Beiträge von QueenyQ

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    Scherbenstern:
    Mich stört, dass du anscheinend alle anderen, bei denen es nicht so funktioniert, wie bei deinen Hunden, offensichtlich als unfähig hinstellst.
    Natürlich habe ich (und tue es noch) auch nach Gröning trainiert, habe außerdem AJT-Seminare besucht und so ziemlich alles gelesen, was man darüber so in die Finger bekommen kann.
    An dieses "mal über den Tellerrand gucken" solltest du selbst vielleicht auch mal denken.

    :gut: :gut:

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    Darauf kannst du doch prima aufbauen. Ich würde dennoch zum Sichern die Schleppleine empfehlen, auch wenn der Hund den Unterschied "bemerkt". Nun würde ich mich schrittweise der Beute auch noch annähern und das extra bestätigen. Du belohnst deinen Hund fürs Gucken, indem du dich näherst. Dabei muss man ein klein wenig sensibel sein, damit man den "Punkt nicht überschreitet".

    Hast du schon einmal einen Prey-Dummy versucht? Interessiert sich der Hund für sowas? Wen ja, in der Wohnung auftrainieren (und dann in reitarmer Umgebung draußen) und dem Hund nach der Annäherung noch zusätzlich anbieten? Gibt es sonst eine Tätigkeit, die der Hund gerne hat und in Richting Jagdverhalten geht?

    Nochmal:
    der Hund ist in Gebieten mit Wild immer an der Leine, sonst wär er nämlich beim ersten Bewegungsreiz weg, denn er rennt erst los und guckt dann, was sich da eigentlich bewegt hat -konnte auch schon mal ein Jogger, Radfahrer sogar Auto sein, da bricht er zwar dann die Hatz ab, aber er ist erst mal losgerannt - will ich natürlich nicht.
    Das Annähern an die Beute als Belohnung, ich weiß nicht :???:
    Ich schildere mal einen Ablauf:
    wir laufen entspannt durch den Wald, plötzlich taucht im Blickfeld ein laufendes Reh auf, meist raschelt es ja vorher, worauf Hund sofort in konzentrierte Anspannung verfällt (was er auch tut, wenn neben uns ein Eichhörnchen, 'ne Amsel oder auch nur eine Maus raschelt, da bekomme ich ihn aber schnell wieder "runter"). Sieht er das Reh, erstarrt er - inzwischen wieder - er hatte eine Phase, wo der Start in dem Augenblick erfolgte, wo der Bewegungsreiz auftauchte. Ich bleibe ebenfalls stehen, lasse die Leine "anstehen" (wie beim Reiten den Zügel, also Verbindung ohne echten Zug), dann warte ich ein paar Sekunden und gebe dann mein "Sitz". Reagiert er, kommt sofort verbales Lob. Reagiert er nicht, ist die Anspannung noch zu hoch, also warte ich nochmals und versuche es dann erneut. Nach dem Absitzen darf er gucken, solange was zu sehen ist, danach gibt es ein "weiter" und wir setzen unsere Runde fort.
    Ich habe auch versucht, ihn danach mit Futter oder Spielzeug/Spiel zu bestätigen, möchte er nicht....

    Mein Bauchgefühl sagt mir, dass es ihn wieder aufregen würde, wenn ich ihm gestatte, in Richtung des Rehs zu gehen, solange dieses noch in seinem Blick ist; ich fürchte, dass da der erste Schritt schon dazu führt, dass der Punkt überschritten ist, aber ich werde es für die nächste Begegnung mal in Erwägung ziehen, um es zu testen.

    Sofern ich mit beiden Hunden unterwegs bin, kommt das eh nicht in Frage, die puschen sich nämlich gegenseitig hoch und es ist schwer, 65 kg Achtpfotenantrieb zu bremsen, wenn die plötzlich lostoben ..

