Beiträge von Dächsin

    Und ich finde, daß das ganz schön viel ist für einen Hund, der erst so kurz bei euch ist ;)

    Ihr habt täglich mehrere Übungseinheiten - im Gegenzug darf er nicht spielen........ ich würd erstmal die Hundeschule wechseln. Alleine die Tatsache, daß "ausprobiert" wurde ob er geschlagen und getreten wurde........ wahrscheinlich nur mit angedeuteten Bewegungen, aber immerhin. Ein dadurch eventuell vorher traumatisierter Hund hätte erstmal vollends das Vertrauen in euch und den "Trainer" verloren - ich finde so einen "Test" unter aller Kanone !!!

    Euer Hund hat in seinem Leben noch nicht so viel kennengelernt und als Welpe die wichtigste Prägungszeit in einer Auffangstation verbracht. Da hat er einiges verpasst - das müßt ihr jetzt mit ihm nachholen, keine Frage, aber nicht im Hauruckverfahren und nicht auf Biegen und Brechen. Damit macht man mehr kaputt als er lernt - siehe sein Verhalten in der Hundeschule!!

    Zitat

    Seit wir die Hundeschule besuchen wird der Hund aggressiver. Die Hundetrainerin sagt dazu, dass das normal sei, da er seine Position verteidigen will.


    Vielleicht sollte die Hunde"trainerin" nochmal die Schulbank drücken - warum sollte dein Hund bitte welche Position verteidigen???

    Laßt ihn einfach mehr Hund sein, spielt mit ihm und laßt ihm bitte auch die Gelegenheit, sein SPielzeug nach Lust und Laune nehmen zu können. Gebt ihm sein Futter bitte auch mindestens 1xtägl aus dem Napf - Futter nur als Belohnung läßt einen Hund ständig in überdrehter Erwartungshaltung und gibt ihm nicht die Sicherheit auf eine Mahlzeit!!
    Schraubt euer Trainings-und Übungsprogramm runter - in solchen Fällen ist weniger eindeutig mehr. Mit Überfrachtung des Stundenplanes bekommt ihr nur einen überforderten Hund der seinem Stress und Frust in agressivem Verhalten Luft macht - ihr könnt es in der Huschu live erleben :roll:

    Zeit, Geduld und Verständnis sind die Dinge, die euer Hund jetzt braucht damit sich erstmal die Beziehung und das Vertrauen zu euch festigt. Ohne BEziehung keine ERziehung - das ist eine alte Weisheit. Und es ist wirklich total egal, ob er jetzt oder erst in vier oder gar in zwölf Wochen perfekt Platz-Bleib beherrscht, ob er bei Fuß laufen kann oder sonstigen Kram kann.
    Sein inneres "Programm" für sein Alter sieht vor, die Welt weiterhin spielerisch zu entdecken und sich und seine Anlagen "auszuprobieren" und sich seinen Erfahrungen gemäß weiterzuentwickeln. Das ist für die weitere Entwicklung und dadurch, daß er im Welpenalter was versäumt hat, immens wichtig - Spielverbot, Eingrenzungen und Futterentzug sind da echt kontraproduktiv.

    Er braucht viel freies Spiel, ausgelassene Erlebnisse und aufregende Abenteuer mit seinen Menschen, die Sicherheit auf mindestens eine Mahlzeit täglich und die Erfahrung, daß ihr ihn sicher und souverän leitet und führt, ihm aber gleichzeitig den nötigen Freiraum für seine eigenen Erfahrungen lasst........ und ihr braucht bitte eine andere Hundeschule :D

    Du schreibst von Leinenrucken in der Huschu und vom "berühren an der Flanke" beim Privattrainer - beides sind in dem Sinne Strafen, da sie ein Verhalten unterbrechen sollen - und lassen den Hund quasi im Regen stehen weil ein Verhalten abgebrochen wurde und er keine Alternative hat.

    Ich will hier keine Diskussion über Methoden lostreten - aber hat deinem Hund mal jemand gezeigt, was er stattdessen machen soll?? z.B wird anpöbeln durch "berühren an der Flanke" unterbrochen - aber dein Hund steht unter Strom (hätte er sonst gepöbelt) und weiß nun nicht, wie er diese Erregung kanalisieren soll bzw was er stattdessen machen soll. Da baut sich auf Dauer Frust auf - und den läßt dein Hund z.B. beim Schattenjagen oder Pöbeln wieder ab........

    Da du ja mit ihm clickerst weißt du ja, wie man erwünschtes Verhalten formt und aufbaut (nehme ich jedenfalls an). Was hältst du denn davon, genauso langsam und kleinschrittig im Alltag bei Hundebegegnungen ein neues Verhalten zu etablieren? Da die Ablenkung naturgemäß sehr hoch ist empfiehtlt es sich, erstmal aus der Distanz zu arbeiten.

