Beiträge von silvi-p

    Huhu,
    ich muss mich eljott anschließen.
    Meiner Meinung nach sind die HH, die einen HSH (für mich die am schwierigsten auszulastenden bzw "ersatz-zu-befriedigenden" Hunde) in voller Kenntnis der Bedürfnisse und des Wesens aufnehmen, sehr sehr rar.
    Gerade in unserer Nachbarschaft lebt ein Owtscharka. Der geht völlig ab an der Leine. Jetzt komm ich mit meinem 8kg-Hund daher. Prost Mahlzeit.
    Ich sehe ihn auch nicht mehr hier spazieren gehen, ich glaube, die Nachbarn fahren jetzt immer mit ihm irgendwohin raus. Ich habe auch von einer anderen Hundehalterin hier in der Straße gehört, dass die Familie mit dem Hund recht unglücklich ist.
    Irgendwie tun sie mir leid (die Leute UND der Hund), aber irgendwie muss ich auch sagen: wer kommt auf sone Idee, sich in soner Wohnsituation (Wohngebiet mit Häusern/Reihenhäusern/ziemlich kleinen Gärten) einen HSH anzuschaffen? Naja, vielleicht haben sie ihn auch als Welpe aus dem TH, wer weiß...

    Ich persönlich kenne nur Fälle wie diesen, wo Leute und/oder Hund nach ner Weile unglücklich werden (es macht's ja auch nicht gerade leichter, dass die Hunde wohl recht spätreif sind, da hat man laaaaange Zeit, ne ganze Menge zu versauen). Ich denke, nach Deutschland gehört eigentlich weder ein Kangal noch ein Owtscharka, denn zu 95% haben wir keine passende Wohnsituation mehr, und zu 99% nicht die passenden Halter.

    Andere Rassen als HSH-Rassen finde ich nicht sooo schwierig, denn zumeist können sie ersatzbeschäftigt werden, oder es geht nur um eine Art spezieller Arbeit, die auch hier anfällt. Die Territorialität der HSH ist ein Charakterzug, der meines Wissens bei kaum einer anderen Rasse so stark ausgeprägt ist, und gerade die macht ja hier die meisten Problemchen.

    Viele Grüße
    Silvia

    Huhu,
    wie alt ist denn dein Hund?
    Hast du schonmal Agility gemacht?

    Es gibt gar nicht soooo viel, was du alleine üben könntest. Wichtig wäre mir, dass der Hund Spaß am Arbeiten entwickelt, dass er sich auf dich konzentrieren kann. Von Vorteil ist auch (erstmal), wenn er an neue Sachen selbstbewusst rangeht.

    Daher: beschäftige dich mit ihm und, so ungern du es hören magst, fang vielleicht eher mit der Unterordnung an, denn wenn du wirklich so heiß auf Agility bist, wird dir die BH-Prüfung nicht erspart bleiben. Manche Vereine fordern die, damit jemand am Agi-Training teilnehmen darf, und spätestens, wenn du auf Turnieren starten möchtest, brauchst du sie sowieso.
    Außerdem lernst du dabei, mit deinem Hund zu arbeiten ;)

    Viele Grüße
    Silvia

    Huhu,
    ich denke, Rottis brauchen länger, um erwachsen zu werden. Ich würde sagen, das ist eine Pubertätsphase. Halte durch und sei streng (konsequent). Dein Hund wird lernen, was er sich bei wem erlauben darf.
    Wenn er sich zwischen euch drängt, sollte das allerdings nicht toleriert werden. Ist zwar Pubertätsgehabe (ich meine, er testet mal aus), aber es geht in die Richtung Ressourcenverteidigung/besitzergreifendes Verhalten.
    Schiebt ihn weg.

    Mal deinem Freund in lebhaften Farben aus, wie sich ein respektloser, frecher Rotti verhält (Arm schnappen, anrempeln, Leine ziehen). Er muss erkennen, dass er sich einbringen muss, sonst hat er nur noch wenig Spaß mit dem Hund.

    Gab es einen Grund, warum ihr euch für einen Rotti entschieden habt?

    Viele Grüße
    Silvia

    Argh, merde!
    Terry, habe gerade meinen Beitrag nochmal gelesen.
    Mit:

    Zitat

    Ich finde, man kann nicht sagen, ein Hund ist in einer Situation dominant.

    wollte ich sagen: Man kann es doch nicht von einer Einzelsituation abhängig machen, dass ein Hund dominant ist, da waren Finger und Gedanke nicht synchron. Also von seinem Verhalten in bestimmten Momenten schließe ich nicht, ob "Dominanz" vorliegt (oder Weltmachtbestreben, Rudelführerschaft, Rangverbesserung).

    Beim Beispiel mit deinem Barry würde ich nichtmal die Vokabel "dominant" verwenden. Ich würde sagen, "der macht grad, was er will". ;) Da kann man ihn lassen, muss man aber nicht. Dadurch drückt sich mE wahre Souveränität aus. Beim Hundekontakt sehe ich es sogar durch bestimmte Erfahrungen mit meinem Hund noch wattebäuschiger: nicht ich bin dominant und er akzeptiert es, sondern er kriegt es gerade noch so hin, mir in dem Moment einen Riesenvertrauensbeweis zu geben. Ich weiß genau: wenn er gefühlsmäßig dazu in der Lage wäre, würde er kommen.
    Ich tendiere selber dazu, eigentlich GAR nicht mitzumachen, mein Hund lässt sich aber auch "dominieren", soll heißen, er stellt mich sehr wenig in Frage. (Beim nächsten Hund würde ich je nach Charakter vielleicht mehr zulassen. Aber auch nur, weil es hoffentlich ein Welpe wird.)

