Beiträge von Dächsin

    Wie furchtbar - es tut mir wahnsinnig leid für euch.

    Einerseits möchte ich mich Rehlein anschliessen - das bewusste "Fragen", und das Einlassen auf die Gefühle und Bilder die sich dann in dir regen - für viele mag sich das abgehoben und ziemlich verrückt anhören. Aber ich habe auch schon schwer verletzte Tiere im Arm gehalten und war überwältigt von den Signalen die sie mir gesendet haben.

    Andererseits ist da der Hund einer früheren Kollegin - einen Mischling aus "Bratwurst und Wischmop" hat sie ihn immer genannt - dem der Zweithund beim Spielen so ins Kreuz gesprungen ist, das der Wischmop querschnittsgelähmt war. Die Prognose aller TÄ war miserabel (es war Anfang der 90er, CT für Hunde oder ähnliches war da noch ziemlich induskutabel) aber sie hat nicht aufgegeben. Sie war überzeugt, mit viel Liebe, Geduld und Zeit würde sie das wieder hinkriegen..........
    Bei Spaziergängen nahm sie ihm im Kinderbuggy mit, machte fast täglich Schwimmübungen mit ihm im extra angeschafften Pool, massierte und therapierte ihn tägl. Der Hund musste wie ein Kleinkind gewickelt werden, konnte weder Kot noch Urin halten, war etwa ab halber Rückenlänge völlig gelähmt und gefühllos.
    Trotzdem wir alle (wir arbeiteten mit Hunden) geglaubt haben, daß der Hund leidet und es nie mehr was wird - die Kollegin hat nicht aufgegeben. Immer hat sie ihren Hund mit Handtuch gestützt zum "laufen" animiert, seine aufgeschliffenen Hinterbeinchen versorgt. Der Kerl hat irgendwann wieder einen unglaublichen Lebenswillen gezeigt, zog sich in unbeaufsichtigten Momenten wie ein Irrer mit den Vorderbeinen durch die Hundemeute und stänkerte rum wie eh und je :hust:

    Um es abzukürzen: er konnte nach 1,5 Jahren wieder fast völlig normal laufen!! Etwas wackelig zwar und wenn er es eilig hatte, ließ er anfangs sein Hinterteil einfach fallen und zog es hinterher :lachtot: - das war reine Kopfsache und konnte im Laufe der Zeit mit viel Geduld auch wieder abgestellt werden.
    Wir alle haben die Kollegin für ihre Zähigkeit bewundert, für ihr Durchhaltevermögen und ihren unerschütterlichen Glauben daran, daß der Hund es ihr sagt wenn er nicht mehr kann oder will........ er war ihr Herzenshund.
    Diese Geschichte nötigt mir heute noch tiefen Respekt ab ob der Disziplin meiner Kollegin und das über eine so lange Zeit - und das sie ihr gesamtes Leben auf ihren kranken Hund eingerichtet hatte.
    Der Wischmop ist übrigens über 15Jahre alt geworden - er war so 6 oder 7 als der Unfall passierte.

    Ich wollte dir damit Mut machen und aufzeigen, daß es doch einen Strohhalm gibt - aber der oben beschriebene Weg war wirklich mühselig und mit starken Einschränkungen verbunden. Und eine Garantie gibt es eben auch nicht - aber wenigstens Hoffnung...........

    Hmm, also ich denk, mit Zeigen & Benennen (such mal hier im DF danach, da gibts 'nen guten Thread dazu) und sogenanntem "Schönfüttern" solltest du das hinkriegen. Distanz vergrößern ist da auch ein wichtiges Thema - und vor allem: reagieren, bevor der Hund anfängt zu knurren.
    Wichtig ist, beim kleinsten Anzeichen einer hündischen Reaktion selber zu reagieren, am besten schon bei Sichtung eines anderen Hundes am Horizont die Leberwursttube zu zücken und Hund gar nicht erst in die Verlegenheit des "Angsthabens" kommen zu lassen.

    Obwohl es wahrscheinlich auch sehr hilfreich wäre, mal jemanden mit Ahnung auf euer Handling schauen zu lassen- manchmal ist man selber ja sowas von betriebsblind und trainiert sich 'nen Wolf und es wird und wird nicht besser - und dann kriegt man was gezeigt, nur eine Kleinigkeit, und schon fluppt das :D
    Woher kommst du denn? Vielleicht hat ja jemand einen Tipp für eine qualifizierte Hilfestellung bzw einen guten Trainer, der mal eine Stunde auf euch draufschaut.............

    Manchmal kommt es auch drauf an, aus welcher "Quelle" ihr den Welpen habt. Ein Hundebaby vom Züchter kann mal kurzfristig müffeln, aber so richtig nach Urin stinken??
    Vielleicht wäre ein Gespräch mit einem Tierarzt da hilfreicher ............. morgen hat der bestimmt Sprechstunde und dann wisst ihr schnell und aus berufenem Munde, was Sache ist.

    Genau diese Frage habe ich mal von Günther Bloch beantwortet bekommen - denn auf dem eigenen Grundstück pinkelt mein Hüterich gerne drüber (wenn auch nicht jedesmal), unterwegs schaut er mit gelangweilter Miene zu was die 2Beiner da so im Gebüsch treiben :D

    Die Antwort war völlig logisch: so drücken Caniden ihr Zusammengehörigkeitsgefühl aus und für eventuelle "Eindringlinge ins Revier" wird die Nachricht hinterlassen: trau dich, aber wir sind in der Überzahl...... :smile:

    Dem allgemeinen Daumendrücken schließe ich mich an - und bin ziemlich fassungslos über die Entwicklung.....