    Erwünschtes Verhalten bei Hundebegegnungen wäre z.B. der Blickkontakt - den klickerst du erstmal als "Trick" und fragst diesen "Trick" immer ab, wenn ein Hund noch in weiter Entfernung ist. Dann kannst du die Entfernung verringern, aber nur langsam und gefühlvoll.
    Genauso das Schattenjagen - du kannst ja im Garten langsam mit einem Futterbeutel (den vielleicht an einer Schleppleine gegen verschleppt werden sichern) mit der Apportierarbeit beginnen - kleinschrittig und immer unter der Grenze, wo sonst dein Hund vielleicht schnell hochdreht. Ein Futterbeutel ist für einen Hund was Tolles: wenn er ihn zum Menschen bringt dann gibts was draus. Das kann man dann ausbauen ins Tragen von Dingen z.B. - und den Hund dann irgendwann bei Sonnenschein etwas Tragen lassen.

    Das Schattenjagen würde ich strikt unterbinden - das ist eine sehr selbstbelohnende Sache die einen Rattenschwanz an anderen, unerwünschten Verhaltensweisen nach sich ziehen kann und dann nur schwer wegzubekommen ist.
    Ich würde z.B. jetzt in den nächsten 3Wochen jeglichen Sonnenspaziergang meiden - also nur bei schlechtem Wetter raus oder im Wald im Schatten laufen oder so. Läßt sich wahrscheinlich nicht durchgängig praktizieren, aber ein Hund kommt mit 3Wochen eingeschränkten Gassizeiten durchaus zurecht. Und in dieser Zeit übst du apportieren mit ihm im Garten, machst Suchspiele, bringst im bei Spielzeuge am Namen zu unterscheiden und läßt sie dir bringen.
    Das alles sind Arbeiten, für die ein Labrador wie geschaffen ist - und dann kannst du unterwegs bei Sonnenschein ggfs. genau diese Dinge mit ihm machen: läßt ihn geworfene Leckerchen suchen, er soll dir einen Stock holen, er trägt seinen Dummy herum.

    Ich werfe noch ein, daß ihr den Hund noch nicht allzu lange habt - du schreibst von knapp zwei Monaten. Für einen Hund aus dem Süden ist das keine Zeit, je nachdem wie er vorher gelebt hat. Auf jeden Fall kann es durchaus sein, daß ihm das alles noch zuviel ist.
    Offensichtlich geht ihr auch schon einige Male in die Huschu - daß euer Hund da immer "aggressiver" reagiert spricht nicht wirklich für den Trainer da. Wahrscheinlich ist der Hund momentan noch ziemlich überfordert und weiß noch nicht so wirklich, was eigentlich von ihm verlangt wird. Stell dir einfach mal vor wie du dich bei permanenter Anspannung und Anforderung fühlst - und dann reagierst du auch einfach viel schneller gereizt und vielleicht auch aggressiv als wenn du dich wohl fühlst.

    So ähnlich geht es vielen Hunden aus dem Tierschutz wenn sie nicht ausreichtend Zeit hatten, sich an ihr "neues" Leben zu gewöhnen und besonders in ihrem eigenen Tempo alles kennenlernen durften. Auch da ist ein Hund ein Individuum - jeder Hund hat ein anderes Lerntempo und eigene Strategien, mit der für ihn neuen Umwelt umzugehen.

    Schreib doch mal mehr über die Vergangenheit eures Hundes und was ihr so mit ihm macht am Tag - für mich hört sich das so an, als ob das Kerlchen erstens überfordert ist und zweitens viele Dinge ganz einfach nicht verstanden hat - was eventuell entweder vom Training abhängt oder eben davon, das ein gestresster Hund nicht so richtig lernen kann.

    Fusselnase meint bestimmt die Hunde, die anderen Menschen noch nicht mal den 2.Blick wert sind - die, die immer übersehen, vergessen werden - die, die keiner will.
    Kann ich vollends verstehen - ich hab auch ein Faible für die "Ladenhüter" :D

    Kapua, ich habs verfolgt und finds klasse. Wenn er dir sympatisch ist dann passt das schon :gut: - aber wie byllemitblacky schon schrieb: rechne mit Jagdtrieb - und bei der Mischung (so sie denn stimmt) mit recht ausgeprägtem Jagdtrieb..............

    Ansonsten: gut gemacht :gut:

    BieBoss,

    du hast mein Zitat ganz schön aus dem Zusammenhang gerissen :???: - ein paar Zeilen weiter unten hatte ich erklärt wie es funktioniert und gemeint ist.
    Abgesehen davon steht ein Verhalten erstmal im Zusammenhang mit Gefühlen / Emotionen. Ein aufgeregter, wütender oder ängstlicher Hund kann nicht freundlich oder neutral reagieren. Veränderst du die Emotionen ins Positive, dann hast du neue Möglichkeiten sein Verhalten zu modifizieren.

