tage wo nichts klappt....

    Dann versuche, ihn mit Suchspielen auszulasten - dafür sind Labbis und Retriever wie geschaffen.
    Verstecke Leckerchen erst von seinen Augen, dann unsichtbar versteckt, irgendwann auch wenn er ausserhalb des Zimmers wartet.
    Du kannst ihm auch Schnüffelkisten machen: einen Karton mit ganz viel unnützem Kram wie leeren Klopapierrollen, Pappschnipseln, geknüllter Zeitung oder diesen Verpackungschips füllen - dann ein paar klitzekleine Leckerlies reinschmeissen. Hundi darf dann unbeschwert wühlen, schnüffeln und finden.
    Oder Leckis in alte Handtücher o.äh. einwickeln, einen großen Haufen damit machen und Hundi darf sich draufstürzen :D

    Es ist genauso simpel wie es sich anhört, aber man unterschätzt gerne, wie k.o ein Hund nach 2 oder 3 Schnüffeldurchgängen ist. Dann noch eine kleine Runde draussen drehen, nochmal eine Schnüffelkiste durchwühlen lassen und Hundi geht erstmal völlig erledigt schlafen.

    Wühlen, schnüffeln, finden - das sind nahezu Grundelemente des Hundes und genauso wie hetzen und jagen (Schattenjagen) extrem selbstbelohnend - hier aber mit dem feinen, aber wichtigen Unterschied daß er schnüffeln, wühlen, finden mit dir zusammen machen kann.
    Im Gegensatz zum Schattenjagen wo du nur als Spielverderber dastehst........ :D