    Wäre eine gute Tierklinik, in der Herrmann nochmal so richtig untersucht wird mit CT und allem Pipapo, wäre das nicht noch mal eine Möglichtkeit??

    Ich wünsch euch beiden echt viel Kraft und Durchhaltevermögen für diese schwierige Zeit !!

    Willkommen erstmal :D

    Dein Hund hat in den letzen 2 Monaten einen kompletten Umsturz seines Lebens erfahen - aus der Türkei (was hatte er da für ein Leben??) in eine Fam. nach D und da dann nach kurzer Zeit schon wieder ein Wechsel.
    Er weiß ja nicht, daß jetzt alles gut wird, daß er bleiben kann, was ihr von ihm erwartet........

    Hab vor allem Geduld!! Hunde mit solch einem Lebensweg brauchen in der Regel eine ganz schöne Zeit, bis sie so "richtig" angekommen sind. Ein Hund handelt immer aus der Situation heraus aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen - und nicht, weil er etwas plant oder weil er vielleicht "ein schlechter Charakter" ist. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten um das Tier einfach besser verstehen zu können.

    Grundsätzlich würde ich erstmal zu Folgendem raten:
    Trenne Hund und Kind auf jeden Fall immer und überall - du weißt nicht wie die Erfahrungen des Hundes mit Kindern sind, lass ihm Zeit, sich an die Situation zu gewöhnen. Selbst leichtes Abwehrschnappen - aus Menschensicht wie ein Wegschubsen - kann für Kinder fatal sein. Wenn der Hund von Anfang an die Chance bekommt, das kleine Menschenwesen aus Distanz zu erleben, sich rantasten zu können und nur positive Erfahrungen machen zu können dann ist der Grundstock für ein harmonisches Miteinander gelegt.
    Momentan ist die Welt des Hundes aus den Fugen geraten, das merkst du an seinem "verhaltenen" Benehmen. Er tastet sich an seine neue Welt ran und hält erstmal "die Füße still" - eine Strategie die es ihm ermöglicht, euch und eure Anforderungen langsam kennenzulernen und sich auf die neue Situation einzustellen.

    Zu den Übungen: ich würde erstmal noch nicht so viel üben - und auch eher in den Alltag einbinden. Z.B Sitz fordern wenns Futter gibt oder so........ Die allgemeinen Hausregeln sind jetzt erstmal wichtig und das der Hund genug Zeit bekommt, sich auf euch einzustellen und euch kennenzulernen.
    Die Spaziergänge würde ich noch relativ "reizarm" gestalten - möglichst wenig fremde Hunde, wenig Menschen, am besten viel Natur wo er gemeinsam mit euch rennen, schnüffeln und Spaß haben kann.
    Vielleicht magst du dich ja mal mit Clickertraining beschäftigen - das ist eine einfache und sehr effektive Art, bei einem Hund erwünschtes Verhalten zu festigen ......
    Ansonsten stresst ihn das vielleicht alles zu sehr mit all den anderen neuen Dingen in seinem Leben - und dann sucht sich der Stress irgendwann ein Ventil in Form von Leinepöbeln oder sonstigen "Unarten"

    Gib dem Kerlchen erstmal die Chance bei euch anzukommen - das kann einige Wochen und manchmal auch Monate dauern bis so ein Tier komplett "daheim" ist. Üben kann man natürlich schon vorher - aber dosiert und langsam steigernd.
    Und Hund und Kind auf jeden Fall voreinander schützen - auch der Hund sollte nie in Verlegenheit kommen, das Kind anknurren zu müssen (heißt einfach: hau ab / hör auf / letzte Warnung) weil er sich bedrängt oder gestört fühlt...........
    Ihr habt euch da schon ganz schön was vorgenommen - ein Hund mit Vorleben und ein 7monatiges Kind - da kommt eine Menge Arbeit und Management der Situationen auf euch zu. Das Kind muss lernen wie ein Hund tickt und was er meint - dazu ist es aber noch einige Jahre zu jung um das wirklich zu erkennen. Also seit ihr als Eltern gefragt, da immer und überall ein Auge drauf zu haben ;)

    Zeit - Geduld - Ruhe - Gelassenheit..........mit diesen Bausteinen kannst du langsam anfangen, sowas wie ein Fundament für eure gemeinsamen Wochen zu errichten.

    Dein Eingangspost klang genervt ;) - lege das ab und mach nicht so ein Aufhebens um das Gefiepe, dann wird das bald besser. Dem Hundchen gehts psychisch nicht gut - biete ihr deine Anwesenheit und vielleicht auch deinen Schoß an, den Rest bring die Zeit und deine hoffentlich im Übermass vorhandene Geduld :D

    Fremdhunden kannst du am effektivsten tolle Leckerchen (Fleischwurstbröckchen) vor die Füße schmeissen - dann sind die ganz schnell abgelenkt und du hast nicht das Problem, den eigenen Hund durch Gehampel oder Geschrei zu verunsichern............