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    Ich habe fast die Befürchtung, dass du sehr viel... missverstanden hast... oder so Tipps bekommen hast, wie "Du musst dss Hetzen abbrechen, NUR DANN hast du eine Chance!" und dies so interpretiert hast, wie es gemeint war: Der Hund scannt und kommst mit ein paar strengen Kommandos an.

    Wie flying paws geschrieben hat... arbeite MIT dem Hund, statt gegen ihn.

    Nur kurz noch zum obigen Text:
    Ich versuche, mit dem Hund zu arbeiten, aber, und das war eigentlich mein Anliegen, ich bin anscheinend zu blöd, etwas zu finden, was mein Hund als Ersatz akzeptiert
    Das Beste ist bisher, ihn gucken zu lassen und anschließend eben den Spaziergang fortzusetzen

    Ich schließe mich Schopenhauer an:

    meine Hunde kennen den Unterschied zwischen Ball und Wild, zwischen angeleint und ohne Leine und auch bei mir erscheinen die Rehe fast immer dann, wenn ich sie eigentlich trainingsmäßig gar nicht brauchen kann.

    wie bitte soll man das üben ?

    Ich bin schon froh, dass mein Rüde so weit ist, dass er eben nicht mehr in die Leine springt, wenn ein Reh vor uns auf und davon geht, er hat halt gelernt, dass am Ende der Leine "Ende" ist, auch wenn das für mich anstrengend war (bin ja auch oft genug mit zwei Schäfis unterwegs und da steckt einer den anderen an :roll: )

    Ich habe einige Anti-Jagd-Lektüren hinter mir und versucht, das, was für meine Hunde passt, umzusetzen, aber .
    wirkliches Training geht nur am lebenden Objekt und das ist nicht steuerbar.
    Das Maximum ist, dass mein Rüde bei Sicht inzwischen in der Lage ist, mein "Sitz" zu hören und auch umzusetzen; aber auch das geht erst nach der allerersten Anspannung - ich erkenne aber inzwischen diesen Punkt besser.
    Ich lasse ihn dann zur Belohnung gucken, bis das Reh außer Sicht ist, dann geht es weiter.

    Ursprünglich habe ich mich hier in den Thread eingeklinkt, weil geschrieben wurde, dass ein Hund ein auftrainiertes Alternativverhalten irgendwann einfach befolgt, weil es so konditioniert wurde und er halt gar nicht anders kann.
    Das habe ich bezweifelt und deshalb das Beispiel meines Rüden und seiner Jagdleidenschaft gebracht.

    Zitat

    [Vielleicht ist meine Ausbildung zu sehr auf echte Arbeit gemünzt... meine Hunde müssen sie beherrschen, über einen sehr langen Zeitraum - bis hin zur körperlichen und mentalen Erschöpfung - und sie können es auch.

    Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich die IK bei 80% der Trainingsschritte immer mit Erregungskontrolle kombiniere im Training.

    Könntest Du das bitte etwas näher erklären ?
    Und auch den Unterschied zwischen IK und Erregungskontrolle ? :hilfe:

    Ich lerne gerne immer weiter dazu

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    Dem stimme ich ziemlich uneingeschränkt zu, ich bin mir sicher, dass es für meinen Rüden nichts Tolleres gibt, als hinter einem Reh herrennen; er muss es nicht kriegen, das Rennen allein ist toll !

    Kann ich ganz und gar nicht bestätigen!
    Zum einen weil Antijagdtraining fantastisch greift - auch ohne Starkzwang und Druckmittel wie das Training von vielen Hundeschulen beweist.
    Zum anderen weil immer mehr Jäger ihre Jagdgebrauchshunde auch völlig ohne Starkzwang und druckmittel z.b. mit dem Clicker ausbilden! JA, Jagdgebrauchshunde! ;)