    Und selbst wenn man meint, man belohne das unerwünschte Verhalten mit einer Leckerchengabe in so einem spannungsgeladenen Moment - dann ist Verhalten irgendwann konditioniert, die Emotionen aber nicht mehr negativ besetzt,und so läßt es sich leichter umkonditionieren als Verhalten was aus Wut / Angst gezeigt wird.

    Das Prinzip des "Schönfütterns" funktioniert immer - ein negatives Ereignis wird mit etwas Positivem verknüpft - man braucht nur Geduld und ein einigermassen stimmiges Timing...........

    Altdeutsche Hütehunde sind eben nicht "Jedermannshunde" sondern doch recht speziell. Wegen des Kindes im Haushalt holt euch bitte schnell Hilfe - aber bitte nur von Menschen die auch was von diesen Hunden verstehen. Ansonsten droht dem Hund eine Karriere als Wanderpokal - und zubeissen wird er dann wohl auch häufiger.

    Ich habe hier zwei Links für dich:

    lassy.org Dieser Verein hat Erfahrung mit altdeutschen Hütehunden, da findest du kompetente Hilfe. Einfach mal anrufen........

    Forum Das Forum der Freunde von altdeutschen Hütehunden - dort kannst du nach Ansprechpartnern in deiner Nähe suchen und weiterführende Tipps erhalten. Es dauert da zwar manchmal einige Tage mit der Antwort, aber die Leute da kennen sich echt gut aus.

    Woher kommt ihr denn?

    Hallo,

    medizinische Ursachen sind ja offensichtlich abgeklärt - ich könnt dazu eh nichts beitragen......

    Du schreibst, du wüßtest nicht warum sie auf einmal wieder reinmacht

    Zitat

    ..denn wir haben ein Haus gekauft und sind grad dabei es zu renovieren...

    Deshalb ;) Ihr benehmt euch anders, seid eventuell auch gestresst durch die Mehrarbeit - das merkt sie und sie reagiert mit Stresspinkeln. Sie scheint ja generell sehr unsicher zu sein - hast du mal versucht ob Medis zur Beruhigung wie Zylkene, Adaptil-Tabl. und so was bringen bei ihr in Sachen Pinkeln? Ein unenspannter und dauerverunsicherter Hund will nicht stubenrein werden - sondern sich so unauffällig wie möglich in der Umwelt verhalten. Und dazu gehört eben auch, nicht ausserhalb des sicheren Hortes zu puschen. Diesen Ansatz würde ich im Auge behalten, dabei Selbstbewusstsein aufbauen, Stress vermeiden, Unsicherheiten abbauen und konditionierte Entspannung einführen.

    Es scheint, als ob sich bei Laura eine Blockade aufgebaut hat, als Lösungsversuch würde ich so vorgehen:
    Eine Woche oder vielleicht sogar länger mal den kompletten Alltag des Menschen hinten an stellen. Morgens nach dem Aufstehen (wenn Hund hoffentlich nicht reingemacht hat) sich die am Vorabend mit allem Benötigtem gepackte Tasche schnappen und mit Laura das Haus verlassen. Und ab da solange draussen bleiben bis sie an einer ungewohnten Stelle gemacht hat - du hast ja hoffentlich alles Nötige für einen entspannten Tag am Waldrand eingepackt ;)
    Nach einer durchgehaltenen Nacht kann das noch dauern, aber irgendwann steht sie vor dem Problem: Pinkeln oder Platzen....... :D Mit entsprechender Party mit haufenweise Lieblingsleckerlies nach dem gelungenen Pinkelevent platzt so bei ihr vielleicht der Knoten in Punkto Pinkelstelle.

    Da sie ja offensichtlich bei dir noch nirgendwo anders hingepuscht hat als in den Hinterhof oder die Wohnung kann sie gar nicht wissen, was du eigentlich von ihr willst....... ein Tagesausflug mit Pinkelevents kann ihr zeigen, was gewünscht ist. Und wenn sich diese Erlebnisse mehrfach wiederholen lassen sollte sie ab da nicht mehr so ein Problem damit haben, an ungewohnter Stelle zu machen - wenn sie versteht daß es etwas außergewöhnlich Tolles ist und auch gar nichts Schreckliches passiert.

    Ansonsten würde ich dir mal den Kontakt zu einem verhaltenstherapeutisch arbeitenden TA oder Trainer empfehlen, die haben vielleicht noch andere Ansätze, Ideen oder Blickwinkel für euch.