    Zitat

    Es gibt Hunde aber auch Menschen (ich habe bis jetzt GsD nur einen kennen gelernt) die ihr dominantes Gehabe durchziehen und sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln durchsetzen wollen.

    Zitat

    Einem Hund der immer seinen Kopf durchsetzen will, muss ich früh genug zeigen das er damit nicht durch kommt.


    Und das sind vielleicht die, bei denen ich von der "Diskutiererei" so die Nase voll habe. Ich denke schon, dass man dieses Gehabe unterbinden kann. Somit hängt es für mich immer am Halter, wie frech der Hund ist. Als "Schlussfolgerung" sehe ich es so, dass man statt dieser "Dominanz-/Rudel/etc-Theorien" auch einfach zu jemandem sagen kann: "Dein Hund ist frech. Er versucht dich zu beeinflussen und seinen Kopf durchzusetzen. Lass ihm das nicht durchgehen, sondern setze durch, was du in dem Moment möchtest."

    Grüßle
    Silvia

    Huhu,
    im Großen und Ganzen schließe ich mich LasPatitas an. Unerzogene Hunde.

    Allerdings:

    Zitat

    Und Hunde die als dominant bezeichnet werden, sind nach meinen Erfahrungen einfach Hunde die nichts gelernt haben und denen die Halter alles durch gehen lassen (klar ist er denn in dieser Situation dominant, weil die Halter sich dominieren lassen).

    Ich finde, man kann nicht sagen, ein Hund ist in einer Situation dominant. Genauso wie sich mir nicht erschließt, wie ich zuhause feststellen soll, ob mein Hund dominant ist. Bedeutet das, er VERSUCHT, seinen Willen durchzusetzen? Kann er ja, wird aber nicht immer funktionieren. Dadurch ist er ja nicht dominant, nur weil er es versucht?

    Die Hunde, die gerne als "dominant" betitelt werden, sind mE entweder unerzogen oder entziehen sich Befehlen ("in einer Situation dominant sein"), oder sie sind tatsächlich selbstbewusst und souverän ("Alpha-Tier-Veranlagung" aus meiner Sicht - aber das ist doch selten), dann würd ich mich freuen. Allerdings bedeutet ja selbstbewusst und souverän nicht, dass ICH mich nicht mehr durchsetzen kann.

    Grüßle
    Silvia

    Terry: Beispiel: Befehl "Sitz", Hund fängt an, zu bellen, unruhig zu werden und setzt sich nicht. (Ausbildungsstand/Situation natürlich so, dass das SITZ möglich ist.)

    @Fräuleinwolle, schließe mich an.
    Wenn man jetzt statt "Dominanzaggression" schon "Statusbewusstsein" sagt und über Privilegien bei Ressourcen spricht, hängt das für mich gar nicht mehr mit der "klassischen Dominanztheorie" (ich bin/will Rudelführer sein) zusammen.
    Viele Fälle, die von "Dominanztheoretikern" als Rangordnungsgedöhns behandelt werden (zB Verteidigung von Bett oder Frauchen) werden von den "Wattebauschwerfern" als Ressourcenverteidigung gesehen. Da gibts ein gutes englischsprachiges Buch drüber, Jean Donaldson??
    Ich persönlich sehe das auch so, dass es häufig um Ressourcenverteidigung geht. Ob dem Hund das ZUSTEHT (!menschliche Sichtweise!), das beantworten die "Dominanzler" und die "anderen" ja jeweils anders, da sehe ich den Knackpunkt. Für mich macht das aber keinen Unterschied in der Behandlung des Problems, denn aberziehen kann man das sicherlich. Und bei den "Dominanzlern" finde ich eben den Ansatz mit der "mentalen Kriegsführung" schwierig, daher lehne ich es _für mich_ ab, so an Probleme zu gehen.

    Grüßle
    Silvia

    Ich schließe mich eljott an, für mich ist die Unsicherheit und Anspannung, der mentale "Kriegszustand", der wesentliche Punkt, der für mich das "Hantieren" mit dieser Dominanzgeschichte schwierig macht. Ich denke, die ganze Theorie und die ganzen Vokabeln sollten (in der wahrscheinlich gutgemeinten ersten Absicht) Hundehaltern helfen, klarer in der Kommunikation zu werden. Leider brauchen viele dafür so ein "Konstrukt".

    Ich finde Verhältnisse zwischen HH und Hunden dann sehr gut, wenn der Hund im Gehorsam steht, ohne das aus Angst zu tun.
    Ich hasse Hunde, die diskutieren, das wäre für mich ein NO-GO, denn für mich würde das bedeuten, dass der Hund mich irgendwie manipulieren will, und das finde ich einfach frech. (Laut Dominanztheorie wollen sie "im Rang aufsteigen" oder "wissen nicht, welches ihr Rangplatz ist" - halte ich für Quatsch, da das sonst für alle Situationen im Zusammenleben gelten müsste. Diskutieren passiert aber meist nur in bestimmten Situationen.)

    In diesem Punkt (diskutieren) kippe ich allerdings ein bißchen in letzter Zeit, weil ich mich frage, wie das in Situationen, in der der Hund starken Trieb zeigt, ist, aber grundsätzlich würde ich bei jedem Hund darauf hinarbeiten, dass ich der FELS bin, bei dem jedes Gegenreden zwecklos ist und der jeden Befehl durchsetzen kann, ohne jemals anzufassen.
    Das hat für mich rein garnix mit Dominanz, Rang, Alpha, Rudel zu tun. Das ist ausschließlich ein Ding zwischen mir bzw meinem Verhalten und meinem Hund.

    Grüßle
    Silvia