    Diese Jäger arbeiten aber mit ihrem Jagdhund von Anfang an daran, den - ich nenn's jetzt einfach mal - Jagdtrieb zu kontrollieren.... ich gebe zu, dass ich das verpasst habe und nach insgesamt drei blöden Gelegenheiten war mein Hund ein passionierter Hetzer, der monatelang die gegend abgescannt hat, ob nicht irgendwo was auftaucht. Bei jedem etwas schärferen Kommando/Rückruf wurde erst geguckt "Wo ist was, die Alte hat ein deutliches kommando gegeben".
    Inzwischen sind bei uns - dank 2 Jahren Schleppleine - wieder recht entspannte Spaziergänge möglich.
    Aber ich bin mir sicher, ohne Leine wär der Hund beim ersten Sichtkontakt nach wie vor weg :sad2:

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    Manu
    also wäre es einen Versuch wert, ein super tolles Zerrspiel (oder Jagdspiel ?) mit z.B. Beißwurst mit einem Wort zu konditionieren und den Hund, wenn er sich nach dem Reh-gucken wieder was anderem widmen kann, damit ansprechen und fürs "Sitz" zu belohnen ?

    Ich weiß allerdings nicht, ob er's annimmt, in der UO macht er das super gerne, aber draußen ?
    Beim Spazierengehen ist seine Lieblingsbestätigung, dass er weiterlaufen darf, bei gerade passender Gelegenheit auch "Mäusebuddeln"

    Edit/Ergänzung:
    Der Unterschied zu dem, was ich bisher versucht habe, wäre aber nur, dass ein Auslösewort konditioniert wird, auf das er dann (evtl.) "anspringt". Bisher hat ihn draußen ein Spiel nicht wirklich gereizt...

    Manu
    also wäre es einen Versuch wert, ein super tolles Zerrspiel mit z.B. Beißwurst mit einem Wort zu konditionieren und den Hund, wenn er sich nach dem Reh-gucken wieder was anderem widmen kann, damit ansprechen und fürs "Sitz" zu belohnen ?

    Ich weiß allerdings nicht, ob er's annimmt, in der UO macht er das super gerne, aber draußen ?
    Beim Spazierengehen ist seine Lieblingsbestätigung, dass er weiterlaufen darf, bei gerade passender Gelegenheit auch "Mäusebuddeln"

    Zitat

    Verstehe ich nicht. Warum?

    Ich verstehe es auch nicht - habe es aber schon mehrfach gelesen (Kareki hat auch drauf hingewiesen)
    Eine echte Erklärung habe ich dafür noch nicht gefunden...

    Ich versuche es mir (bildlich) so vorzustellen, dass quasi bei jeder IK (sich Beherrschen des Hundes) etwas "Dampf" entsteht, der sich aufspeichert; irgendwann ist der "Behälter" voll, und der Druck muss raus - aber ob das wirklich so ist ? :???:

    Ein Mensch kann sich ja auch nicht immer beherrschen und manchmal "platzt einem einfach der Kragen"
    Allerdings sind Menschen und Hunde ja zeitlebens lernfähig - echt, ich weiß es nicht, bin aber deshalb sehr restriktiv mit dem entsprechenden Training (vielleicht grade falsch ?)

    Zitat

    Darf ich anfügen, dass IK-Training relativ schwierig ist. Wenn du die IK an diesem Spielzeug brauchst, ist es okay, brauchst du es aber für was anderes, ist das Training ungünstig. Die Hunde können die IK nämlich nicht so einfach auf alle Situationen übertragen (und dazu verbrauchen sie die endliche Ressource auch noch: http://www.psmag.com/health/dogs-of…-control-10928/)

    Ich "brauche" die IK am Spielzeug nicht, aber die Hunde mussten es ja lernen, sich zurückzuhalten und eine Freigabe - für was auch immer - abzuwarten; meine Hunde wurden nicht mit IK "geliefert" ;) .

    Mir ist auch bekannt, dass IK etwas ist, was ich nur begrenzt vom Hund verlangen kann, deshalb mache ich IK auch nicht allzu häufig, aber ohne Training kann ich doch gar keine IK vom Hund erwarten ?!
    :???: